18.03.2013, 10:40 Uhr | t-online.de
Uli Hoeneß (li.) stutzt Franz Beckenbauer zurecht. (Quelle: dpa)
Der FC Bayern ist noch einen Schritt von der Meisterschaft: Den Münchnern fehlen noch fünf Punkte zur Meisterschaft - im Pokal und der Champions League hat man gute Chancen auf den Titel. Trotzdem scheint Uli Hoeneß nicht zufrieden zu sein. Nach seiner Brandrede unter der Woche kritisierte er auch nach dem Sieg in Leverkusen wieder einmal Gott und die Welt. Und den Kaiser: "Franz Beckenbauers Einfluss ist absolut null", sagte Hoeneß dem "kicker".
Er stellte damit unmissverständlich klar, wer beim Rekordmeister den Hut auf hat. "Die Ansprechpartner in Sachen Fußball sind Karl-Heinz Rummenigge und ich." Hoeneß lässt sich nicht gerne reinreden. Er will die Zügel selbst in der Hand halten.
Ab der nächsten Saison wird es aber einen neuen starken Mann an der Seite des Führungs-Duos geben: Pep Guardiola. Von ihm ist Hoeneß schon jetzt angetan: "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er sich sehr wohlfühlen wird in unserem Klub. Er ist eine sehr offene Person, emotional, das mögen wir." Hoeneß geht fest davon aus, dass in Zukunft Harmonie herrschen wird beim FC Bayern: "Ich garantiere, dass Pep keine Probleme mit uns haben wird, denn wir liegen auf einer Wellenlänge."
Anders sah das noch bei Louis van Gaal aus. Ihn nannte Hoeneß erneut als Beispiel dafür, wie es nicht geht: "Louis van Gaals größtes Problem ist, dass er meint, er sei Gottvater und dass er schon da war, bevor die Welt existierte. Er ist ein sehr guter Trainer, glaubt aber, mehr als ein Trainer zu sein, mehr als Gott, mehr als jeder", so Hoeneß.
Einmal in Rage nahm sich Hoeneß dann auch gleich noch FIFA-Boss Sepp Blatter vor. Seine Rücktritts-Ankündigung für 2015 sei "die beste Botschaft, die er in den letzten drei Jahren in die Welt sandte". Hoeneß selbst könnte sich nicht vorstellen, für den Fußball-Weltverband zu arbeiten. "Wenn ich für diese FIFA verantwortlich wäre, würde ich verrückt werden. Wenn zehn Prozent davon bei Bayern München passieren würden, würde ich sofort abtreten."
Das wird so schnell allerdings wohl nicht passieren. Ein paar Kandidaten für seine Nachfolge hat er dennoch bereits im Blick. Und zwar aus den eigenen Reihen. "Philipp Lahm oder Thomas Müller kannst du in fünf, zehn Jahren in eine Position im Klub hieven." Die aussichtreichsten Chancen stellt er überraschender Weise dann aber einem aus, der noch gar nicht so lange dabei ist: "Manuel Neuer kann in zehn Jahren Manager werden, das garantiere ich."
Bis dahin vergeht aber noch eine lange Zeit. Deswegen erinnert er noch einmal mit Nachdruck an die sportlichen Ziele. Hoeneß wird sogar richtig deutlich: "Wir wollen die Champions League gewinnen. Wir sind hungrig auf diesen Titel - haben sogar Bärenhunger darauf."
Erst dann freut er sich auf die Zusammenarbeit mit Guardiola. Und gibt ihm sogar gleich noch einen guten Rat mit auf den Weg: "Ich spreche nur, wenn wir verlieren. Es ist ganz leicht für Pep: Er muss nur alle Spiele gewinnen, dann sagt keiner ein Wort."
Quelle: t-online.de
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