16.12.2011, 12:09 Uhr | mspw
Sein sportliches Vorbild hat der 21-jährige Markus Schwabl vom Drittligisten SpVgg Unterhaching nahezu ständig vor der eigenen Nase: Denn sein Vater, der ehemalige Nationalspieler Manfred "Manni" Schwabl, hat nicht nur durch drei Meisterschafts-Titel sowie einen DFB-Pokalsieg mit dem FC Bayern München große Fußstapfen für seinen Filius hinterlassen, sondern arbeitet seit einigen Monaten auch als Sportlicher Leiter in Unterhaching. "Ich werde oft an den Leistungen meines Vaters gemessen oder mit ihm verglichen. Daran habe ich mich aber gewöhnt und damit auch kein großes Problem mehr", stellt Markus Schwabl klar.
Dabei sind Vergleiche zwischen Schwabl senior und junior, allein schon wegen ihrer verschiedenen Positionen, nur schwer möglich. Hatte "Manni" beim TSV 1860 München, bei den Bayern und dem 1. FC Nürnberg meist im zentralen Mittelfeld gewirbelt, so ist der Sohn als Abwehrspieler eher für das Verhindern von Toren zuständig. "Ich habe während meiner Jugendzeit ebenfalls im Mittelfeld gespielt, wollte aber im Laufe der Jahre meinen eigenen Weg gehen", erklärt Markus.
Einen deutlichen Schritt nach vorne hat Markus Schwabl in dieser Saison auf seinem Weg gemacht: Nachdem er in der vergangenen Spielzeit noch meistens in der Bayernliga-Reserve zum Einsatz gekommen war und lediglich fünf Einsätze in der 3. Liga bestritten hatte, ist er nun in den Planungen des im Sommer gekommenen Trainers Heiko Herrlich (für Klaus Augenthaler) nicht mehr wegzudenken. Von den bisherigen 20 Partien verpasste der 21-Jährige nur eine wegen einer Gelb-Sperre. "Heiko Herrlich setzt auf den Nachwuchs. Ich genieße das Vertrauen des Trainers und kann befreit aufspielen", freut sich der Rechtsfuß.
Ex-Nationalspieler Herrlich setzte Markus Schwabl zwar beim jüngsten 1:3 in Heidenheim zwar in der Innenverteidigung ein. Am liebsten beackert der gebürtige Tegernseer aber die rechte Abwehrseite. "Da fühle ich mich am wohlsten. Ich schalte mich von hinten gerne ins Offensivspiel ein und war schon an einigen Treffern beteiligt", stellt Schwabl zufrieden fest.
Auch dank der guten Leistungen von Markus Schwabl, der im "kicker" mit einem Notenschnitt von 3,03 geführt wird und damit der drittbeste Hachinger Kicker ist, rangieren die Bayern in dieser Spielzeit im gesicherten Mittelfeld. "Vor der Saison waren wir von einigen Experten als Abstiegskandidat Nummer eins eingestuft worden. Doch unsere junge Mannschaft besitzt viel Potenzial und kann mit Sicherheit noch für die eine oder andere Überraschung sorgen. Vorerst lautet unser Ziel aber 45 Punkte plus X", steht für Schwabl und seine Teamkollegen zunächst der Klassenverbleib im Vordergrund.
Für den Mannschaftserfolg legt Markus Schwabl auch hin und wieder eine Extra-Schicht ein, allerdings nahezu ausschließlich mit Angreifer Florian Niederlechner. "Ist doch klar", zwinkert der 1,82 Zentimeter große Abwehrmann: "Ich trainiere Flankenläufe, Flo haut sie rein." Mit Erfolg: Drei von Niederlechners fünf Toren bereitete der Rechtsverteidiger vor.
Vater und Sohn: Manfred Schwabl (li.) und Filius Markus. Beim Training sieht Papa "Manni" natürlich oft zu. Aber nicht nur durch die Funktion von Schwabl senior als Sport-Chef laufen sich Vater und Sohn oft über den Weg. Markus wohnt auch noch im Elternhaus von Manfred und Mutter Marianne im oberbayerischen Holzkirchen. "Wir sehen uns sehr oft, können aber Berufliches und Privates trennen", macht der Sportmanagement-Student klar. Einen "Schwabl-Bonus" lehnt er ab: "Ich will nicht wegen meines Namens irgendwo spielen, sondern durch gute Leistungen den Sprung in den richtigen Profi-Fußball schaffen."
Der Apfel ist bei den Schwabls dennoch nicht weit vom Stamm gefallen: Wie einst sein Vater begann auch Markus beim heimischen FC Holzkirchen mit dem Fußball. "Der Weg war schon bei der Geburt vorgezeichnet", sagt Schwabl junior und kann sich dabei ein Lachen nicht verkneifen. In der Holzkirchener E-Jugend war es dann soweit: Markus wurde von seinem eigenen Vater trainiert. "Mein Papa war aber nicht der typische Spieler-Vater, der großen Einfluss genommen hat", erklärt der Rechtsfuß.
Bereits im Alter von elf Jahren entschied sich Markus Schwabl für einen Wechsel zur SpVgg Unterhaching. Bei den Hachingern durchlief Schwabl sämtliche Jugendmannschaften und wurde parallel am DFB-Stützpunkt in Miesbach gefördert. "Sich mit den besten Spielern meines Jahrgangs zu messen, war sehr interessant und hat mich weitergebracht", so der Verteidiger, der mit der Bayern-Auswahl unter anderem ein Turnier in tschechischen Jablonec gewann und sich dort auch vielleicht den entscheidenden Schliff holte.
"Markus ist ein zuverlässiger und laufstarker Spieler, der sich immer voll in den Dienst der Mannschaft stellt und an seine Grenzen geht. Menschlich sehr angenehm und sehr gut erzogen. Die Spiele in der A-Junioren-Bundesliga und mit der Bayern-Auswahl haben ihm ein sehr gutes Spielniveau im Übergang von der Jugend zu den Senioren mitgegeben", ist sich Michael Köllner, DFB-Stützpunktkoordinator für Ostbayern, sicher.
Durch Schwabls Erfolge mit der U 19, mit der er 2008 den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga schaffte, machte er auch den damaligen Cheftrainer Ralph Hasenhüttl (inzwischen VfR Aalen) auf sich aufmerksam. Schon im Alter von 19 Jahren gab er im August 2009 sein Drittliga-Debüt (1:0 gegen den VfL Osnabrück). Im selben Jahr nahm Schwabl außerdem mit der Bayernauswahl am U-21-Länderpokal in Duisburg teil, wo er ebenfalls durch gute Leistungen auf sich aufmerksam machte.
Inzwischen sind mehr als zwei Jahre vergangen und auch die Ansprüche von Markus Schwabl sind gestiegen. "Mein Ziel ist die Bundesliga. Ich hoffe, dass ich mich durch weitere gute Leistungen in der 3. Liga für höhere Aufgaben empfehlen kann", gibt sich der Fachabiturient selbstbewusst.
Auch sein Vater Manfred traut ihm den nächsten Schritt zu. "Markus hat sich in den vergangenen Jahren in Unterhaching hervorragend entwickelt. Er hat den Willen und den Charakter. Das sind zwei Eigenschaften, die den Ausschlag geben können“, sagt Manfred Schwabl. "Ich will ihm natürlich keinen Druck machen, aber ich halte es für möglich, dass der Name Schwabl in den nächsten Jahren in der 1. oder 2. Bundesliga auftauchen könnte." Ein eigenes Comeback hat der 45-Jährige dabei ausgeschlossen.
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