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Spagat |02.01.2021|13:00

Didi Schacht: Currywurst und Fußball

Schacht und sein Buch: "Es ist eine Reise durch mein Leben und 50 Jahre Fußball".[Foto: privat]

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Ein Leben für den Fußball: Dietmar Schacht ist seit Oktober neuer Trainer des Oberligisten FSV Duisburg. Im Interview mit FUSSBALL.DE spricht der 58-Jährige über seine neue Aufgabe, sein Leiden mit seinen Herzensklubs Schalke 04 und MSV Duisburg und sein neues Hobby: Schacht betreibt einen Currywurst-Foodtruck, mit dem er durch das Ruhrgebiet tourt. Fußball und Currywurst – wie passt das zusammen?

FUSSBALL.DE: Herr Schacht, in welcher Funktion können wir Sie interviewen? Als Fußballtrainer oder als Besitzer einer Currywurstbude?

Dietmar Schacht: Sowohl als auch. Wir können gerne über beides sprechen. Ich arbeite seit Oktober wieder als Fußballtrainer. Aber meine Currywurstbude betreibe ich weiterhin mit großer Leidenschaft.

Auch im Lockdown?

"Qualität geht bei mir von Quantität. Hier im Ruhrgebiet brauchen wir Currywurst, Pommes, Mayo. Mehr nicht"

Schacht: Ja, klar. Bei mir ist alles Corona-konform. Ich habe einen fahrbaren Betrieb. Bei mir ist grundsätzlich nur Mitnahme angesagt. Ich stehe dreimal in der Woche auf Parkplätzen von Supermärkten im Ruhrgebiet. Mehr schaffe ich zeitlich nicht. Für mich ist das eher ein Hobby als ein Beruf.

Was zeichnet denn eine gute Currywurst aus?

Schacht: Zwei Dinge sind logischerweise entscheidend: Die Wurst und die Sauce. Bei mir gibt es zwei verschiedene Varianten. Einmal eine echte Berliner Currywurst. Ich habe denselben Lieferanten wie der legendäre Curry36 vom Kudamm. Ich denke, das spricht für sich. Außerdem gibt es eine Didi-Schacht-Variante. Die Wurst beziehe ich von einem Duisburger Metzger, der mehrfach vom Feinschmecker ausgezeichnet wurde. Dazu gibt es zwei Soßenvarianten, eine normale und eine pikante. Beide sind sehr beliebt, beide habe ich selbst entworfen. Die Rezepte sind natürlich streng geheim.

Was gibt es noch bei Ihnen?

Schacht: Frikadellen und Pommes. Mein Angebot ist sehr begrenzt. Qualität geht bei mir von Quantität. Den Leuten reicht das. Hier im Ruhrgebiet brauchen wir Currywurst, Pommes, Mayo. Mehr nicht (lacht) .

Sie stehen also selbst am Grill?

Schacht: Natürlich. Das erwarten meine Kunden. Wo Didi Schacht drauf steht, muss auch Didi Schacht drin sein. Ich werde teilweise auch für private Veranstaltungen gebucht, Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen. Da gibt es dann oft ganz klar die Bitte, dass ich auch persönlich vor Ort sein soll. 

Um mit Ihnen Fotos zu machen und über Fußball zu sprechen?

Schacht: Logisch. Fußball ist immer das große Thema, wenn ich irgendwo auftauche. Besonders wenn ich in Gelsenkirchen bin.

Macht es Ihnen denn Spaß, derzeit über Schalke 04 zu sprechen?

Schacht: Oh, ein unschönes Thema. Aber lassen Sie es uns versuchen.

Was ist los bei Ihrem Herzensklub?

Schacht: Es ist eine Katastrophe. Es darf nicht passieren, dass Schalke 04 die Bundesliga verlassen muss. Aber die Gefahr besteht. 

Was läuft falsch?

Schacht: Ich sehe nicht, dass die Spieler sich mit dem Verein identifizieren. Einige scheinen gar nicht zu wissen, was es heißt, für den FC Schalke 04 zu spielen.

Beschreiben Sie es doch mal mit Ihren Worten.

Schacht: Man spielt nicht für sich. Man spielt für den Verein, für eine ganze Region, für die Fans. 

Sie haben von 1989 bis 1992 das Schalke-Trikot getragen und waren Kapitän der Mannschaft. Die Fans lieben Sie noch heute. Warum?

Schacht: Weil ich alles für Schalke gegeben. Ich habe für diesen Verein meine Karriere und Gesundheit riskiert.

