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Corona-Krise|25.03.2020|17:30

Curtius' Lehren: "Demut und Flexibilität"

Dr. Friedrich Curtius: "Die ganze Welt steht vor einer bislang unbekannten Herausforderung"[Foto: Getty Images]

Die Corona-Krise hat den deutschen Fußball weiter fest im Griff: Im FUSSBALL.DE-Interview spricht DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius über den Stand der Dinge und Solidarität unter Spielern, Vereinen und Verbänden.

FUSSBALL.DE: Vor kurzem sprachen Sie davon, dass es jetzt darauf ankomme, dass die Gesellschaft zusammenhalte. Wie erleben Sie in diesen Tagen den Fußball als Teil dieser Gesellschaft?

Dr. Friedrich Curtius: Ich erlebe einen Fußball, der sich, wie unsere gesamte Gesellschaft, in einer unsicheren Situation befindet. Wir erleben, dass die ganze Welt vor einer bislang unbekannten Herausforderung steht. Und die heißt: Wie bekämpfen wir das Coronavirus? Das hat Auswirkungen auf unser aller Leben, entsprechend auch auf den Fußball und den DFB. Der Fußball möchte seinen Teil dazu beitragen, die Verbreitung des Virus so weit wie möglich einzudämmen. Nicht umsonst haben wir den Trainings- und Spielbetrieb ausgesetzt. Das sind pro Wochenende etwa 80.000 Spiele. Gleichzeitig wollen wir aber auch vorbereitet sein für den Zeitpunkt, an dem wir wieder Fußball spielen können, an dem der Alltag zurückkehrt. Ich erlebe DFB, DFL, Regional- und Landesverbände sowie Vereine in der Zusammenarbeit als sehr konzentriert und geschlossen.

Dazu gibt es immer wieder Aktionen von Spielern und Vereinen, die diesen Zusammenhalt ebenfalls offenbaren.

"Ich erlebe DFB, DFL, Regional- und Landesverbände sowie Vereine in der Zusammenarbeit als sehr konzentriert und geschlossen"

Curtius: Ja, und das ist unheimlich beeindruckend. Von kleinen Gesten bis zu großen Taten ist alles dabei – angefangen bei unserer Nationalmannschaft, die schon vor einer Woche eine Spende in Höhe von 2,5 Millionen Euro angekündigt hat. Diese Aktion hat viele Nachahmer gefunden, weitere Sportstars haben beachtliche Beträge für den Einsatz gegen Corona gespendet. Aber auch viele Mitglieder aus den Amateurvereinen engagieren sich – beispielsweise indem sie für alte und gesundheitlich gefährdete Menschen die Einkäufe übernehmen. Dies verdeutlicht die Solidarität und das Mitgefühl von Seiten der Fußballerinnen und Fußballer.

Wie wichtig war in der vorigen Woche die Einmütigkeit bei der Entscheidung für die Verschiebung der EURO ins kommende Jahr?

Curtius: Das war extrem wichtig. Ich habe in der Videokonferenz erlebt, wie erleichtert UEFA-Präsident Aleksander Ceferin angesichts dieser Entscheidung war. Alle Nationalverbände haben geschlossen für dieses Vorgehen votiert, auch die FIFA hat zugestimmt. Klar: Diese Entscheidung war schmerzhaft, aber sie war leider in der aktuellen Situation alternativlos. Wir wissen, dass wir alle in einem Boot sitzen und dass wir eine gemeinsame Verantwortung für den Fußball und alle an ihm Beteiligten haben.

Wie kommt der DFB dieser Verantwortung mit Blick auf die Verbände und Vereine nach?

Curtius: Wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten alles dafür tun, zu helfen. Deshalb sind wir bereits frühzeitig in eine Prüfung dessen gegangen, was wir rechtlich und steuerlich dürfen. Unser Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge hat sich dazu in einem Interview bereits deutlich geäußert. Wir dürfen keine direkten Zuwendungen an Vereine leisten, aber wir haben zum Beispiel den Landesverbänden zugesagt, dass wir die jährliche Ausschüttung an sie flexibel auszahlen. Da stünden manche Raten erst in der zweiten Jahreshälfte an, wir werden jedoch dort, wo Bedarf besteht, sofort mit der Ausschüttung beginnen, das hat sogar schon begonnen. So tragen wir zu einer enormen Erleichterung der Landesverbände bei. Darüber hinaus arbeiten wir daran, wie wir die Klubs der 3. Liga sowie der FLYERALARM Frauen-Bundesliga in der Krise entlasten können. Hier stellen sich an vielen Stellen sehr hohe rechtliche und steuerliche Hürden; Zuschüsse und Darlehen vom DFB sind daher nicht möglich. Wir prüfen jedoch intensiv, welche anderen Maßnahmen wir für die Klubs ergreifen können.

Wie erleben Sie als oberster Hauptamtlicher in dieser Zeit die Arbeit des DFB?

Curtius: Ich bin sehr stolz auf das, was hier gerade passiert. Ich habe noch kein Klagen gehört, keine Resignation. Im Gegenteil: Ich bekomme so viele persönliche Nachrichten von Kolleginnen und Kollegen, die mich aufmuntern und mir Kraft geben. Die klare Botschaft ist, dass wir gemeinsam durch diese Krise gehen wollen. Und dass wir das gemeinsam schaffen.

Was genau tut der DFB, um zur Eindämmung des Virus beizutragen?

