03.12.2009, 17:11 Uhr
Samuel Eto'o lässt sich herzen. (Foto: imago)Seit Roger Millas Eckfahnentänzen 1990 in Italien wartet die Welt auf den ganz großen Durchbruch des afrikanischen Fußballs. Lange Zeit schienen die Unbezähmbaren Löwen prädestiniert, diese Vorreiterrolle für den Kontinent zu übernehmen.
Doch dann gab es viele Rückschläge und Kamerun wurde von anderen Nationen wie Nigeria oder der Elfenbeinküste überholt. Nachdem das Team sogar das Turnier 2006 verpasste, wollen Eto'o und Co. nun wieder an bessere Zeiten anknüpfen.
Kapverde, Tansania und Mauritius waren in der ersten Gruppenphase keine Gegner für die Unbezähmbaren Löwen. Nur das Remis gegen Tansania störte die ansonsten perfekte Bilanz. Nach einem Fehlstart in der zweiten Runde gegen Togo (0:1) und Marokko (0:0) sorgten ein Trainerwechsel und vier Siege in Folge doch noch für das Happy End. Mit einem ungefährdeten 2:0-Sieg in Marokko schnappte sich Kamerun die WM-Teilnahme und verwies Gabun auf den wertlosen zweiten Platz.
Früherer Lyon-Meistercoach: Le Guen. (Foto: imago)Paul Le Guen hat sich in seiner Heimat Frankreich einen Namen als hervorragender Trainer und Fußballfachmann gemacht. Der frühere Verteidiger von Paris Saint-Germain begann seine zweite Karriere als Coach bei Stade Rennes, feierte seine größten Erfolge aber auf der zweiten Station bei Olympique Lyon. Er übernahm die frischgebackene Meistermannschaft 2002 von Jacques Santini und verteidigte drei Mal hintereinander den Titel in der Ligue 1. 2006 verließ er den Serienmeister in Richtung Glasgow Rangers, stolperte aber nach nur sieben Monaten über einen Machtkampf mit Kapitän und Publikumsliebling Barry Ferguson. Nach einem zweijährigen Intermezzo bei seinem früheren Klub Paris heuerte der heute 45-Jährige als Nationalcoach von Kamerun an. Er ist dort der Nachfolger des Deutschen Otto Pfister, dem nach dem Fehlstart in der Qualifikation der Erfolg nicht mehr zugetraut wurde. Bei den feierfreudigen Super Eagles ist Le Guen aufgrund seiner Vorliebe für Disziplin ein wenig unbeliebt. Auch dass er Routinier Rigobert Song als Kapitän absetzte, hat ihm nicht nur Freunde eingebracht.
Superstar bei Inter Mailand: Samuel Eto'o. (Foto: imago)Samuel Eto'o gehört zu den ganz Großen des Weltfußballs. In seinen fünf Jahren beim FC Barcelona hat er 108 Tore in 145 Liga-Partien erzielt. Der Stürmer ist schnell, sicher am Ball und im Abschluss und kann rasch zum Albtraum eines jeden Verteidigers werden. Bei Real Madrid war er einst verschmäht worden, weswegen es dem Stürmer stets eine große Freude war, mit Barca gegen den Erzrivalen zu gewinnen - und die alten Kollegen auch schon mal ordentlich zu verhöhnen. Mit den Katalanen hat er alle Titel errungen. Zu den beiden Siegen in der Champions League 2006 und 2009 steuerte er standesgemäß Treffer bei, im letzteren Fall den alles entscheidenden. Im Sommer wurde er in einem viel diskutierten und oft kritisierten Tausch für Zlatan Ibrahimovic zu Inter Mailand transferiert. In der Nationalmannschaft ist Eto'o Kapitän. Auch bei den Super Eagles hat er eine unglaubliche Torquote, rein statistisch trifft er in jedem zweiten Spiel. Für die Qualifikation zur WM bedankte er sich bei seinen Kollegen auf eine ganz spezielle Art: Jeder Teamkollege bekam von ihm eine goldene Luxusuhr. Insgesamt 800.000 Euro soll Eto'o für diese Erfolgsprämie ausgegeben haben.
In Samuel Eto'o hat Kamerun einen Superstar in seinen Reihen, und in Paul Le Guen einen etablierten Trainer. Aber ob das zu einer ordentlichen Rolle bei der WM in Südafrika reichen wird? Eher nicht. Die meisten Spieler Kameruns kommen aus der zweiten Reihe ihrer europäischen Ligen, etwa vom VfL Bochum wie Joél Epalle oder Mohamadou Idrissou vom SC Freiburg. Trotz der großen Routine eines Rigobert Song (Trapzonspor) oder eines Geremi (Newcastle) - der Kader reicht im Normalfall nur für das Erreichen des Achtelfinals.
Kamerun im Überblick:
| |
Spitzname | Die unbezähmbaren Löwen |
Trainer | Paul Le Guen |
Kapitän | Samuel Eto'o |
Größter Erfolg | Afrikameister 1984, 1988, 2000, 2002 |
FIFA-Weltranglistenplatz | 11 |
Bisherige WM-Teilnahmen | 5 |
Quelle: t-online.de
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