11.02.2012, 18:17 Uhr
Hässliche Szene vor dem Spiel: Liverpools Suarez (li.) verweigert ManUniteds Evra (Nummer 3) den obligatorischen Handschlag. (Quelle: dapd)
Superstar Wayne Rooney hat den englischen Meister Manchester United zum 2:1 (0:0)-Prestigesieg gegen den Erzrivalen FC Liverpool geführt und an die Tabellenspitze geschossen. Der englische Nationalstürmer, der seine Saisontreffer 16 und 17 erzielte, war per Doppelschlag in der 48. und 51. Minute erfolgreich. Für einen neuerlichen Eklat hatte allerdings Liverpool-Torjäger Luis Suarez bereits vor Spielbeginn gesorgt, weil er ManUnited-Kapitän Patrice Evra bei der Begrüßung den obligatorischen Handschlag verweigert hatte. Ausgerechnet Suarez erzielte in der 80. Minute noch den Anschlusstreffer. (Lies auch die Kolumne: "Das Rassismus-Problem der Premier-League")
Durch den Dreier gegen die Mannschaft von der Anfield Road übernahm ManUnited mit 58 Punkten die Tabellenführung vom Lokalrivalen City, der erst am Sonntag bei Aston Villa antritt. Der 38-jährige Waliser Ryan Giggs, der erst am Freitag seinen Vertrag bei United um ein weiteres Jahr verlängert hatte, bereitete per Eckball das 1:0 vor. Antonio Valencia bediente nur drei Minuten später wiederum Rooney, der erneut vollstreckte.
Schon vor dem Anpfiff sorgte Liverpool-Ass Suarez wiederum für allgemeines Kopfschütteln. Der Stürmer aus Uruguay verweigerte Evra den obligatorischen Händedruck und setzte damit seinem unrühmlichen Verhalten der letzten Wochen die Krone auf. Der sichtlich irritierte Evra versuchte noch, Suarez am Arm zu greifen, dieser wandte sich aber sofort ab.
Im Gegenzug verweigerte United-Verteidiger Rio Ferdinand dem Südamerikaner den Handschlag. Suarez wurde nach dem Hinspiel gegen die Red Devils im Oktober vorgeworfen, Evra rassistisch beleidigt zu haben und hatte vom englischen Fußballverband FA eine Acht-Spiele-Sperre sowie eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 Pfund (48.000 Euro) kassiert.
In der Halbzeitpause mussten Polizei und Ordner die aufgebrachten Spieler beider Teams auf dem Weg in die Kabine voneinander trennen, nachdem Evra versucht hatte, Suarez zur Rede zu stellen. Auch nach dem Abpfiff gab es unschöne Szenen, als Evra den Sieg seiner Mannschaft ausgiebig feierte und damit offenbar Suarez provozieren wollte. Erneut mussten Sicherheitskräfte die Spieler vom Feld begleiten.
Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson empörte sich nach der Partie: "Suarez ist eine Schande für den FC Liverpool, er sollte nicht mehr für diesen Verein spielen dürfen." Suarez habe eine schreckliche Atmosphäre geschaffen, er hätte damit Ausschreitungen auslösen können. "Er sollte sich schämen", fügte Ferguson an.
Derweil sorgte Superstar Thierry Henry in seinem letzten Ligaspiel für den FC Arsenal vor seiner Rückkehr zu Red Bull New York für einen Paukenschlag. Der 34 Jahre alte Franzose erzielte beim 2:1 (0:0) der Londoner beim FC Sunderland den Siegtreffer in der 90. Minute. James McClean (70.) hatte die Gastgeber in Führung geschossen. Nationalspieler Per Mertesacker wurde kurz danach ausgewechselt, sein Ersatz Aaron Ramsey erzielte den Ausgleichstreffer (75.) für Arsenal.
Der Fünfte Newcastle United (42) kam beim Dritten Tottenham Hotspur (53) mit 0:5 unter die Räder. Für den als Favorit auf den englischen Nationaltrainer-Posten gehandelten Spurs-Coach Harry Redknapp war das nach einem Freispruch vor Gericht die Krönung einer turbulenten Woche.
Wohl endgültig alle Titelhoffnungen begraben musste der FC Chelsea nach einem 0:2 (0:1) beim FC Everton. Nach den Gegentreffern des ehemaligen Dortmunder Bundesliga-Profis Steven Pienaar (5.) und Denis Stracqualursi (71.) haben die Blues auf Rang fünf - punktgleich mit Arsenal - bereits 15 Zähler Rückstand auf ManUnited.
Erst am Samstagabend spielte der Dritte Tottenham Hotspur gegen den Fünften Newcastle United. Im Tabellenkeller schöpft Schlusslicht Wigan Athletic (19 Punkte) durch einen 2:1 (1:0) beim Vorletzten Bolton Wanderers (20) wieder Hoffnung. Beim 2:1 (2:0) des FC Fulham gegen Stoke City erzielte der Ex-Stuttgarter Pawel Pogrebnjak (16.) den Treffer zum 1:0 der Gastgeber.
Quelle: dpa , sid , FUSSBALL.DE
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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