11.02.2012, 11:38 Uhr
Bayerns Thomas Müller (li.) ist zu schnell für Lauterns Rodnei. Der behilft sich mit dem Griff ans Textil. (Quelle: imago)
Der Vierkampf an der Tabellenspitze der Bundesliga geht weiter: Mit ihrem bärenstarken Pokal-Auftritt in Stuttgart haben die Bayern das Signal auf Angriff gestellt. Noch ist Meister Dortmund, der ebenfalls überzeugend das Pokal-Halbfinale erreichte, zwei Punkte voraus. Der FC Bayern aber steht gegen Kaiserslautern vor einer Pflichtaufgabe (ab 15.15 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker). Anders sieht es da schon für den BVB gegen Leverkusen aus. Und kurz danach nehmen sich Gladbach und Schalke (ab 18.15 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker) gegenseitig die Punkte weg.
Die Gäste aus Gelsenkirchen brennen nach dem 1:3 im Rahmen des DFB-Pokal-Achtelfinals kurz vor Weihnachten auf Revanche. Hieße der Sieger erneut Mönchengladbach, so zöge der VfL wieder am Tabellen-Dritten Schalke vorbei.
In diesem Fall müssten die Bayern gegen Kaiserslautern auf jeden Fall gewinnen, um nicht Platz zwei abzugeben. Davon aber geht an der Säbener Straße - der bittere Außenbandabriss Bastian Schweinsteigers hin oder her - niemand aus. "Ich traue David viel zu", sagte Jupp Heynckes über Schweinsteiger-Vertreter David Alaba.
Der österreichische Sohn eines Nigerianers und einer Philippinerin ersetzte Schweinsteiger nach dessen Ausscheiden bereits in Stuttgart ab der 17. Minute zur Zufriedenheit seines Trainers. Und spätestens das EM-Qualifikationsspiel zwischen Österreich und Deutschland in Wien am 3. Juni 2011 führte Alabas Klasse einem breiten Publikum vor Augen. Beim seinerzeit äußerst glücklichen deutschen 2:1-Sieg durch zwei Tore von Alabas Bayern-Kollegen Mario Gomez bereitete der unermüdliche Alaba Österreichs 1:1-Ausgleich gekonnt vor.
Wegen Alabas Einsatz erlaubt es sich Heynckes sogar zum wiederholten Male, den einstmals unersetzbar erscheinenden Arjen Robben auf der Bank zu lassen. Wer das Ego des niederländischen Flügelflitzers kennt, weiß, dass die Bayern damit eher ein internes Problem pflegen als sich eines aus Lauterns Gastspiel zu machen.
Der Meister und Tabellenführer hingegen trifft "auf eine richtig gute Mannschaft", wie BVB-Coach Jürgen Klopp über Bayer Leverkusen sagt. Klopp begann noch im ARD-Studio nach dem Pokaltriumph in Kiel damit, der Begegnung mit der Werks-Elf die Etikettierung als Selbstläufer zu nehmen. "Die können ja auch ein bisschen Ball spielen", sagte der Dortmunder Meistermacher und betonte den Druck, unter dem der Gegner "in seiner Situation" stünde: "Das ist ein anderer als unserer", sei aber aus Dortmunder Sicht "ganz, ganz unangenehm".
Nach nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Partien und dem lautstarken Theater um Michael Ballacks bevorstehende Demission kämpft Leverkusen um Ruhe und die Sicherung seines Anspruchs auf einen erneuten Platz im internationalen Geschäft. "Man glaubt es kaum", erinnerte Trainer Robin Dutt alle oberflächlichen Kritiker, "nur Nürnberg hat uns in den letzten zehn Spielen besiegt." So muss ein Trainer die Statistik lesen, der seiner Mannschaft vor den Aufgaben in Dortmund und gegen Barcelona Selbstvertrauen einimpfen möchte.
Selbstvertrauen ist auch die große Überschrift über dem Debüt des Spieltags: Markus Babbel betreut erstmals die TSG 1899 Hoffenheim. Dort wurde Holger Stanislawski nach dem Pokal-Aus gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth der Trainer-Stuhl unter äußerst dubiosen Begleiterscheinungen vor die Tür gestellt. In seiner Vermeidbarkeit erinnerte dieser Rausschmiss stark an Babbels Abdanken in Berlin.
Knapp zwei Monate später kehrt der Europameister von 1996 in Bremen auf die Bundesliga-Bühne zurück. "Für uns geht es neu los", sagte der Aufstiegstrainer der Hertha bei seinem Dienstantritt in Hoffenheim, zu dem er auch seinen Co-Trainer Rainer Widmayer dabei hatte. "Wir wollen die Mannschaft wieder auf Kurs bringen und kurzfristig beeinflussen, damit sie morgen eine gute Leistung zeigt." So wie beim ersten Auftritt an der Weser überhaupt am 27. August 2008. Hoffenheim verlor zwar mit 4:5, lieferte aber 90 Minuten für die Geschichtsbücher der Bundesliga ab und war zehn Wochen später Herbstmeister.
21. Spieltag | ||||
VfL Wolfsburg | - | SC Freiburg | 3:2 | |
FC Bayern München | - | 1. FC Kaiserslautern | 2:0 | |
SV Werder Bremen | - | TSG 1899 Hoffenheim | 1:1 | |
Borussia Dortmund | - | Bayer Leverkusen | 1:0 | |
VfB Stuttgart | - | Hertha BSC | 5:0 | |
1. FSV Mainz 05 | - | Hannover 96 | 1:1 | |
Borussia Mönchengladbach | - | FC Schalke 04 | 3:0 | |
FC Augsburg | - | 1. FC Nürnberg | 0:0 | |
1. FC Köln | - | Hamburger SV | 0:1 | |
Quelle: t-online.de
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