13.11.2012, 18:52 Uhr | dpa, t-online.de
Spezialauftrag: Marco Reus steht gegen die Niederlande vor einer besonderen Herausforderung. (Quelle: imago)
In der Stürmer-Not kopiert Joachim Löw sein großes Vorbild Spanien. Der Bundestrainer spielt zum Jahresabschluss gegen die Niederlande (Mittwoch, ab 20.15 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker) ohne gelernten Mittelstürmer. "Es gibt zwei oder drei Varianten, die ich mir durch den Kopf gehen lasse", sagte Löw. Gegen den Erzrivalen fallen Miroslav Klose und Mario Gomez aus.
Namentlich nannte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz nur Lukas Podolski und Marco Reus als Kandidaten für den Posten ganz vorne. In den letzten Länderspielen fungierte Podolski meist als Ersatz für Klose. Gegen Holland plant Löw jedoch anders mit dem Arsenal-Profi.
"Lukas kann diese Rolle spielen, ist aber eher der Spieler, der hinter einer zentralen Spitze noch stärker zur Geltung kommen kann. Er hat für mich auch über die linke Seite häufig gut gespielt bei der Nationalmannschaft. Auch bei Arsenal kommt er mehr über die Seite", erläuterte Löw. "Lukas kann das spielen, aber ganz vorne in der Spitze ist nicht seine absolute Idealposition."
Mit dem spielstarken Reus als verkapptem Stürmer liebäugelt der Bundestrainer schon einige Zeit. Erstmals brachte er diese Variante während der EM-Vorbereitung ins Gespräch. "Ich würde ihn mal gerne ganz vorne sehen", merkte Löw im Mai während des Trainingslagers der Nationalelf auf Sardinien an. Mit seinen technischen Fertigkeiten sei der schnelle Reus "im Kombinationsspiel auch anspielbar in der letzten Linie."
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Reus reagierte seinerzeit in Italien ein wenig verblüfft, aber keineswegs abgeneigt. Er habe schon bei seinem damaligen Klub Borussia Mönchengladbach "etliche Positionen gespielt". Der Neu-Dortmunder weiß, dass seine Flexibilität eine Stärke von ihm ist.
Spaniens Nationalteam und der FC Barcelona, die auch schon mal ohne echten Mittelstürmer agieren, lassen grüßen. Löw traut dem schmächtigen Reus die Mittelstürmer-Position zu: "Er kann sich wahnsinnig schnell drehen, ist wendig, beweglich und abschlussstark."
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Reus ist die Erledigung des Spezialauftrags durchaus zuzutrauen. Der Dortmunder Millionen-Einkauf ist ohnehin der Aufsteiger des Jahres im DFB-Team. Bei der EM fehlte Löw noch das absolute Vertrauen in den 23-Jährigen, den er nach seiner tollen Leistung gegen Griechenland (4:2) beim anschließenden Halbfinal-K.o. gegen Italien wieder aus der Startelf gestrichen hatte. Seit Saisonbeginn aber ist Reus Stammspieler im Nationaltrikot, in jedem der fünf Länderspiele stand der BVB-Profi in der Startformation, erzielte drei Tore. "Reus hat ein Riesenpotenzial", sagte Löw. "Er hat sich zuletzt auch gegen Real Madrid auf höchstem Niveau ganz hervorragend präsentiert."
Die Alternativen zu Reus könnten neben Podolski auch noch Thomas Müller oder André Schürrle heißen. Auf jeden Fall scheint Löw zum Experiment entschlossen. Eine Rückholaktion von Stefan Kießling nahm er auch nach der Absage von Klose nicht vor. "Ich registriere seine guten Leistungen in Leverkusen absolut", sagte Löw. Der sechsmalige Nationalspieler Kießling sei "nicht in Vergessenheit" geraten. "Aber in diesem Spiel will ich eine andere Variante testen."
Quelle: dpa, t-online.de
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