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Greuther Fürth - die Unaufsteigbaren

18.05.2009, 13:27 Uhr

Zum 5. Mal scheiterte Benno Möhlmann mit Greuther Fürth im Aufstiegskampf. (Foto: imago)Zum 5. Mal scheiterte Benno Möhlmann mit Greuther Fürth im Aufstiegskampf. (Foto: imago)Am vergangenen Sonntag war es mal wieder soweit. Die Spieler von Greuther Fürth sanken nach der 0:2-Heimpleite gegen Mainz 05 enttäuscht zu Boden, frustrierte Fürther Fans pfiffen ihr Team aus und Präsident Helmut Hack unterstellte dem Team ein Qualitätsdefizit. "Es ist in dieser Phase der Saison nicht eine Frage des Willens, sondern der Qualität", ging Hack mit der Mannschaft hart ins Gericht. Was bei anderen Vereinen Indizien für einen gerade erlebten Abstieg wären, ist bei Greuther Fürth die beinahe jährlich wiederkehrende Fassungslosigkeit über das Verpassen des Bundesligaaufstieges kurz vor Schluss. Seit der Rückkehr der Fürther in den Profifußball 1997 scheiterten die Kleeblätter sage und schreibe neun Mal kurz vor dem großen Ziel "Aufstieg in die Bundesliga". FUSSBALL.DE blickt zurück auf die verpassten Fürther Chancen.

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1998/99: Beispiellose Negativserie
Nach dem 23. Spieltag war die Fürther Welt rosarot: Tabellenführer der 2. Bundesliga, anderthalb Jahre nach der Rückkehr in den Profifußball. Doch danach folgte der bittere Absturz mit einer beispiellosen Negativserie: Bis zum Saisonende gelang kein einziger Sieg mehr, vier Remis standen sieben Niederlagen gegenüber. Am Ende landete Fürth auf Platz acht mit neun Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.

2000/01: Auch ohne Möhlmann fehlt das Aufstiegs-Gen
Benno Möhlmann hatte die Fürther im Oktober 2000 Richtung Bielefeld verlassen, der Fluch des Scheiterns blieb im Playmobil-Stadion. Drei Spieltage vor Saisonende hatten die Kleeblätter mit einem Punkt Rückstand enge Tuchfühlung auf Platz drei. Erneut gelang in den letzten Spielen kein Sieg. Zwei Unentschieden und eine Niederlage bedeuteten am Ende Rang fünf.

2001/02: Parallelen zum ersten Versuch
Erneut war Grün-Weiß gut im Rennen: Nach dem 27. Spieltag lag man auf einem Aufstiegsplatz. Bei nur einem Sieg und vier Niederlagen aus den nächsten Spielen waren die Aufstiegschancen vor dem letzten Spieltag nur noch theoretischer Natur. Die 1:5-Heimklatsche gegen Hannover 96 beendete auch die letzten Träume.

2002/03: Aller guten Dinge sind in Fürth nicht drei
Noch nie waren die Fürther so nah dran wie in dieser Saison: Dritter nach dem 32. Spieltag und mit Wacker Burghausen wartete eine lösbare Heimaufgabe. Doch gegen die bereits geretteten Bayern reichte es nur zu einem Unentschieden. Im entscheidenden Spiel beim Karlsruher SC setzte es eine Niederlage, am Ende stand zum dritten Mal in Folge der fünfte Tabellenplatz.

2004/05: Aufholjagd reicht nicht
Bis auf einen Punkt hatten sich die Mittelfranken zwei Spieltage vor Ende nach einer durchwachsenen Saison und der Rückkehr von Benno Möhlmann an die Aufstiegsränge herangearbeitet. Dann gab es eine Niederlage gegen 1860 München, die gleichbedeutend mit dem Ende der Aufstiegsträume war, da der Drittplatzierte Eintracht Frankfurt die beiden letzten Spiele der Saison gewann.

