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Eintracht-Ikone |07.01.2021|16:00

Brand: In Trier der Mann für heikle Missionen

Horst Brand: Irgendwann "müssen es ein­fach Jün­ge­re ma­chen - ich könn­te ja der Opa von vie­len Spie­lern sein."[Foto: Andreas Arens]

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Zum Fußball kam er in jenem Jahr, als Deutschland dank des legendären 3:2-Triumphs über Ungarn in der Schweiz den ersten WM-Titel perfekt machte. Bis heute ist Horst Brands Liebe zum Fußball ungebrochen. Besonders die enge Verbundenheit zu einem Verein sticht aus seiner langen Laufbahn als Spieler, Trainer und Funktionär heraus: die zum SV Eintracht Trier 05, dem er inzwischen seit 66 Jahren als Mitglied angehört. In schwierigen Situationen hat Brand bei seinem Herzensverein schon einige Male Verantwortung übernommen. Am Neujahrstag feierte der Ur-Trierer seinen 75. Geburtstag. Von Ruhestand will er zumindest im Ehrenamt aber noch nichts wissen: Beim Rheinland-Pfalz/Saar-Oberligisten Eintracht Trier zieht Brand als Sportvorstand die Fäden. Und verfolgt mit dem Traditionsverein von der Mosel ein großes Ziel - die Rückkehr in die Regionalliga Südwest.

Vor zwei­ein­halb Jah­ren kehrte Brand mal wieder zu den Blau-Schwarz-Weißen zurück. Ge­ra­de hat­te der frühere Zweitligist den di­rek­ten Wie­der­auf­stieg in die Regionalliga ver­passt, die Ent­täu­schung im erwartungsfrohen, aber auch manchmal ungeduldigen Umfeld war groß. Brands Politik der ruhigen Hand wirkte sich positiv aus: In­mit­ten der Co­ro­na-be­dingt un­ter­bro­che­nen Saison der Ober­li­ga Rheinland-Pfalz/Saar ha­ben sie bei der Eintracht nun mehr denn je die Hoff­nung, dass es klappt mit dem Auf­stieg, rangieren sie gegen Ende der Hinserie doch auf Platz eins der Nordgruppe.

Training unter Paul Janes

"Eine Liga höher kä­men wie­der mehr Zu­schau­er, und als Wer­be­part­ner wä­ren wir in­ter­es­san­ter", sagt Brand. "Die Re­gi­on hat ja noch lan­ge nicht ge­nug vom Fuß­ball." Was in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Re­gi­on geht, hat er während der vergangenen Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen mit­er­lebt. An sei­ne ers­ten Schrit­te kann sich Brand noch ge­nau er­in­nern: "Mit acht Jahren durf­te ich zum ers­ten Mal das Trai­ning bei der Ein­tracht be­su­chen. Mein Va­ter Hans war kein Fuß­ball­fan. Er hat­te ein Fai­ble für Brief­tau­ben. Mei­ne Mut­ter Ka­tha­ri­na war aber von An­fang an be­geis­tert und schau­te sich vie­le Spie­le von mir an."

"Ich war eher der Gerd-Müller-Typ"

Ei­ner sei­ner ers­ten Trai­ner war gleich ein da­mals am­tie­ren­der Re­kordna­tio­nal­spie­ler: For­tu­na Düs­sel­dorfs Le­gen­de Paul Ja­nes coach­te Mit­te der Fünf­zi­ger die Ein­tracht und trai­nier­te zu­dem die Ju­gend. "Ei­ne Per­sön­lich­keit, von so je­man­dem trai­niert zu wer­den, war für uns Kin­der schon ein Er­leb­nis", er­zählt Brand auch Jahr­zehn­te spä­ter vol­ler Stolz.

Nach sei­nem De­büt in der ers­ten Mann­schaft im Ok­to­ber 1963 fass­te der wen­di­ge Of­fen­siv­mann schnell in der Re­gio­nal­liga Fuß und schoss in der da­mals zweit­höchs­ten deut­schen Spiel­klas­se To­re wie am Fließ­band. Bun­des­li­gist 1. FC Kai­sers­lau­tern klopf­te bei Horst Brand an - und er­hielt ei­ne Ab­sa­ge: "Mir war der Be­ruf im­mer wich­tig." Mit gro­ßer Hin­ga­be agier­te er nicht nur auf dem Platz, son­dern auch als Nie­der­las­sungs­lei­ter.

