01.10.2009, 13:03 Uhr
Trainer Torsten Fröhling (li.) von Holstein Kiel mit Assistent Andreas Thom. (Foto: imago)Torsten Fröhling, seit knapp zwei Wochen Trainer bei Holstein Kiel, liebt Herausforderungen. "Einfach ist nicht mein Ding", sagt der 43-Jährige und schiebt lachend nach: „Das kann ja jeder.“ Bei den Kieler "Störchen" steht der Fußball-Lehrer vor seiner bisher größten sportlichen Aufgabe. Zum ersten Mal steht Fröhling, der sich zuletzt um die Kieler U 23-Reserve gekümmert hatte, bei einem Drittligisten in der Verantwortung. Als Nachfolger des erfahrenen Falko Götz soll er den Aufsteiger, der bisher deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist, in ruhigeres Fahrwasser bringen.
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Besondere Atmosphäre gegen Stuttgarter Kickers
Seine Premiere war beim 1:0 im Heimspiel gegen den FC Heidenheim sofort erfolgreich. Beim Tabellenschlusslicht Wuppertaler SV Borussia kassierte der KSV zuletzt aber eine 3:5-Auswärtsniederlage. Jetzt steht das dritte Spiel unter der Regie des neuen Trainers gegen den VfB Stuttgart II an. Zum ersten Mal kommt dabei die neu errichtete Flutlicht-Anlage zum Einsatz. „Natürlich freuen wir uns auf die besondere Atmosphäre bei einem Abend-Spiel. Entscheidend ist aber, dass wir den spielstarken Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen und der jungen Stuttgarter Mannschaft den Schneid abkaufen“, gibt Fröhling als Marschroute aus.
Neun Spielerausfälle
Dabei sind die Voraussetzungen aus Kieler Sicht alles andere als optimal. Mit den Torhütern Ivan Belyaev und Michael Frech sowie Peter Schyrba, Jan Sandmann, Jan Hoffmann, Fiete Sykora, Tim Jerat, Florian Ziehmer und Florian Meyer sind mehr als ein halbes Dutzend Spieler verletzt oder angeschlagen. Außerdem ist Christopher Lamprecht rot-gesperrt. „Wir jammern nicht. Jetzt müssen eben andere Spieler zeigen, was sie drauf haben. Ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft“, so Fröhling.
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Prominente Co-Trainer
Unterstützt wird Fröhling bei seiner Arbeit von den Co-Trainern und Ex-Profis Andreas Thom und Klaus Thomforde. Das Duo hatte auch schon unter Falko Götz als Assistenz-Trainer gearbeitet. „Mit Andreas habe ich die A-Lizenz erworben, mit Klaus bei St. Pauli zusammengespielt. Das ist sicher kein Nachteil. Wir arbeiten als Team zusammen. Nur so geht es“, beschreibt Fröhling die tägliche Arbeit.
Fröhling: "Riesen-Chance"
Etwas überrascht war Fröhling schon, als ihn Kiels Präsident Roland Reime fragte, ob er die Nachfolge von Falko Götz antreten wolle. „Ich bin sehr stolz, dass mir diese Aufgabe zugetraut wird. Für mich ist das eine Riesen-Chance“, war die Freude bei Fröhling groß.
Spielbeobachtung in Wiesbaden
Wie es mit Torsten Fröhling beim ambitioniert gestarteten Neuling Holstein Kiel weiter geht, ist noch nicht endgültig geklärt. Auf die Frage, was er nach dem Stuttgart-Spiel machen wird, antwortet der Blondschopf: „Ich werde mir Samstag unseren nächsten Gegner SV Wehen Wiesbaden beim Auswärtsspiel in Dortmund ansehen.“ Das ist nur ein Beleg dafür, dass Fröhling die ihm gegebene Chance bei den "Störchen" mit akribischer Arbeit nutzen will. „Ich habe mir im Leben immer Ziele gesetzt und bin bereit, hart dafür zu arbeiten“.
Holstein-Präsident lässt sich Zeit
Möglicherweise wird der Interimstrainer aber sogar zur Dauerlösung. Holstein-Präsident Reime ließ sich bei der Vorstellung des neuen Trainers alle Optionen offen: „Wir werden nicht hektisch agieren und dann professionell nach einer Lösung suchen. Eine Weiter-Beschäftigung von Torsten Fröhling ist nicht ausgeschlossen.“
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