24.11.2009, 10:35 Uhr
Bayern-Trainer Louis van Gaal ist längst nicht mehr so selbstbewusst wie bei seinem Antritt (Foto: imago)Angetreten mit markigen Sprüchen, dominant aufgetreten und sich selbst stark und selbstbewusst dargestellt. Das war im Sommer, als Louis van Gaal gekommen war, den kriselnden FC Bayern München wieder in die Erfolgsspur zu bringen und zu neuen Triumphen zu führen.
Noch klingen die Worte seiner Antrittsrede den Fans in den Ohren: "Das bayerische Lebensgefühl passt mir wie ein warmer Mantel“, sagte van Gaal damals an jenem 1. Juli an der Säbener Straße: "Mia san mia, wir sind wir und ich bin ich. Selbstbewusst, arrogant, dominant, ehrlich, arbeitsam, innovativ, aber auch warm und familiär.“
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Knapp fünf Monate später ist davon wenig übrig geblieben. Nach dem erneut wenig überzeugenden 1:1 der Bayern gegen Bayer Leverkusen und der Stagnation in der Tabelle (Platz sieben) wirkte van Gaal ratlos, kleinlaut, fast schon resignierend. Was ist aus den Sprüchen van Gaals vor der Saison geworden?
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Selbstbewusstsein sieht anders aus. So sagte der Holländer, als die Medien wieder einmal über Rauswurf oder Rücktritt spekulierten: "Wenn ich jetzt weg wäre, wen sollte Bayern dann verpflichten? Ferguson? Capello? Die sind vielleicht erfolgreicher, aber besetzt." Das schreibt die "Abendzeitung". Er will damit sagen, dass es aktuell keinen besseren Trainer für Bayern gibt als ihn. Mittlerweile wirkt er längst nicht mehr so selbstbewusst, stellt sich nicht mehr über alle anderen.
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Arroganten Fußball spielt der FC Bayern schon lange nicht mehr. Momentan wird der FC Bayern eher belächelt als beschimpft. So trifft der Begriff "arrogant" nur noch auf die Außenwirkung des Holländers zu. Die "Abendzeitung" zitiert in dem Zusammenhang den Bayern-Manager. Uli Hoeneß hatte "ihm damals gesagt, dass er das Wort 'arrogant' noch um die Ohren gehauen bekommt. Dabei meinte er das gar nicht so." Mittlerweile erscheint van Gaal kleinlaut, möchte wohl verbindlicher herüberkommen.
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Dominanz geht dem Fußballlehrer und seiner Mannschaft seit vielen Wochen ab. Schweinsteiger, van Bommel & Co. haben aufgrund der Spielweise und der Ergebnisse ihre Dominanz verloren, van Gaal tritt ebenfalls nach Außen hin nicht mehr dominant auf. Im Training und hinter verschlossenen Türen demonstriert er allerdings weiter Härte. Das Klima in der Mannschaft ist weiter von einer "Mischung aus Respekt und Angst" (Lahm) geprägt.
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Innovativ ist van Gaal offensichtlich nicht, Trainingsmethoden und Spielsystem hinken den modernen Ansprüchen hinterher. Innovativ war van Gaal höchstens bei den Talenten Müller und Badstuber. Wenngleich die beiden aus der Talentschmiede von Co-Trainer Hermann Gerland kommen. Und die Worte "warm und familiär" aus seiner Antrittsrede scheinen Floskeln zu sein, wenn man die zwischenmenschlichen Probleme, die van Gaal mit seinen Topstars hat, betrachtet.
Vor allem Weltmeister Luca Toni steht mit dem niederländischen Coach auf Kriegsfuß und möchte den Rekordmeister gerne in Richtung Italien verlassen. "Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende", sagte der 32-Jährige dem italienischen Fernsehsender "RAI 3". Seit Wochen fühlt sich Toni nicht genügend gewürdigt.
Quelle: t-online.de , dpa , sid
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