Be­ruf und Fuß­ball be­kam Brand ab 1969 (auch) in Neun­kir­chen gut un­ter ei­nen Hut. Hier ar­bei­te­te er ei­ne zeit­lang bei ei­ner orts­an­säs­si­gen Braue­rei in der Lo­gis­tik und schaff­te es mit der Bo­rus­sia zwei­mal in die Auf­stiegs­run­de zur Bun­des­li­ga. 1971 muss­te man zwar For­tu­na Düs­sel­dorf den Vor­tritt las­sen, ein Jahr spä­ter hat­te der Wup­per­ta­ler SV die Na­se vorn, doch aus den vier Jah­ren im Saar­land hat Brand viel Po­si­ti­ves in Er­in­ne­rung: Mal er­ziel­te er beim 3:0 über den FC St. Pau­li, mal auch beim 10:0 über Tas­ma­nia Ber­lin je drei Tref­fer. Be­son­ders ge­ehrt fühl­te er sich, Ka­pi­tän der Neun­kir­cher ge­we­sen zu sein. "Als Trie­rer war ich ja qua­si Aus­län­der - die al­ler­meis­ten Spie­ler ka­men damals aus dem Saar­land."

Mit 118 Tref­fern, die Brand von 1963 bis 1973 für die Ein­tracht und die Bo­rus­sia in der Re­gio­nal­li­ga, der zweit­höchs­ten deut­schen Spiel­klas­se, er­ziel­te, ist er bis heu­te Re­kord­hal­ter der Süd­west-Staf­fel. 48-mal traf er für Eintracht Trier, 70-mal für Borussia Neunkirchen - in 234 Ligaspielen eine starke Quote. "Ich war eher der Gerd-Müller-Typ", sagt Brand. "Es war oft Intuition, dass ich häufig besser stand als mein Gegenspieler." Dass er seine spätere Gattin Monika kennenlernte, hatte auch mit dem Fußball zu tun. Während sie als Leichtathletin im Trierer Moselstadion trainierte, jagte er dem Ball hinterher. Inzwischen sind sie gut 50 Jahre lang verheiratet. "Donnerstags haben wir kirchlich geheiratet, freitags standesamtlich und samstags haben wir mit der Borussia 5:2 gegen Alsenborn gewonnen", erinnert sich Horst Brand. "Und ich habe drei Tore erzielt."

Zweit­klas­sig wur­de die Ein­tracht 1976 nicht zu­letzt dank Brands Stür­mer­qua­li­tä­ten: In der Meis­ter­schaft er­ziel­te er beim 5:0 ge­gen TuS (Koblenz-) Neu­en­dorf al­le To­re. In der Auf­stiegs­run­de la­gen die Trie­rer bei sei­nem Ex-Klub Neun­kir­chen mit 0:3 und 1:4 zu­rück, doch Brand glich zum 4:4 aus. Ein Tor steu­er­te er auch zum ent­schei­den­den 5:4 ge­gen Worms bei. "Das war ein schö­ner Er­folg", sagt Brand, der anschlie­ßend als Spie­ler­trai­ner nach Salm­rohr wech­sel­te und mit dem FSV den Durch­marsch von der Be­zirks- in die Ober­li­ga schaff­te. Beim auf­stre­ben­den Dorf­klub und späteren Zweitligisten hat­te er schon von 1973 bis 1975 ers­te Er­fah­run­gen als Coach ge­sam­melt.

Das gro­ße Ziel 2. Bun­des­li­ga ver­fehl­te Brand in den nächs­ten 20 Jah­ren ein paar Male ganz knapp - mal als Trai­ner von Ein­tracht Trier und Bo­rus­sia Neun­kir­chen, mal als Sport­li­cher Lei­ter in Salm­rohr. Doch auch die­se Pha­se hat­te es in sich. Beim am­tie­ren­den DFB-Po­kal­sie­ger Bay­er 05 Uer­din­gen ge­wann die von Brand trai­nier­te Ein­tracht im Herbst 1985 sen­sa­tio­nell mit 3:0 - nach dem 0:0 im Hin­spiel sa­hen die Sta­tu­ten sei­ner­zeit noch kein Elf­me­ter­schie­ßen, son­dern zu­nächst ein Wie­der­ho­lungs­spiel vor. "Das war ei­ne groß­ar­ti­ge Leis­tung ei­nes Teams, in dem fast je­der noch ei­nem Be­ruf nach­ging. Um wäh­rend der Wo­che in Kre­feld an­zu­tre­ten, muss­ten sich die Spie­ler Ur­laub neh­men und stan­den am an­de­ren Mor­gen in al­ler Frü­he wie­der bei ih­rem Ar­beit­ge­ber auf der Mat­te."

