19.05.2010, 06:39 Uhr
Hat in Köln studiert: Reinaldo Rueda. (Foto: imago)Honduras war die Überraschung in der Nord- und Mittelamerika-Gruppe. Zum zweiten Mal nach 1982 qualifizierte sich der Außenseiter für eine Weltmeisterschaft. Bei der Premiere vor 28 Jahren schafften die Catrachos, wie die Einwohner von Honduras in Mittelamerika genannt werden, nicht nur die sensationelle Qualifikation.
In der Gruppenphase gelangen ihnen sogar zwei Remis, gegen Gastgeber Spanien und gegen Nordirland. Dort gilt es nun anzuknüpfen.
Den ersten Auftritt in der aktuellen WM-Qualifikation hatte das Team gegen Puerto Rico. Honduras setzte sich mit 4:0 und 2:2 ungefährdet durch. In der darauf folgenden ersten Gruppenphase gelang ein erstes Ausrufezeichen, Honduras sichert sich den Gruppensieg vor Favorit Mexiko. In der dritten und entscheidenden Runde musste die Mannschaft dann zwar Mexiko den Vortritt lassen, sicherte sich aber den dritten direkten Qualifikationsplatz vor dem punktgleichen Team aus Costa Rica, dem WM-Teilnehmer von 2006. Ein 1:0 in El Salvador am letzten Spieltag bescherte das Ticket für Südafrika.
Reinaldo Rueda hat das Team 2007 übernommen. Er gilt als akribischer, freundlicher Arbeiter und als Vater des aktuellen Erfolges der Nationalmannschaft. Der Kolumbianer arbeitete zunächst bei mehreren Klubs in seinem Heimatland, bevor er sich dem Jugendfußball widmetete. Mit Kolumbiens Nachwuchsmannschaften feierte er große Erfolge. So wurde er 2003 mit der U 20 WM-Dritter und im gleichen Jahr mit der U 17 WM-Vierter. Danach stieg Rueda zum Trainer der A-Nationalmannschaft auf. Der 52-Jährige hat an der Sporthochschule Köln studiert. Da verwundert es nicht, dass er auch an Trainingsmethodik interessiert ist, in Kolumbien die Trainerausbildung mitgestaltete und in Honduras den Fußball insgesamt weiterentwickeln möchte.
Honduras' Hoffnung: David Suazo. (Foto: imago)David Suazo gilt als einer der talentiertesten Fußballer seines Landes. 1999 schaffte der Cousin des früheren Kölners Maynor Suazo den Sprung über den großen Teich zum italienischen Klub Cagliari Calcio. In sieben Spielzeiten brachte er es dort auf 255 Einsätze und 95 Tore in der ersten und zweiten Liga, was ihm den Spitznamen El Pantero, der Panther, einbrachte. Und einen Vertrag bei einem Spitzenklub, denn 2007 blätterte Inter im Wettstreit mit dem Lokalrivalen AC Mailand stolze 14 Millionen Euro für den Mittelstürmer auf den Tisch. Suazo dankte es mit acht Toren in 24 Spielen und freute sich am Ende der Spielzeit über den Meistertitel. 2008 für ein Jahr an Benfica Lissabon ausgeliehen, konnte sich Suazo in der aktuellen Saison noch nicht so recht bei Inter in Szene setzen.
Der Stamm der Mannschaft spielt in der schwachen heimischen Liga. Es sind aber auch mehrere Legionäre aus Europa dabei, darunter neben Suazo zwei weitere aus Italiens Serie A und zwei aus Englands Premier League. Zu letzteren gehört Wilson Palacios, der zu Saisonbeginn für satte 17 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur wechselte. Ein Nachteil könnte sein, dass einige Stützen der Mannschaft bereits die 30 überschritten haben, etwa Torwart Noel Valladares (32), Verteidiger Ivan Guerrero (31) oder auch der Rekordtorschütze Carlos Pavon (35). Honduras könnte auch bei der WM für die eine oder andere Überraschung sorgen, aber um die Vorrunde zu überstehen braucht das Team Glück.
Honduras im Überblick:
| |
Spitzname | La Bicolor, La Seleccion, Los Catrachos |
Trainer | Reinaldo Rueda |
Kapitän | Amado Guevara |
Größter Erfolg | Vizemeister Nord- und Zentralamerika 1991 |
FIFA-Weltranglistenplatz | 38 |
Bisherige WM-Teilnahmen | 1 |
Bilanz gegen Deutschland | - |
Quelle: t-online.de
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