10.02.2012, 11:32 Uhr
Der FC Bayern München muss in den kommenden Wochen ohne Bastian Schweinsteiger (Mitte) auskommen. (Quelle: imago)
Bastian Schweinsteigers fällt verletzt aus - für den FC Bayern München ein Déjà-vu-Erlebnis. Nach seinem Außenbandriss im rechten Sprunggelenk wird der Denker und Lenker im Bayern-Mittelfeld seinem Klub rund einen Monat nicht zur Verfügung stehen. Bereits nach seinem Schlüsselbeinbruch im November kam der Rekordmeister anschließend völlig aus dem Tritt. Jetzt droht den Bayern erneut das gleiche Schicksal.
"Es wäre fatal, wenn er länger ausfallen würde", sagte Jupp Heynckes bereits in den Katakomben des Stuttgarter Mercedes-Benz Arena nach dem teuer erkauften 2:0-Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale. Der Bayern-Trainer ahnte da schon die Schwere der Verletzung. Am folgenden Tag kam die Bestätigung. Außenbandriss, vier Wochen Pause, mindestens!
Heynckes Sorgenfalten sind berechtigt. Als sich Schweinsteiger am 2. November 2011 einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, ging das Formbarometer in der Folgezeit rapide nach unten. An diesem Tag wurde der SSC Neapel in der Königsklasse in einem furiosen Spiel mit 3:2 besiegt. Es war der Höhepunkt einer bis dato nahezu perfekten Saison. Anschließend quälte sich der FC Bayern in die Winterpause.
Mit zwei aufeinanderfolgenden Pleiten gegen Dortmund (0:1) und in Mainz (2:3) verspielte man einen komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze. Nach dem Stotter-Start in die Rückrunde ist die Tabellenführung gänzlich an den großen Rivalen Dortmund verloren worden und ausgerechnet jetzt fällt das Herzstück der Mannschaft erneut aus.
In der Bundesliga wird Schweinsteiger gegen den 1. FC Kaiserslautern, in Freiburg, gegen den FC Schalke 04 und in Leverkusen ziemlich sicher nicht zur Verfügung stehen. Auch in der Champions League gegen den FC Basel muss der FC Bayern ohne seinen 90fachen Nationalspieler auskommen.
Treten die Münchner in diesen Partien ähnlich uninspiriert auf, wie am Ende der Hinrunde, könnten zwei Titelchancen bereits verspielt sein, bevor Schweinsteiger wieder mitwirken kann. Kein Wunder, dass Heynckes von einem "herben Verlust" spricht. "Das ist für ihn wahnsinnig schade - und für uns als Mannschaft sowieso. Er ist ein ganz wichtiger Spieler", sagte der Coach.
Man darf gespannt sein, wie der 66-Jährige seinen Regisseur ersetzen wird. Nochmals wird er den Fehler nicht wiederholen und Toni Kroos von der Zehner-Position auf die Sechs zurückziehen, Thomas Müller hinter der einzigen Spitze Mario Gomez platzieren und Arjen Robben auf den rechten Flügel beordern. Das ging im Herbst gewaltig schief. Zumal spätestens nach dem Stuttgart-Spiel klar sein dürfte, dass Kroos in der Zehner-Rolle unverzichtbar für das Offensivspiel der Münchner geworden ist.
Folglich könnte die Stunde des jungen David Alaba schlagen, der Schweinsteiger bereits nach seinem Ausfall beim VfB ersetzt hatte und mit seiner dynamischen Spielweise durchaus zu überzeugen wusste. Doch was wird dann aus Robben? Für den Dribbelkünstler scheint derzeit kein Platz im Bayern-Team zu sein.
Wie lange hält die niederländische Diva still? Müller spielte in Stuttgart stark und bereitete beide Tore vor. "Das ist schwer für einen Trainer: Robben oder Müller auf rechts", sagte selbst Franck Ribéry. Auf Heynckes wartet jedenfalls keine leichte Zeit. Schließlich zählen an der Säbener Straße nur Siege. Und die sind nach dem Ausfall Schweinsteigers deutlich schwerer zu erringen.
Quelle: FUSSBALL.DE
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