16.12.2010, 12:50 Uhr | Das Interview führte Thilo Berner
Jasmin Sehan auf dem Frankfurter Flughafen im Kreise der Nationalmannschaft. (Foto: Thilo Berner)
Einen kometenhaften Aufstieg erfuhr in diesem Jahr die erst 13-jährige Jasmin Sehan. Die Nachwuchsfußballerin gewann zunächst mit der U13-Auswahl Mecklenburg-Vorpommerns den NOFV-Titel in der Halle, dann auch draußen. Darüber hinaus verstärkte sie, obwohl zwei Jahre jünger als ihre Teamkolleginnen, im Mai bereits die U15 Auswahl M-V beim DFB-Länderpokal in Duisburg. Dort hinterließ sie einen so starken Eindruck, dass die U15-Nationaltrainerin Bettina Wiegmann Jasmin Sehan für die neu zu bildende U15-Nationalmannschaft nominierte. Der krönende Abschluss des Fußballjahres 2010: Anfang November erzielte sie in Schottland in ihrem zweiten offiziellen Länderspiel einen Hattrick.
Jasmin Sehan: Es waren 18 Spielerinnen mit in Schottland und ich war froh überhaupt spielen zu dürfen. Ich gehöre ja zu den jüngsten Spielerinnen der neuen U15. Im zweiten Spiel durfte ich von Beginn an spielen, dass war schon eine Überraschung für mich. Ich stand auf dem Spielfeld, hörte die deutsche Nationalhymne und wollte natürlich auch versuchen, ein Tor zu schießen. Dass ich dann gleich dreimal treffe, hätte ich nie für möglich gehalten. Das war schon ein geiles Gefühl.
Jasmin Sehan: Seit dem ich laufen kann, habe ich schon mit meinem sieben Jahre älteren Bruder Norman zu Hause im Garten Fußball gespielt. Mit fünf Jahren wollte ich dann richtig im Verein spielen und meine Eltern haben mich beim Parchimer FC angemeldet. Mein erster Trainer war damals Andreas Steinhoff, der schon früh an mich geglaubt hat. Seitdem spiele ich in einer Jungenmannschaft und musste mich dort immer durchsetzen. Doch ich habe und hatte schon immer den Ehrgeiz und den Spaß am Fußball. Ob das nun der Schlüssel zu meinem derzeitigen Erfolg ist, weiß ich nicht.
Jasmin Sehan: Meine Ziele sind im Heimatverein (Parchimer FC) in der Landesliga unter die ersten drei zu kommen, in der Landesauswahl will ich versuchen ein gutes Vorbild für die Mannschaft zu sein und für die Nationalmannschaft ist mein größtes Ziel, dass ich versuche im Kader zu bleiben und natürlich immer besser zu werden. Was danach kommt warte ich mal ab.
Jasmin Sehan: Es ist schon manchmal schwer für mich, dass mein Vati auch mein Trainer ist, denn er weiß ja wie ich spielen kann und wenn ich dies nicht im Spiel zeige, meckert er dann schon einmal etwas lauter. Aber gleichzeitig versucht er mich auch immer wieder zu motivieren. Mein Vati ist so Einer, der meckert uns im Spiel an und gleich nach dem Spiel gibt er uns wieder Tipps und baut uns wieder auf. Er kann dann auch wieder lachen mit uns. Ich bin davon überzeugt, ohne meine Eltern wäre ich bestimmt noch nicht soweit gekommen, denn sie unterstützen mich immer soweit es möglich ist. Sie und mein Bruder sind immer für mich da.
Jasmin Sehan: Da wir über das ganze Jahr durch den Fußball sehr viel unterwegs sind, bin ich auch mal ganz froh ein wenig Zeit für mich und meine Familie zu haben. Meine Eltern, mein Bruder und ich werden wie jedes Jahr nach Sachsen-Anhalt fahren und dort ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise der Familie und Großeltern verleben.
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Das Interview führte Thilo Berner
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