06.02.2012, 12:32 Uhr
Das Verhältnis zwischen Stale Solbakken und Volker Finke bleibt weiter angespannt. (Quelle: imago)
Stale Solbakken war zum Scherzen aufgelegt. "Seht. Immer wenn wir gewonnen haben, gibt mein Assistent Interviews. Ich glaube, ich werde auch Assistenztrainer", sagte der Chefcoach des 1. FC Köln nach dem 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern zu den Journalisten und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: "Oder Sportdirektor." Eine verbale Spitze gegen Chefkritiker Volker Finke, der wenige Meter entfernt seine Sicht der Dinge zum Besten gab, konnte sich Solbakken im Glücksgefühl des Erfolges nicht verkneifen.
So ist der Norweger - Witz, Ironie und Sarkasmus gehören für den 43-Jährigen irgendwie zusammen. Auf die Frage, ob er nun damit rechne, dass Ruhe im Umfeld des Vereins einkehren würde, reagierte der Ex-Coach des FC Kopenhagen mit einem Lachen: "Nein, sicher nicht."
Mit dem Kommentar zum Siegtorschützen Odise Roshi machte er gleich weiter. "Er hat eine Minute gut gespielt. Nach seinem Tor hat er dann so viel gejubelt, dass er danach wohl zu müde war", sagte Solbakken über den 20 Jahre alten Albaner: "Da war er in einer anderen Welt. Scheinbar hat er nur noch daran gedacht, dass er nach Hause telefonieren und erzählen muss, wie er sein erstes Tor in der Bundesliga gemacht hat."
Kölner Taxifahrer äußern sich zur Beziehung zwischen Finke und Solbakken. zum Video
Als er den wichtigen Treffer erzielte, war Roshi nach einer Einwechslung exakt erst 99 Sekunden auf dem Platz. Nach einer Ecke köpfte er zum 1:0 ein. Zuvor hatte er mit seinem ersten Ballkontakt Lauterns Torwart Kevin Trapp zu einer Klasseparade gezwungen. Es sei ein "sehr schönes Gefühl" gewesen, sagte Roshi über seinen Treffer, der drei Punkte einbrachte.
Wegen ihm, den Solbakken anstelle des Neuzugangs Chong Tese brachte, konnten sich die Kölner auch ohne den verletzten Nationalspieler Lukas Podolski über den ersten Sieg gegen Angstgegner Kaiserslautern seit 22 Jahren und den ersten Erfolg im Jahr 2012 freuen. Zugleich befinden sich die Rheinländer erstmals seit 2008 als Neunter in der oberen Tabellenhälfte wieder.
Für Karnevalsstimmung und Harmonie hat der Arbeitssieg in Überzahl aber nicht gesorgt. "Wie viele Flanken haben wir zugelassen? Nicht so viele, oder?", fragte Solbakken in die Runde der Journalisten. Es war eine Anspielung auf die Kritik von Finke nach dem 1:4 gegen Schalke. Es hat den Anschein, dass Solbakken und Finke in Köln keine Freunde mehr werden. Die Disharmonie zwischen den Führungspersonen war auch nach dem Erfolg in der Pfalz spürbar - wie ein gefährliches schwelendes Feuer, das jederzeit zum Ausbruch kommen kann.
"Aber ich muss mit diesem Druck und Theater umgehen", sagte Solbakken. Finke war unterdessen bemüht, die Unstimmigkeiten beim Transfer von Tese vom Zweitlisten VfL Bochum zu erklären. "Der Trainer hat zugestimmt, aber dass es nicht seine Wunschoption war, können wir so stehen lassen", sagte der Sportdirektor dem TV-Sender Sky.
Quelle: dpa
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