AdJ-Wahl |19.11.2018|16:30

Zwischen Ski und Fußball: Leben für den Sport

Früher Skispringerin, heute schnürt sie für Klosterreichenbach die Fußballschuhe: Melanie Faißt.[Foto: Screenshot]

Bastian Schweinsteiger war einst ein talentierter Skifahrer, entschied sich aber dann für eine Karriere im Profifußball. Melanie Faißts Geschichte verlief praktisch andersherum: Sie verzichtete als Kind aufs Fußballspielen und wurde stattdessen Skispringerin. Mit dem Ergebnis: 16 Jahre Leistungssport und ein Eintrag ins Geschichtsbuch, als sie beim allerersten Frauen-Weltcup überhaupt 2011 in Lillehammer auf Platz drei sprang. Am Ende der Saison belegte sie in der Gesamtwertung den hervorragenden achten Rang.

Auch auf dem Fußballplatz sind Melanies sportliche Qualitäten über jeden Zweifel erhaben. Ihre Mitspielerinnen bescheinigen ihr „einen sehr großen Kampfgeist“ und sind sich einig: „Melanie ist immer zu 100 Prozent dabei.“ Ihr Trainer Matthias Illg setzt noch einen drauf: „Sie ist der Typ Spielerin, die eine Begegnung allein entscheiden kann.“ Er hat inzwischen verwunden, dass Melanie wegen ihrer Skisprung-Karriere ein paar Jahre auf dem Fußballplatz „verpasst“ hat.

"Mannschaft hat mir Halt gegeben"

Unmittelbar nach ihrem Karriereende 2014 stand Melanie beim VFR Klosterreichenbach auf der Matte und wurde auf Anhieb ein wichtiger Teil der Damen-Bezirksligamannschaft. Sie habe sich ohne das Skispringen zunächst leer gefühlt, erzählt die 28-Jährige: „Der Fußball und die Mannschaft haben mir in der Zeit viel Halt gegeben.“ Die Baden-Württembergerin hat das Vertrauen in Toren zurückgezahlt und als Stürmerin seitdem über 200 Treffer für ihren Verein erzielt. In der vergangenen Spielzeit war sie in 19 Begegnungen 48 Mal erfolgreich und damit Torschützenkönigin in ihrer Spielklasse. In dieser Saison zeigt sie sich ähnlich treffsicher, gibt sich aber ganz bescheiden und freut sich einfach, dass „wir alle eine kleine Familie sind“. Skier an den Nagel gehängt, Fußballschuhe geschnürt – so kann es gehen!

Ihre ursprüngliche Leidenschaft hat Melanie aber nie aufgegeben, trainiert in ihrer raren Freizeit den Skisprung-Nachwuchs und hegt nur einen Wunsch: „Ich möchte so viele Kinder wie möglich in den Weltcup bringen.“ Ein ambitioniertes Ziel – und danach können die Kids ja immer noch kicken… Eines steht fest: Der Aufwand, den Melanie für beide Sportarten betreibt, ist bewundernswert. Deshalb freuen wir uns sehr, dass sie als Amateurfußballerin des Jahres 2018  zur Abstimmung steht. Bald startet das Voting!

So geht’s weiter

Ihr habt die Qual der Wahl! In diesen Tagen stellen wir euch nach und nach zehn Amateurfußballerinnen und -fußballer in einzelnen Videoportraits vor.

Und dann geht’s in Richtung Entscheidung: In einer einwöchigen Abstimmungsphase auf  FUSSBALL.DE  könnt ihr online eure beiden Favoriten wählen. In das Gesamtergebnis fließt eure Wertung zu 50 Prozent ein, die anderen 50 Prozent basieren auf dem Urteil unserer prominenten DFB-Jury: Der 1. DFB-Vizepräsident Amateure Dr. Rainer Koch, Rekordnationalspieler und Ehrenspielführer Lothar Matthäus, Olympiasiegerin sowie Welt- und Europameisterin Annike Krahn, der 2014er-Weltmeister und Nationalspieler Julian Draxler sowie Stefan Kuntz, 1996 Europameister als Spieler und 2017 Europameister als U 21-Trainer, werden ihre Stimme abgeben. Komplettiert wird die Jury von den beiden Vorjahressiegern der Amateure-des-Jahres-Wahl Nina Hirsch vom bayerischen SV 67 Weinberg und Hanno Makel vom hessischen TuS Löhnberg.

FUSSBALL.DE  sucht bereits zum fünften Mal den  Amateurfußballer  und die  Amateurfußballerin des Jahres . Die Wahl ist eine Auszeichnung für diejenigen, die auf und neben Deutschlands Amateurfußballplätzen Bemerkenswertes vollbringen. Wir suchen hierbei Spielerinnen und Spieler, die Herausragendes leisten, auch im Vereinsleben; besondere Typen, die den Amateurfußball so faszinierend machen.

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