Wie das?

Schacht: Ich hatte unglaubliche  Schmerzen im Sprunggelenk und war eigentlich nicht in der Lage, Fußball zu spielen. Aber am nächsten Tag stand das Derby gegen den BVB auf dem Programm. Ich habe gesagt, dass ich nicht fit sei. Aber der Trainer meinte, dass er mich brauchen würde. Ich habe mich deshalb mit Cortison fit spritzen lassen. Und tatsächlich ging es dann auch. Als ich samstags ins Stadion gelaufen bin und 70.000 Fans meinen Namen gerufen haben, war das ein unbeschreibliches Gefühl. Immer wieder: "Didi! Didi! Didi!" Ich war so voll mit Adrenalin, dass ich keine Schmerzen mehr gespürt habe. Ich habe wahrscheinlich das beste Spiel meiner Karriere gemacht und wir haben 5:2 gewonnen.

Aber es war auch das letzte Spiel Ihrer Karriere.

Schacht: Am nächsten Morgen bin ich nicht mehr aus dem Bett gekommen. Es ging einfach nicht. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Mein Körper hat seinen Dienst verweigert. Der Arzt hat dann eine Arthrose in beiden Sprunggelenken diagnostiziert und gesagt, wenn ich noch ein einziges Fußballspiel auf diesem Niveau bestreite, könne es gut sein, dass ich das später arg bereuen werde.

Wieso?

Schacht: Weil es dann darauf hinaus laufen würde, dass ich irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde.

Und dann?

Schacht: Habe ich Schluss gemacht. Es war eine unfassbar harte Entscheidung. Mein Herz hat geblutet. Aber es gab keine Alternative.

Auch zum MSV Duisburg haben Sie eine besondere Beziehung. Dort ist die Lage ebenfalls alles andere als rosig.

Schacht: Beim MSV bin ich groß geworden. Ich habe ab der E-Jugend für Duisburg gespielt und bin dort Profi geworden. Für mich gehört dieser Verein mindestens in die 2. Bundesliga. Es ist ein Trauerspiel, dass der Klub jetzt sogar um den Klassenverbleib in der 3. Liga kämpfen muss. Der Abstieg in die Regionalliga muss verhindert werden, unter allen Umständen.

Nun schließt sich der Kreis. Sie sind jetzt Trainer in Duisburg.

Schacht: Aber nicht beim MSV, sondern beim FSV.

Ein Oberligist.

Schacht: Das ist eine sehr spannende Aufgabe. Der Verein ist türkisch geprägt. Der Präsident ist dafür bekannt, sehr impulsiv und heißblütig zu sein. Er hat in den vergangenen Jahren einige Trainer verschlissen. Außerdem war es ihm immer wichtig, auch sportlich etwas zu sagen zu haben. Das hat sich zum Beispiel daran gezeigt, dass er während der Spiele auf der Bank gesessen hat. Bei einem Didi Schacht ist so etwas unvorstellbar. Das habe ich auch ganz klar gesagt und er war einverstanden. Ich hoffe, dass ich etwas Konstanz und Ruhe in den Klub bekomme.

Wie kam es zu dem Engagement beim FSV Duisburg?

Schacht: Ich wohne drei Minuten von der Anlage entfernt. Ich hatte sonntags mal Langeweile und bin zu einem Heimspiel der Mannschaft gegangen. Das hat Duisburg verloren. Nach dem Spiel kam der Vorsitzende zu mir und fragte mich, ob ich die Mannschaft retten könnte. Man muss wissen: Der FSV ist gerade Vorletzter mit vier Punkten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir darüber keinerlei Gedanken gemacht. Ich war nur gekommen, um mir ein Fußballspiel anzuschauen. Aber dann ging alles ganz schnell. Am gleichen Abend schon saß der Präsident des FSV bei mir zuhause auf der Couch und hat mir die Perspektive aufgezeigt.

Amateurfußball wie er leibt und lebt?

Schacht: Ja, so ist es.

Und dann haben Sie direkt den Vertrag unterschrieben?

Schacht: Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und dann zugesagt.

Das erste und bisher einzige Spiel vor dem Lockdown ist 3:3 ausgegangen.

Schacht: Wir haben bis kurz vor Schluss 3:2 geführt. Das Unentschieden war ärgerlich. Aber ich formuliere es lieber positiv: Ich bin seit zwei Monaten ungeschlagen (lacht) .

Ihr Auftrag ist die Rettung. Klappt das?