2005/06: Fünf Mal die Fünf
Das altbekannte Prozedere: Der Eroberung des dritten Tabellenplatzes am 25. Spieltag folgten drei sieglose Spiele. Nach schwankenden Leistungen war der Aufstieg vor dem letzten Spiel doch noch zum Greifen nah. Da die drittplatzierten Cottbuser ihr letztes Spiel gewannen, fiel die gleichzeitige Niederlage der Fürther nicht mehr ins Gewicht und "sicherte" zum fünften Mal in der Historie Platz fünf.

2006/07: Negativserie - reloaded
Da wurden Erinnerungen an 1999 wach: Punktgleich mit den drittplatzierten Duisburgern drei Runden vor Ende, stürzten drei Niederlagen - unter anderem gegen schon aufgestiegene Karlsruher - die Kleeblätter auf ihren Lieblingsrang zurück.

2007/08: Neuer Trainer - altes Leiden
Benno Möhlmann hatte frustriert die Kleeblätter verlassen, Bruno Labbadia sollte neues Glück bringen. Doch auch er sollte am Unaufsteigbar-Gen scheitern. Noch nach dem 28. Spieltag waren die Kölner auf Platz drei mit drei Punkten Vorsprung in Sichtweite. Die fehlende Konstanz in den Leistungen der Fürther, sich niederschlagend in zwei Siegen, zwei Remis und zwei Niederlagen, reichten am Ende dieser Saison sogar nur für den sechsten Platz.

2008/09: Eine der wenigen Konstanten in stürmischen Zeiten: Fürth steigt nicht auf
Aller guten Dinge sollten drei sein für Benno Möhlmann. Zurück an seiner alten Wirkungsstätte sollte es im neunten (!) Versuch endlich klappen. Und bis zum 23. Spieltag sah es auch gut aus für Hack & Co. Die Leistungen der Mannschaft waren ansprechend und wurden mit dem zweiten Platz belohnt. Es kam, was in Fürth immer auf einen Platz nahe der Sonne folgt: der Absturz des kleeblättrigen Ikarus. Was mit einer 1:5-Niederlage gegen die abstiegsgefährdeten Osnabrücker begann, endete nach einer kurzen Phase der Konsolidierung mit vier sieglosen Spielen kurz vor Ultimo und dem Ende aller Aufstiegshoffnungen. Einen Spieltag vor Toresschluss ist der dritte Platz nicht mehr zu schaffen und man rangiert mal wieder auf..... Platz fünf.

Greuther Fürth - die fünf steht
Neunmal hatten die Fürther gute Chancen auf den Aufstieg, neunmal scheiterte man so grandios wie kurios kurz vor dem Ende der Saison. Keine Mannschaft spielte seit der Fürther Rückkehr in der Profizirkus 1997 konstanter als die Kleeblätter: Immer erreichte man einen einstelligen Tabellenplatz, sechsmal war es der fünfte Tabellenplatz. Keine andere Mannschaft scheiterte aber auch in einer solchen Regelmäßigkeit an den eigenen Erwartungen. Verständlich, dass keiner in Fürth weiß, wie es weitergeht und ob ein zehnter Anlauf Richtung Bundesliga gewagt werden wird. Benno Möhlmann etwa ist sich über seine eigene Zukunft in Fürth noch nicht im Klaren, auch wenn sein kürzlich getätigter Ausspruch immer noch im Raum steht: "Mein Tag in Fürth wird kommen, wenn wir aufgestiegen sind." Auf einige Spieler muss der Verein bei einem etwaigen zehnten Versuch definitiv verzichten: Shqipran Skeraj, Sascha Kirschstein, Cidimar, Stefan Reisinger und Daniel Felgenhauer. Bei Thorsten Burkhardt, dessen Vertrag ausläuft, ist noch keine Entscheidung gefallen. Ungewisse Tage im Playmobil-Stadion.

FUSSBALL.DE/ Thorsten Grunow

 

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