Zweitligaaufstieg 2002 gegen Hoffenheim

An­fang der Neun­zi­ger kehr­te Brand als Coach nach Neun­kir­chen zu­rück. Auf ein­mal stell­te sich ein blut­jun­ger Ni­ge­ria­ner na­mens Au­gus­ti­ne Azu­ka Okocha im Pro­be­trai­ning vor. Spä­ter soll­te ihn die Fußballwelt nur noch Jay-Jay ru­fen. Brand schwärmt noch heu­te: "Was der konn­te - ein­fach un­glaub­lich. 30-, 40-mal den Ball auf dem aus­ge­streck­ten Schien­bein hoch­hal­ten, und sei­ne Schuss­tech­nik hat­te es in sich." 1993 er­ziel­te Okocha im Dress von Ein­tracht Frank­furt nach ei­nem Wahn­sinnsdribb­ling das Tor des Jah­res und wur­de mit Ni­ge­ria ein Jahr da­nach Afri­ka­meis­ter und 1996 Olym­pia­sie­ger. "Ich habe ihn nicht ent­deckt, es war wirk­lich kei­ne Kunst zu se­hen, was er drauf hat", be­tont Brand, wie er nun mal ist: Ei­tel­kei­ten oder gar An­ge­be­rei­en über­lasst er an­de­ren.

Als Eintracht Trier nach dem Ab­gang des all­mäch­ti­gen Prä­si­den­ten und Geld­ge­bers Hans-Joa­chim Do­er­fert En­de der 90er-Jah­re in Schief­la­ge ge­ra­ten war, sprang Brand mal wieder ein und übernahm als Sportlicher Leiter Verantwortung bei seiner großen (Fußball-) Liebe. 2001 war der lang­er­sehn­te Wie­der­auf­stieg in die 2. Bun­des­li­ga so gut wie si­cher. Am En­de fehl­te aber ein Tor zum Tri­umph - wie so oft in der Klub­his­to­rie. Fi­nan­zi­ell wur­de es da­nach eng. Um er­neut ei­ne schlag­kräf­ti­ge Mann­schaft auf die Bei­ne stel­len zu kön­nen, zähl­te Brand zu ei­nem Sex­tett, das dem Ver­ein je­weils 100.000 Mark lieh.

Knapp ein Jahr spä­ter dann die Er­lö­sung, die heikle Mission wurde erfolgreich beendet: Am 11. Mai 2002 ge­wann die Ein­tracht mit 2:1 bei der TSG Hof­fen­heim und mach­te nach 21 Jah­ren den Wiederaufstieg in die 2. Bundesli­ga per­fekt. Nachdem er mit dem damaligen Trainer Paul Linz nicht mehr auf einer Wellenlänge gefunkt hatte, zog sich Horst Brand von 2004 an dann für einige Jahre zurück. Der en­ge­re Kon­takt zur Ein­tracht leb­te erst 2010 wie­der auf, als er Spiel­be­ob­ach­tun­gen über­nahm. In der drit­ten Sai­son gibt Brand nun sei­nen gro­ßen Er­fah­rungs­schatz als Sport­vor­stand des SVE 05 wei­ter. Stolz be­rich­tet der frischgebackene 75-Jährige, "dass wir - Co­ro­na-Pau­sen hin oder her - seit über ei­nem Jahr in der Ober­li­ga kein Spiel mehr ver­lo­ren ha­ben, zu Hau­se schon so­gar mehr als zwei Jah­re lang keins mehr."

Zwei, drei Jah­re will er bei der Eintracht ("Die Zu­sam­men­ar­beit im Vor­stand ist her­vor­ra­gend") noch wir­ken, ehe es "ein­fach Jün­ge­re ma­chen müs­sen - ich könn­te ja der Opa von vie­len Spie­lern sein". Zunächst sehnt auch Brand das Ende der Spielpause herbei. Der Fußball begeistert ihn immer noch - so wie im Weltmeisterjahr 1954, als ihn die große Leidenschaft packte.

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