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WM 2010

Die Azzurri träumen von der Titelverteidigung

03.12.2009, 17:11 Uhr

Bei Italien im Zentrum: Torwart Buffon. (Foto: imago) Bei Italien im Zentrum: Torwart Buffon. (Foto: imago)Den WM-Titel zu verteidigen - seit Brasilien 1962 ist das keiner Mannschaft mehr gelungen. Die Squadra Azzurra geht also mit der größtmöglichen Herausforderung in das Turnier in Südafrika. Die Voraussetzungen dazu sind ordentlich, aber längst nicht glänzend.

Schließlich entwickelt sich die Serie A, das Rückgrat der Nationalelf, seit einigen Jahren merklich zurück. AC Mailand, Juventus Turin und Inter Mailand - die Topklubs des Landes spielen in Europa nicht mehr die führende Rolle.

Die Qualifikation

Schon des öfteren in ihrer reichen Geschichte hat sich die große Fußballnation Italien in der Qualifikation für ein Turnier schwergetan, doch diesmal lief alles glatt. In einer Gruppe mit Irland, Zypern, Bulgarien, Georgien und Montenegro hatte der Titelverteidiger keine Mühe. Ohne Niederlage sicherte sich die Squadra Azzurra frühzeitig die WM-Teilnahme. Zwei der drei Remis kassierte Italien im ganz besonderen Duell mit Irland - ganz besonders, weil der frühere italienische Nationalcoach Giovanni Trapattoni auf der Gegenseite stand.

 

Der Trainer

Nach dem Viertelfinal-Aus bei der Europameisterschaft 2008 wurden in Italien schnell die Rufe nach Marcello Lippi laut, dem Helden der WM 2006. Der Meister ließ sich nicht lange bitten und sprang als Nachfolger Roberto Donadonis erneut als Commissario Tecnico für die historische Mission der Titelverteidigung ein. Lippi hat die Azzurri schnell wieder auf Kurs gebracht, das Vorrunden-Aus beim Confed Cup 2009 in Südafrika wird allgemein als Betriebsunfall gewertet. Lippi gilt als kühler Analytiker mit großen strategischen Fähigkeiten, der zwar viel Wert auf eine geordnete Defensive legt, bei Bedarf aber auch alles auf eine Karte setzt. Wie im WM-Halbfinale 2006, als er in der Schlussphase die Müdigkeit der deutschen Elf erkannte und de facto mit drei echten Spitzen spielen ließ.

Der 61-Jährige macht sich nicht viel aus großen Namen und stellt den Teamgedanken stets über alles. So standen bei der WM einige bis dahin relativ unbekannte Spieler von kleineren Klubs wie US Palermo oder Udinese Calcio im Kader, weil sie besser ins Gefüge passten. Die Squadra Azzurra ist seine Familie. Als Vereinstrainer feierte Lippi mit Juventus Turin große Erfolge. Er holte er fünf Mal den Scudetto, die italienische Meisterschaft, sowie einmal den Pokal. Er gewann die Champions League und auch den Weltpokal.

 

Der Star

Er ist wahrscheinlich der beste Torwart der Welt: Gianluigi, genannt Gigi, Buffon. Als einziger Spieler überhaupt wurde er vier Mal zum Welttorhüter des Jahres gewählt. Schon mit 17 Jahren gab der junge Gigi 1995 im Trikot des AC Parma sein Profidebüt in der italienischen Serie A. Mehrere Jahre widersetzte er sich dem Werben großer europäischer Klubs, bis Juventus Turin 2001 die bis heute gültige Rekordsumme für einen Keeper in Höhe von umgerechnet 54 Millionen Euro bot. Mit der Juve holte er alle möglichen italienischen Titel und den UEFA-Pokal. In der Champions League scheiterte er 2003 erst im Finale - im Elfmeterschießen gegen den Ligakonkurrenten AC Mailand. Im Gegensatz zu Fabio Cannavaro und Co. blieb Buffon Juve auch treu, als diese 2006 aufgrund des Manipulationsskandals in die zweite Liga absteigen musste. Der Keeper trug seinen Teil dazu bei, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. In jüngerer Zeit war er öfter verletzt, aber mit großartigen Paraden hat er sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Aus der Nationalelf ist der reaktionsschnelle Riese nicht wegzudenken, seinen jetzt schon über hundert Einsätzen wird er vermutlich noch viele hinzufügen.

Die Aussichten

Der Stamm der Weltmeisterelf ist den Azzurri erhalten geblieben, aber auch vier Jahre älter geworden. Dazu kommt das eine oder andere Talent aus der Serie A oder etwa ein Guiseppe Rossi von Villarreal aus Spanien. Technisch und taktisch kann niemand den Italienern etwas vormachen, die Abwehr steht traditionell kompakt. In der Offensive aber wünschen sich die Tifosi etwas mehr Drive, mehr jedenfalls als bei der verpatzten WM-Generalprobe Confed Cup.  Bis zum Viertelfinale sollten die Weltmeister von der Titelverteidigung träumen können.

Italien im Überblick:

Spitzname

Squadra Azzurra

Trainer

Marcelo Lippi

Kapitän

Größter Erfolg

Weltmeister 1934, 1938, 1982, 2006

FIFA-Weltranglistenplatz

4

Bisherige WM-Teilnahmen

16

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland

Quelle: t-online.de

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