Schacht: Die Mannschaft ist lernwillig und wissbegierig. Die Spieler haben großen Respekt vor mir. Sie wissen, wen sie vor sich haben und was ich von ihnen erwarte. Das ist schon mal eine gute Basis. Wir müssen noch einige Grundlagen legen, dann könnte was gehen. Aber es kommt auch darauf an, wie die Saison weitergeht. Wenn es dabei bleibt, dass wir Hin- und Rückrunde spielen, ist das sehr gut möglich. Wenn wir nur eine Halbserie spielen, könnte es eng werden. Aber mein Motto lautet: Einfach kann jeder! Schwere Aufgaben sind die Herausforderungen, die ich liebe. Ich sprühe wieder vor Energie. Die längere Pause hat mir gut getan.

Warum hat man Sie so lange nicht auf dem Platz gesehen?

Schacht: Ich hatte noch einen Vertrag bis zum Sommer 2020 beim SV Straelen , war dort aber freigestellt worden. Es gab zwischendurch immer wieder mal Anfragen. Aber es war nichts dabei, was mich direkt überzeugt hat. Und dann kam Anfang des Jahres Corona und damit hatte sich das Thema auch erstmal erledigt.

Sie haben die freie Zeit auch genutzt, um ein Buch zu schreiben mit dem passenden Titel...

Schacht: Der Kämpfer: Schicht im Schacht.

Wie kam es denn dazu?

Schacht: Auch hier war Kollege Zufall wieder am Start. Mich hat ein Autor aus Aachen angerufen und gesagt, dass er ein Buch über mich schreiben wolle. Ich habe geantwortet, dass ich seit 30 Jahren raus bin aus dem Profigeschäft und dass kein Hahn mehr nach mir kräht. Normalerweise sind Bücher von Fußballern für die Öffentlichkeit nur interessant, wenn andere in die Pfanne gehauen werden. Aber daran hatte ich kein Interesse. Zum Glück habe ich mich dennoch überzeugen lassen.

Warum zum Glück?

Schacht: Weil ich jetzt stolz auf das Buch bin und wir auch mit den Verkaufszahlen zufrieden sind. Das Feedback ist ebenfalls durchweg positiv. Schauen Sie mal rein. Da stehen einige interessante Anekdoten drin. Es beginnt mit meinem achten Lebensjahr. Da habe ich mit dem Fußball begonnen und endet mit meinem 58. Geburtstag. Es ist eine Reise durch mein Leben und 50 Jahre Fußball. Mit allen Höhen und Tiefen. Ich bin häufig gefallen, aber ich bin immer wieder aufgestanden.

Lernen wir da den Kämpfer Didi Schacht auch von einer anderen Seite kämpfen?

Schacht: Natürlich. Ich habe das Buch auch geschrieben, um eine Erinnerung zu schaffen. Meine Eltern leben zum Glück noch. Für sie war es toll, das zu lesen. Ich bin inzwischen Opa und hoffe, dass auf diesem Weg auch mein Enkel später erfährt, was sein Opa als Fußballer erreicht hat.

Das aktuellste Kapitel des Buchs würde sie als Oberligatrainer darstellen. Reicht Ihnen das?

Schacht: Wer mich kennt, der weiß, dass das Feuer in mir brennt. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Ich habe überall trainiert. Ich war von der 2. Bundesliga bis hinunter zu den Hobbyfußballern in  fast jeder Liga mal Cheftrainer. Auch in der Frauen-Bundesliga habe ich gearbeitet. Ich habe nichts ausgelassen. Ich war auch im Ausland. Das wäre eine Sache, die mich echt nochmal reizen würde. Das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Warum hat es mit der Bundesliga nicht geklappt?

Schacht: Das hat sich leider nicht ergeben. Das ist schade, weil das ein großes Ziel war, das ich nicht erreicht habe. Ich war dort nur im Trainerstab unter Aleks Ristic bei Fortuna Düsseldorf. Aber niemals Cheftrainer. Das Thema habe ich inzwischen abgehakt. In die Bundesliga werde ich es nicht mehr schaffen. So realistisch bin ich. Alles andere traue ich mir noch zu. Und manchmal geht es ganz schnell, so wir kürzlich in Duisburg: Ich gehe mir ohne Hintergedanken ein Fußballspiel anschauen und als ich abends nach Hause komme, bin ich schon fast Trainer dieser Mannschaft. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.

Lassen Sie uns ein Fazit ziehen: Die Currywurst ist Ihr Hobby, der Fußball Ihre Leidenschaft. Passt das?

Schacht: Passt!

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