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Scham, Wut und der Blick nach vorne

31.03.2013, 18:37 Uhr | FUSSBALL.DE, sid

Wie konnte das nur passieren? Fragend schauen sich die Spieler des HSV an.  (Quelle: imago\Camera 4)

Wie konnte das nur passieren? Fragend schauen sich die Spieler des HSV an. (Quelle: Camera 4/imago)

Mit einem deftigen 2:9 (0:5) wurde der HSV beim FC Bayern München abgefertigt. Nach dem Debakel in München versank der Klub in Scham. "Ich schäme mich, so eine Leistung im HSV-Trikot abgeliefert zu haben", sagte Kapitän Heiko Westermann bei LIGA total!. "Für mich ist es unverständlich, so leichtfertig die Tore her zu schenken." Auch Thorsten Fink war nach dem Abpfiff bedient. "Kein Spieler hat heute 20 Prozent seiner Leistung gebracht, jeder kann sich schämen für diese Leistung. Das war eine historische Niederlage für den HSV - das schmerzt besonders", sagt der Trainer.

Historisch deshalb, weil der HSV in der Bundesliga erst einmal so hoch verloren hat. Am 7. März 1964, in der Premieren-Saison der Eliteklasse, verlor der HSV mit den Torschützen Uwe Seeler und Charly Dörfel ebenfalls 2:9 (1:3) in München, aber bei 1860. Zwei weitere Male unterlag Hamburg mit sieben Toren Differenz: 1:8 am 26. September 1970 bei Rot-Weiß Oberhausen und 0:7 bei Borussia Dortmund am 20. Mai 1967. 0:5 zur Halbzeit - das gab es noch nie.

Fink: "Wir haben alle versagt"

Fink machte deutlich, dass nicht nur das indiskutable Auftreten seiner Mannen für den Kantersieg gesorgt hatte. "Der FC Bayern war heute super und wir superschlecht", sagte der Coach, der den Blick zugleich auf das nächste Spiel richtete. "Wir haben alle versagt, nicht nur das Team, das auf dem Platz steht - der Trainer gehört ja mit zum Team. Ich bin total sauer und enttäuscht, aber die Saison geht weiter. Wir müssen nächsten Samstag wieder die Kurve kriegen die die richtige Reaktion zeigen."

Die Verantwortlichen des Hamburger SV reagierten auf die deftige Pleite ihres Teams und strichen den Profis den freien Sonntag. Statt wie geplant nach Hause ging es für die Bundesliga-Mannschaft nach der Rückkehr aus München und einer Kabinenpredigt von Fink und Arnesen am Ostersonntag direkt auf den Trainingsplatz. "Völlig zu Recht", sagte Kapitän Heiko Westermann. Das Team möchte sich bei den HSV-Fans für das "unwürdige Auftreten entschuldigen", wie Torhüter René Adler betonte. Die Mannschaft lädt daher alle Anhänger am 20. April nach dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf zum gemeinsamen Grillen ein und übernimmt sämtliche Kosten für Essen und Getränke.

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Mit Freiburg wartet der nächste schwere Gegner

Ähnlich wie Fink sieht es Sportdirektor Frank Arnesen, der von einer "unfassbaren" Partie sprach. "Wir haben auch unseren Stolz", sagte Arnesen, "das werden wir nie vergessen." Trotz allem ging sein Blick in Richtung nächste Woche. "Die Spieler sind natürlich heiß darauf, so ein Debakel wie heute wieder gut zu machen. Nächsten Samstag müssen wir einen anderen HSV sehen", sagte der Däne vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. Dennoch bleibe so eine Schmach "in einem Fußballer-Herz sitzen".

Viel Zeit zum Wundenlecken bleibt den Hanseaten nicht. Der Tabellensiebte Freiburg hat einen Punkt mehr als der Neuntplatzierte aus Hamburg auf dem Konto und ist einer der Konkurrenten beim Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft.

Westermann fordert "klare Worte"

Vor dem Spiel hatten einige rund um den HSV noch von der Champions League geträumt, nur einen Punkt betrug der Rückstand auf Rang vier. An diesem Samstagabend war der HSV von europäischem Spitzenfußball so weit entfernt wie Altona 93. "Schlechter kann man nicht ausschauen, wir müssen nicht von Europa sprechen, sondern froh sein, dass wir 38 Punkte haben", sagte Westermann.

Um wieder die Kurve zu kriegen, nimmt Westermann auch die sportliche Führung in die Pflicht. "Das müssen diese Woche klare Worte fallen", sagte der Kapitän. Fast die Sprache verschlagen hatte es dagegen Uwe Seeler. "Ich halt mich da raus", sagte die Klub-Ikone am Tag nach dem Desaster: "Ich feier' lieber Ostern."

Quelle: FUSSBALL.DE, sid

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