18.02.2013, 09:45 Uhr | FUSSBALL.DE
Die lebenslange Sperre soll eine Signalwirkung haben. (Quelle: aflosport/imago)
Nach der lebenslangen Sperre eines Kreisligafußballers redet jetzt der zuständige Vorsitzende der Spruchkammer des Fußballkreises Kempen/Krefeld Reiner Hohn Klartext und begründet das harte Urteil. "Bis es zu einem solchen Strafmaß kommen würde, war es doch nur eine Frage der Zeit. In letzter Zeit haben die Bedrohungen gegen Schiedsrichter stark zugenommen, vor allem in der Kreisliga C, obwohl da nun wirklich nur reine Hobbyteams spielen. Die sollten froh sein, dass wir überhaupt noch Schiedsrichter haben, die dort pfeifen. In letzter Zeit haben die Strafen, die Sperren von einem halben bis einem Jahr zur Folge haben, immer mehr zugenommen", sagte Hohn gegenüber "rp-online.de".
Der Amateur-Fußballer Zafer Kandemir des A-Ligisten Anadolu Türkspor war nach seiner Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter lebenslang gesperrt geworden. Für Hohn war der Übeltäter kein Unbekannter, er gilt als "Wiederholungstäter".
Beim Strafmaß musste die Kammer auf das Regelwerk des Westdeutschen Fußball-Bundes berufen und sich zwischen einer Sperre von bis zu drei Jahren oder einer lebenslangen entscheiden. "Natürlich mussten wir auch ein Zeichen setzen, hatten gar keine andere Wahl. Bei allem anderen hätten wir uns lächerlich gemacht", begründet Hohn die Entscheidung.
Der Richterspruch soll auch eine Signalwirkung gegen Gewalt im Amateur-Fußball sein. "Natürlich ist das Urteil hart. Aber wir sind bei einer Tagung im vergangenen Jahr seitens des Verbandes dazu ermahnt worden, härter durchzugreifen. Das haben wir jetzt gemacht. Natürlich soll das Urteil auch der Abschreckung dienen. Bedrohungen und Gewalt haben auf Sportplätzen nichts zu suchen."
Einen Vergleich zum Profifußball lässt Hohn nicht zu. "Es ist ein Unterschied, ob gegen einen Profi oder einen Amateur verhandelt wird. Beim Profi geht es um den möglichen Verlust des Arbeitsplatzes, das kommt ihm sozusagen strafmildernd zugute. Amateure werden härter bestraft", sagte Hohn.
Im Mai 2012 schlug im Relegationsspiel zur Bundesliga zwischen Düsseldorf und Berlin der Hertha-Profi Lewan Kobiaschwili Schiedsrichter Wolfgang Stark an den Hinterkopf. Kobiaschwili wurde ein halbes Jahr gesperrt.
Quelle: FUSSBALL.DE
Fragezeichen um Offensivstar mehren sich.
mehr zum BVBAlle Augen sind auf den Kleinsten gerichtet.
mehrWähle aus drei Treffern das Amateurtor der Woche!
zum VideoAlle Augen sind auf den Kleinsten gerichtet.
mehrWähle aus drei Treffern das Amateurtor der Woche!
zum Video