22.08.2011, 18:26 Uhr
Aus Zürich berichtet Thomas Tamberg
Nach der Verletzung von Ivica Olic denkt der FC Bayern München über die Verpflichtung eines neuen Stürmers nach. Doch geht es nach Jupp Heynckes, dann wird sich beim deutschen Rekordmeister zumindest bis Weihnachten nichts mehr ändern. "Ich halte nichts von Schnellschüssen", sagte der Trainer auf der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Playoff-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Zürich (am Dienstag ab 20.30 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker) in der Schweizer Metropole.
Vor dem Abflug nach Zürich hatte Karl-Heinz Rummenigge noch laut über die Blitz-Verpflichtung eines Angreifers nachgedacht. "Wir haben nur drei Stürmer, das macht uns Sorge. Wir vertrauen darauf, dass Olic wiederkommt, aber wir werden darüber nachdenken, ob wir was tun", sagte der Vereinsboss.
Doch Heynckes verspürt wenig Lust, irgendeinen Stürmer zu verpflichten. "Die Frage ist: Wo kriegt Bayern München einen Topstürmer her, der die Qualität hat, die ich voraussetze, der sich integrieren kann, Charakter hat und Deutsch spricht", gab Heynckes zu bedenken. Zwar schloss er damit einen Einkauf nicht kategorisch aus, doch die Tendenz geht klar dahin, es beim aktuellen Team zu belassen.
"Ich denke, dass wir das mit dem bestehenden Stamm kompensieren können", sagte der 66-Jährige. Am Vortag hatte er bereits mit dem verletzten Olic telefoniert. Der Kroate zog sich gegen den Hamburger SV einen Teilriss einer Sehne des rechten Hüftbeugemuskels zu und muss sechs bis acht Wochen pausieren.
"Ivica war sehr niedergeschlagen, enttäuscht und deprimiert. Er hat sich mit so großer Energie und Intensität an die Mannschaft herangearbeitet", berichtete Heynckes vom Gespräch mit dem 31-Jährigen. Nach knapp einem Jahr Zwangspause wegen Knieproblemen hatte sich Olic gerade erst wieder ins Team zurückgearbeitet. "Das trifft uns schon", sagte auch Bastian Schweinsteiger. "Ivica macht immer die Wege, die dem Gegenspieler wehtun. Ich hoffe er kommt schnell zurück, wir brauchen ihn."
Damit darf Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen, der bis dato seine Qualitäten noch nicht unter Beweis stellen konnte, auf mehr Einsatzzeiten hoffen. Heynckes gab zu, dass die Umstellung von der zweiten auf die Bundesliga und der Sprung von Cottbus nach München nicht so einfach ist. "Er hat sehr intensiv gearbeitet. Wenn er ein bisschen zur Ruhe kommt und regeneriert, wird er sehr wertvoll für uns sein", will der Bayern-Coach Petersen nicht unter Druck setzen.
Quelle: FUSSBALL.DE
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