17.07.2012, 12:01 Uhr | FUSSBALL.DE
Nie mehr im FSV-Trikot: Mike Wunderlich bleibt bei Viktoria Köln. (Quelle: Bongarts/GettyImages)
Die sportliche Odyssee des Mike Wunderlich hat vorerst ein Ende gefunden. Nach zähen Verhandlungen, die sogar vor Gericht zu enden drohten, steht fest: Der Mittelfeldspieler wird auch in der kommenden Saison das Trikot von Viktoria Köln tragen. Darauf einigte sich der Regionalliga-Aufsteiger mit dem Zweitligisten FSV Frankfurt, bei dem Wunderlich offiziell noch unter Vertrag stand. Wunderlich hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als bei ihm ein Burnout-Syndrom diagnostiziert worden war. Der FSV hatte ihn daraufhin an seinen Heimatverein Viktoria Köln ausgeliehen.
Als 19-Jähriger hatte Wunderlich 2005 die Viktoria verlassen und den Sprung zum 1. FC Köln gewagt. Dort spielte er drei Jahre in der zweiten Mannschaft, ehe er sich beim West-Regionalligisten Rot-Weiß Essen für höhere Aufgaben empfahl. Vor zwei Jahren verpflichtete ihn der FSV Frankfurt für die 2. Bundesliga. Wunderlich wurde auf Anhieb Stammspieler, absolvierte 28 Partien und erzielte fünf Tore für die Bornheimer. Dann der Schock: Burnout-Syndrom.
Wunderlich fiel die letzten fünf Spiele der Saison 2010/2011 aus. In der Sommerpause stimmten die Frankfurter einem Ausleihgeschäft zu, um dem gebürtigen Kölner einen Neuanfang in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Sportlich blühte Wunderlich bei der Viktoria wieder auf, profilierte sich als Regisseur und Torjäger und führte den NRW-Ligisten zum Aufstieg in die Regionalliga. Im Winter war der 26-Jährige zwischenzeitlich wieder nach Frankfurt zurückgekehrt, hatte den neuen Anlauf beim FSV aber schnell wieder abgebrochen, da sich erneut Burnout-Symptome zeigten.
Der Entschluss war also klar: Wunderlich, dessen Vater Franz Sportdirektor bei der Viktoria ist, wollte unbedingt über die Saison hinaus in Köln bleiben. Das Problem: Frankfurt hatte eine Option auf Vertragsverlängerung bis 2013 gezogen, um den Spieler nicht ablösefrei ziehen zu lassen. Nach den ersten Verhandlungsrunden waren die Fronten verhärtet. Die Viktoria bot 100.000 Euro, der FSV wollte 200.000 Euro.
Wunderlich war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder krankgeschrieben. Am Sonntag traten die Kölner ohne ihren Kapitän die Reise ins Trainingslager nach Aschersleben an. "Ich habe mich wieder beim Therapeuten in Behandlung begeben. Es ist die gleiche Burnout-Diagnose wie vor einem Jahr", erklärte er im "Express": "Mir geht es wieder richtig schlecht, physisch und psychisch. Ich fühle mich nicht in der Lage, nach Frankfurt zurückzukehren."
Das muss Wunderlich auch nicht, nachdem sich die Vereine kurzfristig doch geeinigt haben. Viktoria-Sponsor Franz-Josef Wernze dazu beim "kicker": "Diese Entscheidung wird vor allem bei Mike selbst für Erleichterung sorgen und zu seiner Genesung beitragen können."
Quelle: FUSSBALL.DE
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