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Amateurstatistiken

|06.12.2018|17:00

Bigalke: "Wir genießen viele Freiheiten"

Bigalke: "Es hätten sogar noch mehr Vorlagen sein können"[Foto: imago/foto2press]

42 Tore und 68 Vorlagen in 165 Pflichtspielen: Das ist die beeindruckende Statistik von Sascha Bigalke im Trikot der SpVgg Unterhaching . Auch in dieser Saison hat der 28 Jahre alte Offensivspieler seine Qualitäten in der 3. Liga unter Beweis gestellt. Mit neun Assists ist er nach 17 Spieltagen gemeinsam mit Phillipp Steinhart vom TSV 1860 München der beste Vorlagengeber. Mit der SpVgg Unterhaching belegt er bei zwei Punkten Rückstand auf Position zwei den vierten Tabellenplatz. Am Sonntag (ab 13 Uhr, live bei Telekom Sport) treten die Hachinger bei den Sportfreunden Lotte an.

Im DFB.de -Interview spricht Sascha Bigalke mit Mitarbeiter Dominik Dittmar über die Serie der SpVgg Unterhaching von 16 Treffern in drei Spielen, das Aufstiegsrennen in der 3. Liga und seine Doppel-Tätigkeit als Trainer der Unterhachinger U 14.

DFB.de: Ein Tor erzielt, zwei Vorlagen, bei einem weiteren Treffer den Vorlagengeber Stephan Hain mustergültig bedient: War das 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern ein rundum gelungener Tag für Sie, Herr Bigalke?

Sascha Bigalke: Es war definitiv ein gutes Spiel. Wenn ich dann noch den Elfmeter im ersten Versuch verwandelt hätte, wäre es ein nahezu perfekter Tag gewesen. Immerhin hat es im zweiten Versuch geklappt. So kann ich am Ende darüber schmunzeln.

DFB.de: Wie groß war die Erleichterung, dass Sie im 16. Anlauf ihr erstes Saisontor erzielt haben?

Bigalke: Auf die Anzahl meiner Tore achte ich nicht so genau. Ich bin nicht der klassische Mittelstürmer, sondern eher für die Vorlagen und die vorletzten Pässe zuständig. Es ist auch nicht so, dass ich bislang viele hochkarätige Chancen vergeben hätte. Spätestens wenn selbst die Abwehrspieler treffen und ich mir als Offensivspieler deshalb den einen oder anderen flotten Spruch anhören muss, tut ein Treffer aber ganz gut (lacht) . Ich weiß, dass ich noch an meiner Torgefahr arbeiten kann und nehme mir auch vor, öfter zu treffen.

DFB.de: Mit neun Assists sind Sie gemeinsam mit Phillipp Steinhart vom TSV 1860 München der beste Vorlagengeber in dieser Saison. Warum läuft es bei Ihnen so gut?

Bigalke: Um ganz ehrlich zu sein: Es hätten sogar noch mehr Vorlagen sein können. Es hat schon immer meine Spielweise ausgezeichnet, Tore für meine Mitspieler vorzubereiten. Auch im Training bin ich eher der Typ, der den Ball querlegt. Wir spielen zwar nominell in einem 4-4-2-System. Allerdings genießen wir bei unserem Trainer Claus Schromm auf den Positionen auch viele Freiheiten. Ich kann oft auf die Flügel ausweichen oder mich bis ins Mittelfeld fallen lassen. Uns tut es gut, wenn einige Spieler während der 90 Minuten immer wieder ihre Positionen tauschen und die Gegenspieler vor neue Herausforderungen stellen.

DFB.de: Die SpVgg Unterhaching hat mit zehn Spielen ohne Niederlage bereits einen Vereinsrekord für die 3. Liga aufgestellt. Wie weit kann die Serie noch gehen?

Bigalke: Hoffentlich mindestens bis zur Winterpause. Das wird aber kein Selbstläufer. Schon mit dem Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Lotte erwartet uns eine schwierige Aufgabe. Unter Trainer Nils Drube haben die Sportfreunde drei von fünf Heimspielen gewonnen, sind dabei noch ungeschlagen. Durch die Serie von zehn Spielen ohne Niederlage können wir aber selbstbewusst auftreten.

DFB.de: In den vergangenen drei Spielen sind Unterhaching nicht weniger als 16 Treffer gelungen. Wie war das möglich?

