03.12.2009, 17:11 Uhr
Neuseelands Fellon (14) lässt sich feiern. (Foto: imago)Die Kiwis kommen ans Kap: Zum zweiten Mal in der WM-Geschichte hat sich die kleine Fußballnation für eine Endrunde qualifiziert. Zumindest für einige Wochen werden dann die Kicker in der Heimat einen übermächtigen Gegner von den Titelseiten verdrängen: den Nationalsport Rugby.
„Ich liebe Rugby, aber manchmal sollten sie das Rampenlicht teilen“, forderte Stürmer Rory Fallon, der Neuseeland mit seinem Treffer in der Relegation Richtung Südafrika schoss.
Die Kiwis mussten in der Ozeanien-Qualifikation erst in der zweiten Runde eingreifen und hatten dort keine Mühe mit Neukaledonien, Fidschi und Vanatu, die selbst im Vergleich mit Neuseeland Fußballzwerge sind. Die All Whites holten fünf Siege und kassierten nur eine einzige Niederlage im letzten Spiel gegen Fidschi, als der Gruppensieg längst feststand. Kurios: Neuseeland musste das Heim- als Auswärtsspiel bestreiten, weil der Torwart von Fidschi von der Regierung kein Einreisevisum erhielt. Als bestes Team Ozeaniens erhielt Neuseeland die Gelegenheit, gegen den Fünftplatzierten der Asiengruppe um die WM-Teilnahme zu spielen. Nach einem 0:0 im Hinspiel in Bahrain setzte sich das Team schließlich in Wellington mit 1:0 durch, weil Torhüter Mark Paston einen Elfmeter parierte und den knappen Sieg rettete.
Neuseelands Trainer Ricki Herbert. (Foto: imago)Den ersten und bislang letzten Auftritt Neuseelands bei einer WM erlebte Ricki Herbert 1982 noch als Spieler. Er war als eisenharter Verteidiger berüchtigt, der es zwei Jahre später immerhin in die zweite englische Liga zu den Wolverhampton Wanderers schaffte. In Neuseeland arbeitete er sich vom Klubtrainer hoch zum Nationalcoach. Momentan hat er eine Doppelfunktion: Seit 2007 trainiert er gleichzeitig den Klub Wellington Phoenix, der in der australischen A-League mitmischt. Für die WM wünscht sich der beliebte Trainer den Gruppengegner England.
Als Sturmpartner von Celtic Glasgows Christopher Killen soll Shane Smeltz für die Tore sorgen. Bisher gelang ihm das in 23 Auftritten im Nationaltrikot 13 Mal. Bis zur vergangenen Saison ging der in Göppingen geborene Smeltz in seiner Heimat für Wellington Phoenix auf Torejagd. Mit 21 Treffern sicherte sich Neuseelands Fußballer des Jahres 2007 die Torjägerkrone und einen Job beim neugegründeten Klub Gold Coast United. Der Start auf dem fünften Kontinent ist für den 28-Jährigen mit 11 Toren aus 13 Spielen bislang überaus erfolgreich verlaufen. Zu Beginn seiner Karriere wagte sich Smeltz auch nach Europa, in England spielte er allerdings nur bei unterklassigen Klubs wie Mansfield Town, Halifax Town und den AFC Wimbledon.
In Ozeanien ist Neuseeland klar die Nummer eins - nun, da Australien sich für einen anderen Kontinent entschieden hat. Den All Whites tut das bestimmt nicht gut, denn Gegner wie Neukaledonien sind einfach keine Herausforderung. Der Titel Ozeanienmeister ist inzwischen komplett entwertet. Ebenfalls schwach ist der Wettbewerb in der heimischen oder der australischen Liga, wo die meisten Spieler des WM-Kaders aktiv sind. Ein Überflieger wie einst Wynton Rufer fehlt der Mannschaft, und so wird sie es sehr schwer haben, besser als bei der ersten WM-Teilnahme 1982 abzuschneiden: 0:6 Punkte und 2:12 Tore lautete damals die niederschmetternde Bilanz. Der torlose Auftritt beim Confed Cup 2009 verheißt nichts Gutes.
Neuseeland im Überblick:
| |
Spitzname | All Whites |
Trainer | Ricki Herbert |
Kapitän | |
Größter Erfolg | Ozeanienmeister 1973, 1998, 2002, 2008 |
FIFA-Weltranglistenplatz | 77 |
Bisherige WM-Teilnahmen | 1 |
Quelle: t-online.de
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