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Kreisliga A |08.01.2018|10:00

Bald Profi? Kreisligist feiert Brasilianer

Hat den Dortmunder Verein TuS Bövinghausen verzaubert: der Brasilianer Mateus Ajala Cardoniz. [Foto: Stephan Schütze]

In Bövinghausen liegen sie genau einem zu Füßen: Mateus Ajala Cardoniz. Mit vielen Toren und Vorlagen ist der 22-Jährige zum Liebling im Dortmunder Vorort avanciert. Damit weckt der Kreisliga-Angreifer auch das Interesse aus höheren Ligen. FUSSBALL.DE stellt den Brasilianer vor.

Der Sportplatz ist wie sein Zuhause. Hier verbringt er die meisten Stunden in seiner Freizeit – getrieben von einem Traum. Mateus Ajala Cardoniz wünscht sich, es zum Profi zu schaffen. „Man merkt, er will hoch hinaus“, bestätigt sein Trainer Sven Thormann. Momentan ist er davon allerdings weit davon entfernt, momentan spielt der 22 Jahre alte Brasilianer lediglich in der westfälischen Kreisliga A.

Doch das soll kein dauerhafter Zustand sein. Seine Leistungen, seine Fähigkeiten, wecken Begehrlichkeiten. Ein großer Ligensprung im Sommer ist wahrscheinlich, darauf stellt sich sein Verein TuS Bövinghausen auch ein. „Wir unterstützen ihn dabei“, sagt Thormann, der nun TuS-Spielertrainer ist und als ehemaliger Oberliga- und Westfalenliga-Spieler noch den einen oder anderen Kontakt für Cardoniz aufwärmen möchte.

Klar ist: Der nächste Schritt muss nun folgen. Dies bekräftigt Bövinghausens Vorsitzender Ajan Dzaferoski. „Im Sommer ist letzte Eisenbahn.“ Sowohl er als auch Coach Thormann trauen dem 22-Jährigen auch eine Menge zu. „Das ist ein sehr interessanter Spieler, der auch mal zwei, drei Spieler locker stehen lassen kann“, berichtet Dzaferoski. „Für uns ist er ein Glücksgriff und er kann am Profisein kratzen. Ich traue ihm das zu“, erklärt Thormann.

"Irgendetwas fehlt da, eine Kleinigkeit. Das kann der nächste Trainer vielleicht noch aus ihm rauskitzeln"

Doch, und das sagen beide übereinstimmend: Cardoniz besitzt noch Steigerungspotenzial. „Irgendetwas fehlt da, eine Kleinigkeit. Das kann der nächste Trainer vielleicht noch aus ihm rauskitzeln“, meint Dzaferoski. Für den aktuellen Coach muss er sicher im taktischen Bereich dazulernen und versuchen, noch mehr richtige Entscheidungen auf dem Platz zu treffen. Allerdings stimmt der Weg, Cardoniz hat in dem einen Jahr in Bövinghausen schon einen Riesensprung gemacht, wie der Vorsitzende skizziert. Gescheitert bei Hertha BSC Berlin III befand sich der 22 Jahre alte Stürmer in keinem guten Zustand. „Ganz ehrlich: Als er kam, dachte ich: Das reicht für die Kreisliga A nicht. Man hat keinen Unterschied gesehen, er war normaler Durchschnitt.“

Deshalb sei auch die ersten drei bis fünf Monate nichts Großartiges von ihm zu sehen gewesen, so Dzaferoski, der einen Zusammenhang zum mentalen Zustand herstellt. Das missglückte Engagement in Berlin machte Cardoniz zu schaffen. „Er war nicht fit und hat sich erst mit der Zeit an die deutsche Spielweise gewöhnt.“ Extra wegen des Fußballs im Jahr 2014 von Brasilien nach Deutschland gezogen, schien sein Traum von einer guten Karriere geplatzt. Doch nach und nach zog er sich aus dem kleinen Loch, zeigte immer mehr sein riesiges Potenzial. Im Dortmunder Vorort brachte ihm das einen hohen Beliebtheitswert. „Bei uns ist er der König im Dorf und lockt Zuschauer.“ Über einen Zufall zum TuS gekommen, war es im Nachhinein genau der richtige Schritt, um zu reifen. „Bevor man verschwindet, muss man vielleicht so einen Weg gehen“, sagt der Vorsitzende.

Nun hat der 22 Jahre alte Straßenfußballer den Spaß in Deutschland gefunden. „Er steckt einen mit seiner Frohnatur an. Er umarmt sich mit jedem Mitspieler bei der Begrüßung, kommt alle zwei, drei Wochen mit einer neuen Frisur“, berichtet Thormann. Trotz der Sprachbarriere klappt es auch, sich mit ihm zu verständigen. Obwohl der Tattoo-Liebhaber nur fließend Portugiesisch und ein wenig Englisch spricht, klappt die Kommunikation. „Die Fußballersprache kann er und man kann sich mit Händen und Füßen helfen“, sagt Thormann.

Um die Hochform zu erreichen, hat Cardoniz jedoch auch hart gearbeitet. Der Torjäger feilt ständig an sich selbst. An seiner Fitness, Kondition und seiner Schusstechnik. Der Trainer beschreibt: „Ich wohne selbst nur zwei Minuten vom Sportplatz entfernt. Und wenn ich zur Arbeit fahre, dann sehe ich ihn meistens mit seinem Kompagnon Jorge Jose Machado, wie er Extraschichten einlegt.“

Erst aber soll er mal noch weiter dazu beitragen, den ambitionierten Kreisligisten und aktuellen Tabellenführer in die Bezirksliga zu schießen. Seinen bislang 32 Treffern und mehr als 15 Vorlagen sollen in den restlichen 14 Partien noch viele weitere Torbeteiligungen folgen.

Für den Verein wird sein wahrscheinlicher Abgang natürlich einen herben Verlust darstellen. „Er ist nicht eins zu eins zu setzen und wir müssen das auf mehrere Schultern verteilen“, blickt der 27 Jahre alte Spielertrainer voraus. Alleine der mediale Hype, der um ihn entstanden ist, hatte positive Auswirkungen auf den Klub. Nichtsdestotrotz sieht sich der TuS Bövinghausen auch in der Lage, ohne ihn den angestrebten Weg erfolgreich fortzusetzen. „Das Zuschauerinteresse wächst, in den Zeitungen sind wir oft Thema – bei uns tut sich etwas. Unser angestrebtes Ziel ist die Westfalenliga.“

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