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Amateurstatistiken

|12.10.2017|15:30

Stuttgart gegen Köln im Video: Ende der Meisterträume

Entscheidende Heimschlappe im Titelkampf 1979: Jürgen Sundermann und der VfB [Foto: imago sportfotodienst]

Am Freitag (ab 20.30 Uhr, live im Eurosport Player) treffen der VfB Stuttgart und der 1. FC Köln  zum Auftakt des 8. Spieltags zum 87. Mal in der Bundesliga aufeinander. <strong>DFB.de</strong> erzählt die Geschichten zu den wichtigsten Partien in Stuttgart.

Bundesliga-Premiere

8. Februar 1963: VfB Stuttgart - 1. FC Köln 0:1

Schon der Auftakt dieses Duells stellte die Weichen, Gäste hatten in der Regel mehr Grund zur Freude. So auch am letzten Hinrundenspieltag der Premierensaison, als der bis dahin zuhause ungeschlagene VfB Stuttgart den schon fest stehenden Herbstmeister empfing. 73.000 Zuschauer bildeten bei frostigen Temperaturen die Rekordkulisse des Tages, das Spiel vermochte sie durchaus zu erwärmen. Der VfB hielt die Partie offen, verbuchte ein Eckenplus von 9:3 und traf den Außenpfosten (Erwin Waldner). Ins Tor aber trafen nur die Kölner. Hornigs Flachschuss entschied die Partie in der 70. Minute. "Daß der VfB diese Partie verlor, lag allein am Sturm", richtete der Kicker . Kurios die Siegesfeier in der Kölner Kabine, wo Toni Regh ein nicht gerade fußballertypisches Lied anstimmte. Aber zehn Tage vor Heiligabend passte es in die Zeit: "Oh Du fröhliche…".

Tore: 0:1 Hornig (70.).

Der höchste Heimsieg 

30. Oktober 1968: VfB Stuttgart – 1. FC Köln 6:1

An einem Mittwochabend schrieb der VfB Vereinsgeschichte – erstmals glückten ihm sechs Tore in einem Bundesligaspiel. Der Saisonverlauf hatte wenig Anlass gegeben, das zu erwarten. Auf Platz elf stehend, hatten die Schwaben in elf Spielen erst 13 Tore erzielt. Und Köln, der Siebte, erst ebenso viele kassiert. Der Kicker registrierte "einen lange nicht mehr gesehenen Spielrausch" beim VfB, schon zur Pause (3:0) war alles klar. Bei Köln lief wenig zusammen, Nationalspieler Wolfgang Overath ließ sich nach einer Stunde entnervt auswechseln. Immerhin gelang seinem Vertreter Hannes Löhr, vor dem Spiel mit Blumen begrüßt (für den Torschützenkönig 1967/1968) das schönste Tor des Tages – aus 20 Metern. Angesichts der Vorstellung ihrer eigenen Mannschaft gönnten das die 25.000 den an diesem Tag desolaten Gästen. So war es nie wieder in den nächsten 50 Jahren in Stuttgart.

Tore: 1:0 Bo Larsson (14.), 2:0 Menne (31.), 3:0 Handschuh (41.), 4:0 Haug (57.), 4:1 Löhr (68.), 5:1 Arnold (88.), 6:1 Gress (89.).

Der höchste Auswärtssieg

2. Juni 1979: VfB Stuttgart - 1. FC Köln 1:4

Ausgerechnet im zugleich wichtigsten Spiel gegen die Kölner kassierte der VfB seine höchste Heimniederlage. Das Neckarstadion platzte an diesem 33. Spieltag 1978/1979 aus allen Nähten, schon im zweiten Jahr nach dem Aufstieg konnten die von "Wundermann" Jürgen Sundermann trainierten Stuttgarter Meister werden. 56.000 Zuschauer waren bei drückender Hitze gekommen, ihren VfB siegen zu sehen, war er doch schon 30 Heimspiele unbesiegt geblieben. Im Fernduell mit dem HSV, der in Bielefeld spielte und zwei Punkte Vorsprung hatte, hätte ein Sieg eine realistische Titelchance bewahrt. Denn der HSV hatte zuletzt die wiedererstarkten Bayern zu Gast, während der VfB zu Absteiger Darmstadt musste. Doch das Programm des 34. Spieltags interessierte nach Abpfiff keinen mehr, der junge VfB um Hansi Müller und den Förster-Brüdern wurde Opfer der ungewohnten Drucksituation. Der Kicker titelte: "Die Nerven versagten".