Bigalke: Wir sind in jedem Spiel in der Lage, Tore zu erzielen. Beim 6:0 gegen Fortuna Köln und beim 5:0 gegen Kaiserslautern haben wir unsere sieben, acht hochkarätigen Chancen konsequent genutzt. Beim 5:4 in Jena wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Wir haben dreimal den Pfosten und einmal die Latte getroffen.

DFB.de: Der zweite Rang und damit ein direkter Aufstiegsplatz ist nur zwei Punkte entfernt. Ist dieses Jahr der große Wurf möglich?

Bigalke: Die Frage lässt sich in drei Wochen einfacher beantworten. Wenn die Aufstiegszone zur Winterpause nur ein bis drei Zähler entfernt sein sollte, ist vieles möglich. Aber auch dann hängt noch vieles von einem guten Start ins neue Jahr oder dem Glück mit Verletzungen ab. Sollte das bei uns so sein, können wir uns dann auch mit dem Thema Aufstieg beschäftigen. Die 30 Zähler nach 17 Spielen sind eine super Sache, wir stehen leistungsgerecht auf dem vierten Platz. Durch den vierten Abstiegsplatz sollte man aber auch die Gefahrenzone nicht ignorieren. Da sieht es mit 13 Punkten Vorsprung ebenfalls gut aus.

DFB.de: Die SpVgg hat wie Spitzenreiter VfL Osnabrück erst einmal verloren. Was macht es so schwer, Ihre Mannschaft zu besiegen?

Bigalke: Mit unserer Spielweise kommen wir nach einer Führung oft ins Rollen. Ein großer Faktor ist auch, dass die Mannschaft schon zu einem Großteil mit dieser Besetzung aus der Regionalliga in die 3. Liga aufgestiegen ist. Von den Zugängen musste sich eigentlich nur Marc Endres eingewöhnen. Das ging bei ihm aber schnell. Markus Schwabl, Lucas Hufnagel und Dominik Widemann kennen Trainer Claus Schromm bzw. die SpVgg schon aus ihrer ersten Zeit beim Verein. Jeder kannte also die Abläufe und wusste, wie sich seine Mitspieler verhalten. Das hilft auch, um in der Defensive nur wenige Chancen des Gegners zuzulassen.

DFB.de: Wie sehr schmerzen noch die sieben Unentschieden in Folge?

Bigalke: Während der Serie saßen wir zusammen und haben lange überlegt, ob sie nun positiv oder negativ ist. Ich dachte oft, ich hätte lieber einmal verloren, um im nächsten Spiel gewonnen zu haben. Da wir nun aber drei Siege in Folge eingefahren haben, werte ich die ganzen Unentschieden positiv. Jeder Punkt kann am Ende Gold wert sein.

DFB.de: Sie stehen bereits zum dritten Mal bei der SpVgg Unterhaching unter Vertrag. Was macht den Verein für Sie aus?

Bigalke: Vor meiner ersten Station in Unterhaching wollte ich nach zwölf Jahren bei Hertha BSC eine neue Herausforderung. Den damaligen SpVgg-Trainer Heiko Herrlich kannte ich bereits aus meiner Zeit bei der deutschen U 17-Nationalmannschaft. Bei meinen beiden anderen Wechsel nach Unterhaching kam ich jeweils aus einer Verletzung zurück. Mir war es wichtig, wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen. Ich kannte noch die Mannschaft und die Vereinsverantwortlichen und wusste, dass das Drumherum für mich passt. Daher bin auch den Schritt in die Regionalliga Bayern zur SpVgg gegangen. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass wir die Rückkehr in die 3. Liga schaffen werden. So ist es ja auch 2017 gekommen. Wir haben einfach Bock auf Fußball.

DFB.de: Sie sind auch U 14-Trainer bei der SpVgg. Wie viel Freude macht es, mit so jungen Spielern zu arbeiten?

Bigalke: Das ist eine riesige Erfahrung für mich. Der Verein und ich haben uns schon bei meiner zurückliegenden Vertragsverlängerung darauf verständigt, dass ich auch gerne eine Nachwuchsmannschaft betreuen würde. Mit dem Abschluss meiner A-Lizenz im Sommer hat das zu Saisonbeginn geklappt. Die Spieler sind wissbegierig und haben einfach Spaß am Spiel.

DFB.de: Lassen Sie ihre Mannschaft in jedem Spiel von der Leine und sich offensiv austoben?

Bigalke: Die Spieler sollen kreativ und mutig sein. Sich auf dem Platz auch trauen, Dinge auszuprobieren. Das ist für ihren weiteren Weg sehr hilfreich.

