25.03.2011, 17:49 Uhr
Nicht alle Löwen-Fans freuen sich über die Abwendung der Insolvenz. (Foto: imago)
Rettung ja, aber nicht um jeden Preis. Der insolvenzgefährdete TSV 1860 München steht eigentlich kurz vor der Rettung. Doch 40 Fanklubs des Traditionsvereins haben eine Erklärung unterschrieben, die diese Rettung strikt ablehnt. Vor allem das große Engagement von Uli Hoeneß und dem FC Bayern, den Lokalrivalen vor dem Absturz in die Fünftklassigkeit zu bewahren, ist den Anhängern ein Dorn im Auge. Neuanfang oder Weiterwurschteln? Nach jahrelanger Misswirtschaft geht ein tiefer Riss durch die Anhängerschaft des Deutschen Meisters von 1966.
Als Klub-Präsident Dieter Schneider vor wenigen Tagen verkündete, dass der Klub innerhalb der nächsten zwei Wochen etwa zehn Millionen Euro auftreiben müsse, um nicht pleite zu gehen, schien das Schicksal der Blau-Weißen besiegelt. Doch plötzlich wendete sich das Blatt. Ein Zusammenschluss aus einem Investor aus dem Ausland, einer namhaften privaten Geschäftsbank aus Deutschland, der Landesbank, der Stadtsparkasse und des FC Bayern soll die Rettung herbeiführen. Vor allem Bayern-Präsident Hoeneß soll hinter den Kulissen kräftig die Strippen gezogen haben.
Seit Tagen läuft in den Münchner Medien eine gewaltige Retter-Aktion. Prominente spenden symbolisch oder offenbaren ihre Liebe zum Klub. Am Samstag soll auf dem Marienplatz eine Demonstration für den Erhalt des Vereins stattfinden. Auch die "Arge", ein Zusammenschluss von rund 500 Löwen-Fanklubs unterstützte zunächst diesen Aufruf auf ihrer Webseite. Mittlerweile hat sie ihn wieder gelöscht. Laut "SZ" würden nämlich viele Mitglieder dieser mächtigen Fanvereinigung ebenfalls einen kompletten Neuanfang im Amateurbereich bevorzugen.
In ihrem offenen Brief fragen sich die Fans, wieso der TSV 1860 gerettet werden soll und wer daran Interesse hat? Die Antwort liefern sie mit: "Die Gläubiger!...Doch allen voran marschiert wie so oft der FC Bayern…Bei einem Ausfall des TSV 1860 als Mieter (der Allianz Arena, Anm. d. Red.) drohen dem Lokalrivalen bis zu 50 Millionen Euro an Mindereinnahmen, welche in dieser Höhe auch dem Branchenprimus schmerzen."
Doch nicht allein wegen der Hilfe des FC Bayern wollen die Fans lieber eine Insolvenz in Kauf nehmen. Es ist das jahrelange Missmanagement bei den Löwen und die damit einhergehende Abhängigkeit vom Erzrivalen von der Säbener Straße, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben. "Schuld sind alle, die den Weg Allianz Arena vorbereitet, unterstützt, mitgetragen oder stillschweigend hingenommen haben." Namentlich werden der Ex-Präsident Karl-Heinz Wildmoser und Oberbürgermeister Christian Ude genannt.
Das Fazit der Fans: "Unter diesen Voraussetzungen sagen wir ganz klar NEIN zur erneuten Rettung des TSV 1860. Der Verein ist am Ende und wird nur noch künstlich am Leben erhalten." Vielmehr soll der "geordnete Rückzug" angetreten werden. "Ein Neuanfang in einer unteren Liga scheint momentan die einzige Rettung der Löwen zu sein, um wieder eine eigene Identität zu finden."
Quelle: FUSSBALL.DE
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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