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Nationalspieler Zubayr Amiri |26.12.2015|10:15

Amiri: Vom Cousin aus der Oberliga lernen

U 20-Nationalspieler Nadiem Amiri (Bild links) soll aus den Fehlern seines Cousins Zubayr (Bilder rechts) lernen. [Foto: Fotos Getty Images; Collage FUSSBALL.DE]

Im Ligabetrieb spielt Zubayr Amiri für den SC Hessen Dreieich in der Hessenliga. Im Dienste der afghanischen Nationalmannschaft hingegen erlebt er den großen Fußball. Sein persönliches Highlight: Im WM-Qualifikationsspiel gegen Japan traf er auf bekannte Fußballstars wie Shinji Kagawa und Shinji Okazaki. Er selber hat es nicht in den Profifußball geschafft. Wertvolle Erfahrungen hingegen sammelte er viele. Diese gab er auch an Cousin Nadiem weiter, der es bis zum Bundesligaprofi und deutschen U 20-Nationalspieler gebracht hat.

"Als ich unter Christoph Daum trainiert habe und die Zeitungen von mir geschrieben haben, habe ich mir das zu Kopf steigen lassen. Keiner konnte mich zurück auf den Boden bringen"

Der Traum von der Bundesliga war so nahe. Kurz nach seinem 20. Geburtstag wurde Zubayr Amiri, der in Afghanistan geboren wurde und in Folge des Bürgerkriegs als Zweijähriger mit seiner Familie nach Deutschland kam, für die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt verpflichtet. Der offensive Mittelfeldspieler machte in der Regionalliga einen so guten Eindruck, dass er schon bald unter Christoph Daum bei den Profis mittrainieren durfte. Doch zum erhofften Bundesligadebüt kam es nie.

„Es ist schwer zu beurteilen, warum es mit dem Profifußball nicht geklappt hat“, sagt der 25-Jährige im Gespräch mit FUSSBALL.DE . „Ich war ganz nahe dran. Aber als Frankfurt tief im Abstiegskampf steckte und in der Saison danach mit gestandenen Spielern wieder aufsteigen wollte, wären U 23-Spieler wohl keine große Hilfe gewesen.“ Es war ihm nicht genug, „nur“ Stammspieler in der Regionalliga zu sein. Er strebte nach Höherem. Unter Markus Weinzierl, dem heutigen Trainer des Bundesligisten FC Augsburg, absolvierte er eine Trainingswoche beim damaligen Drittligisten Jahn Regensburg. „Aber das Geld, das mir dort angeboten wurde, hätte leider nicht zum Leben ausgereicht“, erinnert sich Amiri. Zu diesem Zeitpunkt war auch bei der Eintracht die Personalplanung abgeschlossen, sodass es kein Zurück mehr gab - und der Traum vom Profifußball für immer in unerreichbare Ferne rückte.

Länderspieldebüt gegen Palästina

Zubayr Amiri macht keinen unglücklichen Eindruck, wenn er über seine fußballerische Laufbahn spricht. Warum auch? Immerhin hat er es zum Nationalspieler gebracht. Sein Debüt für Afghanistan gab er im Juni 2011 gegen Palästina. „Ich war sofort von der Idee begeistert, für mein Land spielen zu können. Auch wenn ich keine Kontakte mehr nach Afghanistan habe“, sagt Amiri, der mittlerweile auf neun Länderspiele zurückblickt.

Es wären vermutlich einige mehr gewesen, hätte er nicht zwischenzeitlich eine Pause von fast vier Jahren eingelegt: „Nachdem es mit dem Profifußball nicht geklappt hat, habe ich den Fokus auf den Beruf gelegt. Mein Vater und ich haben uns ein kleines Unternehmen aufgebaut. Wir handeln mit Nutzfahrzeugen. Daher hatte ich keine Zeit mehr für die Nationalmannschaft.“ Dass er zurückgekehrt ist, hängt mit den Überredenskünsten von Slaven Skeledzic zusammen, der bis vor kurzem noch Nationaltrainer Afghanistans gewesen ist.

Nagatomo vor Probleme gestellt

Das Comeback hatte sich gelohnt: Im September fand das WM-Qualifikationsspiel gegen Japan statt. Amiri stand plötzlich Fußball-Stars wie Shinji Kagawa von Borussia Dortmund und Marco Hasebe von Eintracht Frankfurt gegenüber. Sein direkter Gegenspieler war Yuto Nagatomo von Inter Mailand. Obwohl dieser einen Marktwert von rund 7,5 Millionen Euro hat, tat er sich gegen Amiri schwer. „Ich bin vom Trainer und meinen Mitspielern sehr gelobt worden“, sagt der Afghane aus Hessen stolz. Der Endstand von 0:6 ließ sich daher verschmerzen.

Während Fußball für Zubayr lediglich ein Hobby ist, hat es sein Cousin bis in die Bundesliga gebracht. Der sechs Jahre jüngere Nadiem spielt für die TSG Hoffenheim und die deutsche U 20-Nationalmannschaft - genauso wie Zubayr als offensiverer Mittelfeldspieler. „Ich bin sehr stolz, dass er diesen Weg eingeschlagen hat“, sagt Zubayr Amiri, der seinem Cousin mit vielen Ratschlägen zur Seite steht.

Das Fußballtalent soll aus den Fehlern lernen, die Zubayr vielleicht die Profikarriere gekostet haben: „Als ich unter Christoph Daum trainiert habe und die Zeitungen von mir geschrieben haben, habe ich mir das zu Kopf steigen lassen. Keiner konnte mich zurück auf den Boden bringen. Daher habe ich Nadiem immer gesagt, dass er trotz der Erfolge ruhig bleiben muss“, sagt Zubayr Amiri. Seine Worte haben offenbar Gehör gefunden. Nadiem zählt momentan zu den wenigen Lichtblicken der kriselnden Hoffenheimer.

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