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Johannes Rahn setzt sich durch

19.12.2011, 11:29 Uhr

Johannes Rahn traf im November drei Mal für seine Arminia.  (Quelle: imago)

Johannes Rahn traf im November drei Mal für seine Arminia. (Quelle: imago)

Johannes Rahn hat's gepackt. Der Bielefelder ist "Spieler des Monats November" in der 3. Liga und ließ bei der Wahl von DFB.de und FUSSBALL.DE Marius Laux (Saarbrücken), Andreas Sponsel (Erfurt), Nicky Adler (Burghausen) und Robert Lechleiter (Aalen) hinter sich. Rahn steht stellvertretend für den Aufwärtstrend bei der Arminia, die zeitweilig abgeschlagen am Tabellenende lag und jetzt ein gutes Polster zu den Abstiegsrängen hergestellt hat.

In den zurückliegenden acht Spielen gelangen dem Mittelfeldspieler sechs Treffer - und er ist zuversichtlich, dass es im neuen Jahr so weitergeht. Mit ihm und mit der Arminia.

FUSSBALL.DE: Herr Rahn, Glückwunsch zur Auszeichnung. Was bedeutet Sie Ihnen?

Johannes Rahn: Danke, das bedeutet mir viel. Die ersten Spiele waren nicht einfach für mich. Ich habe manchmal draußen gesessen, war auch mit mir selbst unzufrieden und wusste nicht, warum es so lief. Dass ich jetzt wieder meine Leistung bringe und mit dieser Mannschaft erfolgreich bin, das freut mich sehr. Diese Auszeichnung zeigt mir, dass ich doch ganz gut spielen kann.

Nicht nur bei Ihnen verlief die Hinrunde ziemlich ungewöhnlich, auch beim ganzen Verein.

Ja, das war schon sehr turbulent. Die ersten elf Spiele haben wir nicht gewonnen, das hatten wir so natürlich nicht eingeplant. Aber zum Glück haben wir gegen Ende wieder die Kurve bekommen und uns sehr gesteigert.

Warum lief es denn zu Beginn so holprig?

Manchmal entscheiden echt nur Kleinigkeiten. Wir haben zu Anfang bestimmt nicht immer schlecht gespielt, aber halt auch oft Pech gehabt. Nach dem Trainerwechsel haben wir alle die Festplatte gelöscht und von Null angefangen. Das war wahrscheinlich genau das Richtige. Denn dann sind wir rausgegangen und haben Fußball gespielt, wie ihn die Fans sehen wollen. Wir natürlich auch. Wir haben alles gegeben, mit Herz gespielt. Und, ganz wichtig: Wir haben die Fans wieder auf unsere Seite gebracht. Sie haben es uns abgenommen, dass wir alles gegeben haben, um wieder erfolgreich zu sein. Diese Unterstützung ist für einen Fußballer ganz wichtig. Es macht jetzt richtig Spaß, auf der Alm zu spielen. Als wir am Anfang ausgepfiffen wurden, war es schon schwierig, auch wenn wir die Fans natürlich irgendwie auch verstehen konnten.

Arminias Mannschaft wurde nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga fast komplett neu zusammengestellt. War das auch ein Grund für die Startprobleme?

Ja, das kann schon sein. Fast alle waren neu in Bielefeld, da muss man sich erst neu zusammenfinden. Das hat seine Zeit gedauert. Aber trotzdem sollte man deshalb nicht elf Spiele am Stück sieglos bleiben. Die Qualität in der Mannschaft ist ja da, das sieht man an unseren Ergebnissen in den letzten Spielen vor der Winterpause.

Das Team ist überaus jung. Mit 25 gehören Sie schon zu den älteren Spielern, zu denen mit Verantwortung. Ist das eine ungewohnte Situation für Sie?

In der Form schon, aber das ist auch eine Herausforderung. In Koblenz kam ich damals aus der eigenen Jugend und hatte dann nicht wirklich viel zu sagen. (lacht) In Stuttgart änderte sich das, weil ich da in der U 23-Mannschaft einer der Älteren war. Jetzt in Bielefeld hat das neue Ausmaße angenommen, die ich vorher nicht kannte. Aber ich finde es gut so, daran kann man nur wachsen. Wir haben eine sehr talentierte Mannschaft, gerade spielerisch haben wir eine Menge Potenzial. Und inzwischen haben wir auch gelernt, über den Kampf ins Spiel zu finden. Denn nur so kann man in dieser Liga bestehen. Das Spielerische kommt dann von ganz allein.

Sie haben in den zwei Jahren zuvor insgesamt vier Treffer erzielt, jetzt sind es nach 19 Einsätzen schon acht. Hat Ihnen jemand gezeigt, wo das Tor steht?

(lacht) Könnte man meinen. Es stimmt schon, ich war bisher nicht wirklich als Torjäger bekannt. In der vorigen Saison bei Koblenz hatte ich sehr viele Chancen und habe wenig daraus gemacht. Jetzt klappt es einfach, ich habe einen richtigen Lauf. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Aber ich muss das auch nicht unbedingt ergründen. Hauptsache, die Bälle gehen rein.

Bielefeld stand lange ganz tief im Tabellenkeller. Jetzt sind es sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, und obwohl der Klub Vierzehnter ist, sind es nur sechs Punkte bis zum Relegationsplatz. Werden jetzt die Ziele neu gesteckt?

Das ist natürlich eine Motivation, aber wir wissen das auch einzuschätzen. In der Liga ist alles sehr eng. Da kann es schnell in die eine oder andere Richtung gehen. Das haben wir ja selbst schon gemerkt. Wir sind Vierzehnter, deshalb sollten wir eher in die unteren Regionen schauen, aber es ist doch schön, zu wissen, dass der Abstand nach oben auch nur sechs Punkte beträgt. Wenn wir an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen können, haben wir auch eine Chance weiter nach oben zu kommen.

Zum Abschluss gab es am Samstag ein 5:2 beim VfB Stuttgart II. Mit welchen Gefühlen gehen Sie jetzt in das neue Jahr?

Es ist eigentlich schade, dass jetzt die Pause kommt, weil es gerade so gut läuft. Ich denke, wir haben in der letzten Zeit alles richtig gemacht, sehr gut gearbeitet. Wir werden auch in der Vorbereitung wieder alles tun. Und warum soll es dann nicht so weitergehen?

Wenn Sie das sagen, klingt das so, als würden Sie doch noch ein bisschen nach oben schauen.

Nicht unbedingt. Wir sind in den vergangenen Wochen gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel und von Training zu Training zu schauen. Das wollen wir weiter so machen. Dann schauen wir mal, wo wir am Ende landen.


Quelle: FUSSBALL.DE

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