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Länderchefs wollen Glücksspielvertrag ändern

10.03.2011, 16:53 Uhr | sid, fussball.de

Der Sportwettenmarkt in Deutschland soll für private Anbieter geöffnet werden. (Foto: ddp)

Der Sportwettenmarkt in Deutschland soll für private Anbieter geöffnet werden. (Foto: ddp)

Sportwetten bei privaten Anbietern bewegen sich in Deutschland immer noch in einer rechtlichen Grauzone. Dies soll sich nach einem Beschluss der Ministerpräsidenten der Bundesländer ändern. Die Länderchefs wollen den milliardenschweren Markt kontrolliert für private Anbieter öffnen. In welchem Umfang dies geschehen soll, wurde nicht bekannt. Die entsprechende Änderung des Glücksspielvertrags wird am 06. April in einer Sonderkonferenz beraten.

"Wir sind uns im Wesentlichen einig, es gibt nur noch Details beim Thema Sportwetten zu klären", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer. Dabei geht es um die Art und Weise der Liberalisierung. So könnten Lizenzen für private Wettanbieter regional oder bundesweit vergeben werden. Außerdem muss geklärt werden, wie Schutzmechanismen umgesetzt werden können. Die Lotterie soll weiter in staatlicher Hand bleiben, der Sportwettenmarkt aber für private Anbieter geöffnet werden. Einigkeit bestehe inzwischen darin, den Sportwettenmarkt mit einem Konzessionsmodell zu regulieren, sagte Böhmer der "Faz".

Mehrzahl der Sportwetten illegal

Zurzeit garantiert der Glücksspiel-Staatsvertrag das staatliche Monopol, das im Bereich der Lotterien auch erhalten bleiben soll. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck verwies darauf, dass derzeit 90 Prozent der Sportwetten "im illegalen Bereich" abgeschlossen werden. Dem Staat entgingen auf diese Weise Gelder in Höhe von "fünf Milliarden plus X", bezifferte Beck. Diese Gelder sollen bei einer Zulassung privater Anbieter dem Sport, der Kultur und ökologischen Projekten zugute kommen.

Mehr Einnahmen für Sport und Länder

Anlässlich des Treffens der Länderchefs hatte sich der Vorstand des privaten Sportwettenanbieters "b-win", Norbert Teufelberger, für mehr Vielfalt im Sportwettenmarkt im Internet ausgesprochen. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" rechnete Teufelberger vor, dass der Sport und die Länder von der Besteuerung von rund einer Milliarde Euro profitieren könnten. Voraussetzung ist, dass sich die Politik für die Zulassung von Online-Wetten, -Poker und -Casino entscheiden würde.

Unterstützung aus der Politik

Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hatte vor kurzem Hoffnung auf eine kontrollierte Öffnung des Sportwettenmarktes gemacht. "Wir wollen keinen Wildwuchs. Wenn die Menschen spielen wollen, dann in geordneten Bahnen. Dies könnten wir mit einer kontrollierten Öffnung erreichen", sagte der CDU-Politiker.

Quelle: FUSSBALL.DE , sid

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