Curtius: Zunächst, wie bereits erwähnt, verzichten wir komplett auf Fußballspiele. Das hat so noch keiner von uns erlebt, aber im Moment geht es nicht anders. Dann arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Zentrale, mit Ausnahme einer "Notbesetzung", seit eineinhalb Wochen von zu Hause aus. Wir sind froh, dass wir die technischen Möglichkeiten dafür haben. Das erleichtert die Situation unheimlich und dafür bin ich den Mitarbeitern aus der IT sehr dankbar.

Sie haben schon vor vier Wochen, also vergleichsweise früh, eine Koordinierungsgruppe zum Thema Corona eingerichtet. Wer nimmt daran teil? Und wie sehr hilft dieser Kreis bei der Bewältigung der Aufgaben?

Curtius: Die frühzeitige Einrichtung dieses Kreises war eine sehr gute Entscheidung. Sie hat uns ermöglicht, frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können. Neben unserem Präsidenten Fritz Keller sind Vertreter von DFL und Landesverbänden sowie aus unserer DFB-Zentrale mit dabei, außerdem der Vorsitzende unserer Medizinischen Kommission und Arzt der Nationalmannschaft, Prof. Dr. Tim Meyer, dessen Expertise von wesentlicher Bedeutung ist. Wir haben jeden Morgen um 8.30 Uhr eine Telefonkonferenz, in der wir aktuelle Informationen zusammentragen, abgleichen und konkrete Maßnahmen treffen. So haben wir zum Beispiel sehr früh die Verschiebung der Spiele der 3. Liga auf den Weg bringen können und die Einstellung des Spielbetriebs in den Landesverbänden abgestimmt. Diese Zusammenarbeit hat sich absolut bewährt und ist eine enorme Hilfe. Jeder will seinen Beitrag leisten.

Gibt es etwas, das Sie diese Zeit lehrt?

Curtius: Demut – vor einer Situation, die ich mir in dieser Form nicht vorstellen konnte. Und Flexibilität. Was heute richtig ist, kann morgen schon völlig überholt sein. Damit zurechtzukommen, ist die größte Herausforderung für mich persönlich, aber auch für die gesamte Organisation. Umso wichtiger ist es, dass der Fußball von der Spitze bis zur Basis zusammensteht.

Was sind die dringendsten Themen, die sich Ihnen, die sich dem Verband stellen?

Curtius: Es ist entscheidend, dass unser Gesundheitssystem dieser Pandemie standhält, und dazu können wir alle beitragen, indem wir den Empfehlungen folgen und soziale Kontakte, wenn möglich, meiden. Darüber muss sich jeder im Klaren sein, und dabei wollen wir als Fußball mit gutem Beispiel vorangehen. Aber, wie gesagt, wenn es dann wieder losgeht, müssen wir bereit sein und den Spielbetrieb zielgerichtet organisieren. Keiner weiß im Moment, wann und in welcher Form das sein wird. Da sehe ich auch Unterschiede zwischen Profi- und Amateurfußball, denn der Profifußball wird darauf angewiesen sein, Spiele auch ohne Zuschauer zu veranstalten. Das ist nicht anders zu lösen. Hier geht es nicht nur um finanzielle Dinge. Der Fußball kann in dieser schwierigen Phase auch Hoffnung und Lebensfreude vermitteln, das sollten wir nicht unterschätzen.

Können Sie konkrete Beispiele nennen, inwieweit die aktuelle Situation sich unmittelbar auf die Arbeit des DFB auswirkt?

Curtius: Es gibt keinen Bereich, der nicht davon betroffen ist. Prominentestes Beispiel ist sicher die Nationalmannschaft, deren Spiele gegen Spanien und Italien abgesagt werden mussten, das hat weitreichende Konsequenzen, organisatorischer wie finanzieller Art, genauso wie die Verschiebung der EURO. Recht, Finanzen, Personal, Organisation, Digitales, Kommunikation, Spielbetrieb – alle stellen sich den vielen Herausforderungen.

Hat diese Phase Auswirkungen auf den Bau des neuen DFB und seiner Akademie?

Curtius: Gegenwärtig läuft der Bau nach Plan. Wir sind mit unserem Projektteam und unserem Generalübernehmer Groß & Partner in ständigem Austausch. Unser Neubau ist für uns ein Jahrhundertprojekt, wir bauen dort die Zukunft unseres Verbandes. Auch hierbei geht es um Verantwortung, nämlich unseren Vertragspartnern gegenüber, die sich darauf verlassen, dass der DFB zu seinem Wort steht. Deshalb: Solange es gesundheitlich vertretbar ist, wollen wir weiterbauen.

Inwieweit ist Kurzarbeit auch für den DFB ein Thema?

Curtius: Wir müssen auch dieses Thema im Blick behalten, allerdings noch nicht in der aktuellen Situation, sondern gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt. Das hängt vom Verlauf dieser Krise ab. Wir hoffen natürlich, nicht darauf zurückgreifen zu müssen. Das haben wir unseren Kolleginnen und Kollegen bei einer digitalen Mitarbeiterversammlung mitgeteilt.

Können Sie schon einschätzen, welche Auswirkungen diese Krise im Hinblick auf die Zukunft des Fußballs hat?

Curtius: Meine Überzeugung ist: Je verantwortungsvoller der Fußball mit dieser Krise umgeht, umso gestärkter geht er aus ihr hervor. Wenn wir weiter solche Zeichen setzen, wie es die vielen Spielerinnen und Spieler und die Vereine tun, wenn wir weiter diese Solidarität zeigen und gemeinsam wichtige Entscheidungen treffen und zu ihnen stehen, dann glaube ich, dass die Freude darauf, dass der Ball endlich wieder rollt, umso größer ist. Dann hat der Fußball eine glänzende Zukunft vor sich. Aber bis dahin wartet noch viel Arbeit auf uns.

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