Der routinierte Vorjahresmeister aus Köln kämpfte noch um den Einzug in den UEFA-Pokal und kam mit dieser Last weit besser zurecht. Holger Willmer spielte groß auf, traf zum 1:0 und legte das 2:0 auf. Zwei Tore Rückstand bei 30 Grad im Schatten aufzuholen, das war zu viel. Der VfB beeindruckte dennoch kämpferisch und kam auf 18:3 Ecken, aber Konopkas 0:3 nach 62 Minuten zog endgültig den Stecker. Der scheidende Sundermann, vor dem Spiel mit Beifall verabschiedet, sagte: "Die Spieler sind alle sehr müde, nicht aber demoralisiert. Wir sind in dieser Hitze angerannt, haben unheimlich viel Kraft verbraucht und die cleveren Kölner schossen konternd die Tore." Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder: "Ohne Spiele wie dem heutigen würde dem Fußball doch die Faszination fehlen." Und der enttäuschende Hansi Müller bestach durch Selbstkritik: "Dass ich heute ausgepfiffen wurde, fand ich berechtigt." Kölns Trainer Hennes Weisweiler: "Ein schöner Sieg, wir spielten rundum gut." Dem HSV reichte dank der VfB-Pleite ein 0:0 zum Titel.

Tore: 0:1 Willmer (12.), 0:2 Zimmermann (26.), 0:3 Konopka (62.), 0:4 Glowacz (73.), 1:4 B. Förster (74.).

Der besondere Moment

15. April 1987: VfB Stuttgart - 1. FC Köln 5:1 - Ein Foul landet vor Gericht

Während selbst die VfB-Fans schon nach einigen Tagen nicht mehr über das unerwartet hohe 5:1 über den Angstgegner sprachen, denkt Karl Allgöwer wohl sein Leben lang an diesen Tag. Wenn die kalten Tage kommen, weiß er das immer schon ein paar Stunden vor dem Wetterbericht. Seine private Wetterstation ist die linke Schulter, in der es dann empfindlich zieht. Viele kennen das, deren Knochen und Gelenke nicht mehr ganz heil sind. Was bei Unfällen schon mal passieren kann Der frühere Nationalspieler ist in seiner Karriere angeblich rund 1000-mal gefoult worden, aber das eine im April 1987 habe alles übertroffen. Kein Geringerer als der spätere Weltmeister-Torwart Bodo Illgner hatte ihn zu Fall gebracht, als Allgöwer den Ball schon an ihm vorbei gelegt hatte. Er stürzte auf die Schulter.

Die Gerichtsbarkeit auf dem Fußballfeld handelte schnell: Gelb für Illgner. Nur Gelb. Für Allgöwer aber schien es Rot zu werden – für die Karriere. Zwar konnte er durchspielen, aber dann begann das Martyrium. Eine schmerzhafte Knochenabsplitterung wurde diagnostiziert, ihm drohte die Invalidität. Der streitbare Schwabe tat das, was sich in der Branche eigentlich nicht gehörte – er zog vors Zivilgericht. Es ging ihm weniger um Schadensersatz, den sein Anwalt Christoph Schickhardt auf 23.105, 34 D-Mark bezifferte. Er wollte ein Zeichen setzen gegen rücksichtslose Spielweise, die die Gesundheit der Berufskollegen gefährde. Doch damit kam er nicht weit, denn er konnte ja dank ärztlicher Hilfe fünf Wochen später schon wieder spielen.

Vor Gericht trafen sich Allgöwer und Illgner trotzdem und da wurde ihm ein Vergleich empfohlen. Den nahm er an. Formal hatte er zwar verloren, Illgner sei kein Vorsatz nachzuweisen, stellte das Stuttgarter Landgericht fest. Was im Grunde allen im Fußball recht war, hätte sich doch sonst eine Tür geöffnet, durch die Woche für Woche Ankläger gestürmt wären. Aus allen Klassen. Faktisch aber trafen sie sich in der Mitte; Allgöwer hat immerhin sein Geld bekommen und Illgner galt weiterhin als unbescholten. Damit war auch der Bundesgerichtshof zufrieden, der 1974 schon festgehalten hatte, dass Verletzungen zum Berufsrisiko gehörten, "die man grundsätzlich in Kauf nehmen muss, wenn man diesen Beruf ausübt."

Tore: 1:0 Allgöwer (7., Elfmeter), 1:1 K. Allofs (19.), 2:1 Klinsmann (60.), 3:1 M. Wollitz (61., Eigentor), 4:1, 5:1 Hartmann (81., 84.).

Die Fakten

Gesamtbilanz: 27-24-35
Heimbilanz: 19-10-14

Rückblick:
- seit 19 (!) Duellen kein Heimsieg
- 2015/2016 jeweils 1:3
- neun der letzten zwölf Duelle gewann der Gast
- von 28. Juli 2001 bis 4. Oktober 2003 drei 0:0 in Folge (Bundesligarekord)
- Köln in Stuttgart elf Spiele ungeschlagen
- Köln gewann sechs der letzten sieben Gastspiele
- Köln feierte seine meisten Auswärtssiege in Stuttgart
- letzter Heimsieg des VfB: 8. September 1996 (4:0)
- Torquote dieser Paarung: 3,04

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