DFB.de: Gehen die Spieler mit Ihren Leistungen auf dem Platz besonders kritisch um?

Bigalke: Meine Mannschaft ist oft im Stadion, manchmal sogar als Balljungen. Nach meinem verschossenen Elfmeter gab es schon den einen oder anderen lockeren Spruch. Damit habe ich aber kein Problem, ganz im Gegenteil. Bei erst einer Niederlage gibt es aber sonst auch nicht viel auszusetzen (lacht) .

DFB.de: Wie lässt sich die Kombination Spieler und Nachwuchstrainer unter einen Hut bringen?

Bigalke: Im Spielplan gibt es selten Überschneidungen mit meinen eigenen Partien. Sollte es doch mal so sein, kann man sich relativ problemlos mit den anderen Vereinen kurzschließen. Wir treten mit der U 14 in einer Förderliga für Nachwuchsleistungszentren aus Bayern an. Einige Tage sind durch meine Doppeltätigkeit schon etwas länger. Dienstags und mittwochs trainieren wir mit den Profis in der Regel zweimal. Anschließend stehe ich dann mit meiner U 14 auf dem Feld. Da kann es schon einmal sein, dass meine Frau Nadine anruft und fragt, wann ich denn nach Hause komme.

DFB.de: Sie haben bei Ihrem Heimatverein Hertha BSC selbst ein Leistungszentrum durchlaufen. Was geben Sie Ihren Spielern für die weitere Karriere mit?

Bigalke: Eine hohe Eigenmotivation, sich ständig zu verbessern, ist ein wesentlicher Faktor. Das Engagement und die Leidenschaft müssen immer stimmen, wenn ich etwas erreichen will. In dem Alter ist es nur schwer einzuschätzen, wer den Sprung nach oben schaffen kann. Außerdem sind die Plätze, mit denen ich vom Fußball leben kann, begrenzt. Umso wichtiger sind der Schulabschluss und ein zweites Standbein.

DFB.de: Sie sind auch Gast-Autor bei einem Nachrichtenmagazin und Experte bei einem Fußball-Streamingdienst. Für Ihre Karriere nach dem Fußball ist also gesorgt?

Bigalke: Nach meinem zweiten Kreuzbandriss wollte ich mich breiter aufstellen. Daher ist es eine coole Sache, dass ich bei dem Fußball-Streamingdienst gelandet bin. Darüber bin ich dann auch mit dem Nachrichtenmagazin in Kontakt gekommen. Die journalistische Arbeit macht mir viel Spaß. Ob ich das auch nach meiner aktiven Karriere machen werde, weiß ich aber noch nicht. Wenn ich mein Sportmanagement-Studium an einer Fernuniversität abgeschlossen habe, gibt es für mich noch weitere Möglichkeiten. Fest steht aber, dass ich dem Fußball definitiv erhalten bleiben möchte.

DFB.de: Drei Mittelfußbrüche, zwei Kreuzbandrisse: Sie hatten viel Pech mit Verletzungen. Wäre Ihre Karriere sonst anders verlaufen?

Bigalke: Darüber habe ich hin und wieder schon nachgedacht. Wohin es noch gegangen wäre, weiß man allerdings nie. Wirklich bereuen kann man die Verletzungen aber auch nicht, weil man nichts dafürkann. Ich habe die Situation angenommen und mental viel gelernt. Da mein ehemaliger Mitspieler Jonas Hummels, jüngerer Bruder von Mats Hummels, seine Karriere nach einem Knorpelschaden mit 26 Jahren beenden musste, weiß ich, wie schnell es vorbei sein kann. Ich bin froh über meinen Einsatz in der Bundesliga und zwei Partien in der Europa League für Hertha BSC. Das kann mir auch keiner mehr nehmen. In die 2. Bundesliga darf es während meiner Laufbahn aber ruhig nochmal gehen.

DFB.de: Bei der deutschen U 17-Nationalmannschaft haben Sie unter anderem mit den heutigen A-Nationalspielern Toni Kroos und Sebastian Rudy zusammengespielt. Gibt es noch Kontakt?

Bigalke: Mit Sebastian Rudy tausche ich mich noch regelmäßig aus. Als er bei Bayern München unter Vertrag stand, haben wir uns zum Tennisspielen getroffen. Sonst ist es eher schwierig, nach so langer Zeit noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern zu halten. Dafür können die Karrieren einen zu unterschiedlichen Verlauf nehmen.

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