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Wiedereinwechseln im Amateurfußball: Eine Option für die Profis?

30.12.2012, 17:41 Uhr | FUSSBALL.DE

Wiedereinwechseln ist bei den Amateuren mittlerweile erlaubt. (Quelle: imago\Kraft)

Wiedereinwechseln ist bei den Amateuren mittlerweile erlaubt. (Quelle: Kraft/imago)

von Marc L. Merten

"Er sollte die Sportart wechseln!" Solche Kommentare schlugen Louis van Gaal im März 2010 massenhaft aus den Fußballklubs der Republik entgegen, als der damalige Trainer des FC Bayern es gewagt hatte, Regeländerungen für den Profifußball zu fordern. Er hatte beklagt, der Fußball müsse sich mehr an anderen Sportarten orientieren, um das Spiel weiterzuentwickeln und schneller zu machen.

Der Holländer meinte damit vor allem Handball, Eis- und Feldhockey. Dort fand van Gaal, was er im Fußball auch gerne sehen würde: unter anderem das flexible Ein- und Auswechseln von Spielern. Der Fußball würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn er sich auf drei Wechsel pro Team versteife. Zu viele Vorteile habe das sogenannte "Interchanging".

"Es gibt viele kritische Stimmen"

Zwei Jahre später ist der Fußball hierzulande weiter. Wenngleich nur zaghaft, wagen sich die Landesverbände in Deutschland an das "Wiedereinwechseln". Bayern machte schon 2010 den Anfang, nun zogen weitere Verbände nach, unter anderem Hessen. Die Regelung gilt allerdings nur für die Amateurklassen, in Hessen von der Kreisliga D bis hin zur Kreisoberliga.

Die Skepsis war und ist groß. "Es gibt noch immer viele kritische Stimmen", sagt Klaus Menke vom DFB-Ausschuss für Breitensport. Die Vorurteile sind fest verankert, Traditionalisten sehen wie so oft gleich die Seele des Fußballspiels in Gefahr. Regeländerungen würden die Zuschauer nur verwirren, das Gesamtprodukt sei ausgereift und bedürfe keiner Erneuerung. Schon gar nicht aus Sportarten, die im Schatten von König Fußball stehen.

Regel-Auslegung sorgt für Unzufriedenheit

Die größte Befürchtung war, dass das Spiel durch die vielen Wechsel seinen Fluss verliert. Und tatsächlich klagen die hessischen Spieler und Trainer nach der ersten Hinrunde mit dieser Regel diesen Umstand. Das allerdings liegt auch an der Umsetzung. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist im deutschen Amateurfußball nicht jeder Spieler, der auf der Bank sitzt, auch sofort spiel- und damit einwechselberechtigt. Lediglich drei Spieler können während der 90 Minuten als Ersatzspieler beliebig häufig ein- und wieder ausgetauscht werden.

"Für die Schiedsrichter bedeutet jeder zusätzliche Wechsel einen Mehraufwand", sagt Menke. Denn der Referee muss bei jedem Wechsel das Spiel unterbrechen und kontrollieren, ob auch der richtige Spieler das Feld betritt. Ein Problem, das in anderen Sportarten wie dem Eishockey durch fliegende Wechsel eleganter und spielflussfreundlicher gelöst wurde.

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Schlechte Nachrichten für van Gaal

Dabei bringt die Idee des Wiedereinwechselns, wenn sie flüssig funktioniert, viele Vorteile für Trainer und Spieler. "Die Trainer können taktisch jederzeit reagieren", erklärt Menke. So stünde ihnen die Möglichkeit offen, auf einen Rückstand umgehend zu reagieren, einen weiteren Stürmer zu bringen und diesen wieder auszuwechseln, sollte der Ausgleich erzielt werden. "Sie können aber auch lange verletzte Spieler über das Interchanging wieder an die Stammelf heranführen. Zudem bekämen Spieler, die bislang 90 Minuten auf der Bank saßen, nun regelmäßig Einsatzzeit. "Und Hitzköpfe die nötige Abkühlung auf der Bank, bevor sie eine Dummheit begehen", ergänzt Menke.

Louis van Gaal hätte beim FC Bayern wohl auch gerne rückgewechselt. Gerade seinen so verletzungsanfälligen Lieblingsspieler Arjen Robben hätte er so schneller, besser und nachhaltiger gesundheitlich aufbauen können. Doch was bei den Amateuren funktioniert, ist aus Sicht der Regelhüter für den Profibereich offenbar nicht umsetzbar. "Der Breitensport ist zwar die Ideenwerkstatt für die Profis. Wir sind die Spielwiese für das, was eventuell auch mal höherklassig in Frage kommen könnte." Große Chancen sieht Menke aber nicht. "Für höhere Ligen ist das Rückwechseln nicht geeignet." Das wird van Gaal nicht gerne hören.

Quelle: FUSSBALL.DE

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