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Miroslav Klose: "Das war ein ganz großes Zeichen"

12.01.2013, 16:46 Uhr | DFB.de

Miroslav Klose von Lazio Rom (Quelle: imago\Gribaudi/ImagePhoto)

Miroslav Klose gehört zu den Stützen der Mannschaft von Lazio Rom. (Quelle: Gribaudi/ImagePhoto/imago)

Im Schweigen von Joachim Löw drückt sich keine Nichtachtung aus. Es stimmt auch nicht, dass der Bundestrainer keine Lust hat, über Miroslav Klose zu reden. Er ist es weder leid, noch ist es ihm eine Last. Aber wer die Fähigkeiten von Miroslav Klose noch immer nicht erkannt hat, so sieht es der Bundestrainer, dem ist nicht mehr zu helfen.

Aber etwas sagt Löw dann doch. Nämlich Folgendes: "Über Miro Klose müssen wir nicht lange reden." Mit Miro Klose schon. Über den Start in die Rückrunde mit Lazio, über rechtsradikale Tendenzen von Teilen der Fans und über seine Ziele in Verein und Nationalmannschaft. Im Interview mit "DFB.de" gibt der 34 Jahre alte Nationalstürmer Einblicke in sein Leben in Italien.

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DFB.de: Herr Klose, die Winterpause war kurz. Wie haben Sie Weihnachten und Silvester verbracht?
Miroslav Klose: Ich war mit meiner Familie zum Entspannen und Erholen im Schnee, es war sehr schön und hat gut getan.

Haben Sie gute Vorsätze für das neue Jahr?
Es sind eigentlich wie jedes Jahr die gleichen Vorsätze. Ich versuche, immer den maximalen sportlichen Erfolg in der Nationalmannschaft und im Verein zu haben. Ich wünsche mir aber erst einmal Gesundheit, ich glaube das ist die Voraussetzung für alles andere. Ich möchte mich auch mit über 30 Jahren immer noch verbessern und dazu lernen.

In der Serie A liegen Sie nach einer fantastischen Hinrunde mit Lazio auf dem zweiten Platz. Wie groß ist die Begeisterung der Menschen in Rom? Und wie groß ist die Vorfreude auf die zweite Saisonhälfte?
Ja, es läuft gut. Wir haben uns ein Stück weiter stabilisiert und sind konstanter in den Leistungen geworden. Es ist eine tolle Stimmung in der Stadt, zumindest bei den Lazio-Fans. Und genau das ist das, was ich mir auch wünsche: die Menschen weiter mit unseren Leistungen begeistern.

Die Euphorie um Ihre Person hat in Rom noch einmal neue Dimensionen erreicht. Schmeicheln Ihnen die vielen Hymnen noch oder sind Sie eher genervt vom Ausmaß der Aufmerksamkeit?
Ja, es ist wirklich unglaublich, wie liebevoll und mit wie viel Euphorie die Menschen mir hier begegnen. Das ist einfach sehr, sehr schön und nervt gar nicht.

Angeführt von Kevin Boateng hat der AC Mailand kürzlich ein Testspiel abgebrochen, weil die dunkelhäutigen Spieler von Fans rassistisch beleidigt worden sind. Boateng und Milan haben dafür viel Zuspruch erfahren. Wie bewerten Sie diese Aktion?
Das war ein ganz großes Zeichen und genau die richtige Aktion.

Sie haben als sportliches Ziel für 2013 ausgegeben, in der Meisterschaft möglichst lange oben mitzuspielen. Können Sie das konkretisieren – liebäugeln auch Sie mit dem Titelgewinn? Oder ist Juve dafür zu konstant und der Rückstand mit fünf Punkten zu groß?
Juve ist eine klasse Mannschaft und bleibt ganz klar der Titelfavorit Nummer eins. Wir müssen versuchen, unsere Leistungen weiter zu stabilisieren und noch einen Tick effektiver zu werden. Wir versuchen, so viele Punkte wie nur möglich zu holen und möglichst lange oben dran zu bleiben. Und dann schauen wir, was am Ende dabei rauskommt.

Welchen Stellenwert hätte der "Scudetto" für Sie im Vergleich zu den Meisterschaften und Pokalsiegen mit dem FC Bayern?
Ich rede ungerne über Dinge die noch weit weg sind und die ich noch nicht erreicht habe.

In der vergangenen Saison spielte Lazio lange um die Champions-League-Plätze, erreichte aber "nur" die Europa League, weil dem Team zum Ende der Saison ein wenig die Kraft ausging. Lag das nur daran, dass Sie damals wegen einer Verletzung gefehlt haben?
Ich spiele hier nicht alleine, also ist das Quatsch. Ich glaube einfach, dass uns die Konstanz gefehlt hat und die Effizienz - und genau daran müssen wir jeden Tag arbeiten. Das macht große Mannschaften aus.

Viele halten Lazio für abhängig von Ihren Tore. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?
Das ist kein Druck, das ist positive Motivation. Außerdem ist es mein Job, die Tore zu schießen und dem Team zu helfen. Bei Lazio - und in der Nationalmannschaft.

In der Europa League treffen Sie mit Lazio auf Borussia Mönchengladbach. Wie schätzen Sie Gladbach sportlich ein?
Gladbach ist ein toller Klub mit einem tollen Trainer, den ich aufgrund seiner taktischen Fähigkeiten sehr schätze. Ich glaube, Gladbach ist ein dicker Brocken, an dem sich auch noch einige Mannschaften in der Bundesliga die Zähne ausbeißen werden.

Das Jahr mit der Nationalmannschaft beginnt für Sie im Februar mit dem Testländerspiel in Frankreich. Ein eigentlich gewöhnliches Spiel, bei dem etwas Außergewöhnliches passieren kann: Tor Nummer 68 von Miro Klose, die Einstellung von Gerd Müllers Rekord. Sie haben mehrfach betont, dass Sie den Vergleich mit Müller ablehnen. Warum eigentlich? Nur wegen seiner Torquote?
Wir sind andere Stürmertypen in anderen Zeiten in anderen Systemen. Gerd Müller ist und bleibt auf seine Art einzigartig.

Aber Sie werden den Ball nicht absichtlich am Tor vorbeischieben, um den Rekord nicht zu knacken…
Klose: Sicher nicht.

Joachim Löw hat 2013 zum Jahr der Konzentration erklärt. Unter welche Überschrift würden Sie das Jahr 2013 für die Nationalmannschaft stellen?
Eine Überschrift habe ich nicht. Für uns muss es darum gehen, die richtige Balance zwischen Kreativität und Effizienz zu finden.

Quelle: DFB.de

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