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|21.04.2017|14:20

Halles Gjasula: Ein Helm als Glücksbringer

Gjasula und der Traum von der 2. Bundesliga: "Ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe" [Foto: Getty Images/DFB]

Die 3. Liga ist voll von besonderen Akteuren. DFB.de stellt die "Gesichter der 3. Liga" in seiner Serie vor. Heute: Klaus Gjasula vom Halleschen FC , dessen Helm zu seinem Markenzeichen geworden ist.

Fußballspieler sind häufig abergläubisch. Manche haben einen Glückspfennig im Schuh oder tragen ein bestimmtes Shirt unter dem Trikot. Auch Klaus Gjasula vom Halleschen FC hat einen Glücksbringer: und zwar einen Schutzhelm. Die Geschichte begann im Oktober 2013, als der Mittelfeldspieler noch bei Kickers Offenbach spielte und sich das Jochbein brach. Wie jeder Spieler, der so eine Verletzung erleidet, musste er daraufhin mehrere Monate einen Schutzhelm tragen.

85 Gelbe Karten: "Ich spiele gern an der Grenze"

Zum ersten Spiel der darauffolgenden Saison nahm Gjasula den Helm wieder ab - mit negativen Folgen. "Ich bekam vom gegnerischen Torhüter gleich etwas auf den Kopf, und wir verloren mit 0:3. Also habe ich den Helm im nächsten Spiel wieder aufgesetzt", erzählt er im Gespräch mit DFB.de . Die Folge: Kickers Offenbach blieb 29 Spiele ungeschlagen und qualifizierte sich für die Aufstiegsspiele in die 3. Liga. Seitdem nahm er den Helm nie wieder ab.

Dass der 27-Jährige mit seinem Schutzhelm gefährlicher aussieht als andere Fußballprofis, passt zu seiner Spielweise. Gjasula macht auf dem Fußballplatz keine Kompromisse. 85 Gelbe Karten hat er in seiner Karriere bereits kassiert. "Ich spiele gerne an der Grenze, gewinne dadurch viele Zweikämpfe, gehe aber auch in riskante Mann-gegen-Mann-Duelle. Da kann es schon einmal passieren, dass ich einen Schritt zu spät komme. Aufgrund meines Helms habe ich bei den Schiedsrichtern sicherlich einen gewissen Wiedererkennungswert und sehe dadurch schneller die Gelbe Karte." Gjasula hadert nicht mit den vielen Verwarnungen. Im Gegenteil, er fühlt sich dann erst so richtig im Spiel: "Eine Gelbe Karte zeigt mir, dass ich viele Zweikämpfe führe".

Paketbote und Fußballspieler

Gjasula ist eben ein harter Arbeiter. Das zeigt sich auch an seinem Lebenslauf: Er gehört nicht zu den vielen Drittligaspielern, die aus dem Nachwuchsleistungszentrum eines großen Profivereins stammen. Ein Sichtungstraining beim SC Freiburg blieb in der Jugend erfolglos. Stattdessen hat er sich von der Oberliga über die Regionalliga bis in die 3. Liga hochgearbeitet. Der Bahlinger SC und Waldhof Mannheim waren seine ersten Stationen im Männerfußball.

"Der Profifußball war immer mein Traum. Aber ich bin eben ein Spätstarter", erklärt er seine Karriere. Da er die ersten Jahre nicht vom Fußball leben konnte, musste er verschiedenen Nebenjobs nachgehen, hat zum Beispiel Pakete ausgeliefert oder in Geschäften Kleidung zusammengelegt. "Ich habe mir immer Limits gesetzt", führt er fort: "Wenn ich es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht in den Profifußball geschafft hätte, hätte ich eine Ausbildung begonnen."

Abstieg mit den Stuttgarter Kickers, dann nach Halle

Diese Überlegung reifte in Gjasula ganz besonders, als er 2012/2013 für die zweite Mannschaft des MSV Duisburg spielte. "Das war eine schwierige Zeit für mich", erzählt er rückblickend. "Ich musste relativ früh in der Saison eine längere Sperre absitzen, war noch relativ jung und wohnte mit meinem Bruder zusammen, der dann eine Herzmuskelentzündung bekam und nie da war. Das wirkte sich alles auf meine Leistungen aus. Ich hatte Probleme, danach einen Verein zu finden."

Ein Probetraining bei Kickers Offenbach rettete seinen Traum von bezahlten Fußball. Der damalige Übungsleiter Rico Schmitt, der heute auch sein Trainer beim Halleschen FC ist, erkannte das Potential von Gjasula und nahm ihn in die Mannschaft von Kickers Offenbach auf. Dort entwickelte sich der in Albanien geborene Deutsche zum Leistungsträger.

Zur Rückrunde der Spielzeit 2015/2016 wechselte er zu den Stuttgarter Kickers in die 3. Liga. Die Saison endete mit dem Abstieg: "Wir hatten zwei Spieltage vor Saisonende sechs Punkte Vorsprung. Vielleicht waren wir uns im Unterbewusstsein zu sicher, dass wir den Klassenerhalt schaffen." Weil seine Arbeitspapiere nur für die Profiligen galten, wechselte er zum Halleschen FC. "Ich habe so lange dafür gearbeitet, in die 3. Liga zu kommen", erinnert er sich. "Das wollte ich nicht aufgeben."

"Ich weiß, dass ich das Zeug für die 2. Bundesliga habe"

Trainer Schmitt setzt vollstes Vertrauen in seinen Abräumer. "Klaus ist ein zweikampf- und kopfballstarker Mittelfeldspieler, der sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt hat und auch nach seinem Wechsel nach Stuttgart sofort ein Führungsspieler des Teams war", sagte der Trainer zum Zeitpunkt der Verpflichtung. Kurz darauf wurde Gjasula zum Kapitän ernannt. Aktuell befindet sich der Verein im gesicherten Mittelfeld.

Am Samstag (ab 14 Uhr) steht das Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 II an. Gjasula ist mit dem Saisonverlauf des HFC nicht ganz zufrieden: "Wenn man zur Winterpause auf Platz vier steht, würde man natürlich gerne mit einem Auge nach oben schielen. Leider konnten wir in der Rückrunde bislang nicht an die Hinrunde anknüpfen".

Trotzdem bleibt die Frage, ob Gjasula nach der Oberliga, der Regionalliga und der 3. Liga irgendwann auch die 2. Bundesliga in Angriff nimmt. "Das wäre mein großer Traum", antwortet der Mittelfeldspieler: "Ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um das zu schaffen." Mit dem Helm als Glücksbringer kann eigentlich nicht viel schief gehen.

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