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Serie "Familienbande"|24.06.2015|13:00

Die Gentner-Brüder: Einer muss absteigen

Zwei Gentners, zwei Kapitäne: Christian (links) und Thomas. [Foto: Fotos imago, Getty; Collage FUSSBALL.DE]

Es ist Abend geworden in Stuttgart, die Sonne senkt sich langsam am Horizont und färbt den Himmel rot. Auf dem Grill brutzeln Würstchen und Steaks, auch original schwäbische Maultaschen dürfen heute natürlich nicht fehlen. Die komplette Familie ist zusammengekommen, alle haben sich viel zu erzählen. Urlaubspläne, Wünsche, Ängste und Sorgen – was das Leben so an Gesprächsstoff eben mit sich bringt. Doch allzu lange dauert es nicht, dann dreht sich im Hause Gentner mal wieder alles nur um das Eine. „Fußball ist bei uns schon immer Thema Nummer eins gewesen und bietet täglich Diskussionsstoff. Alle in der Familie sind absolut fußballbegeistert“, sagt Thomas Gentner.

Der Linksfuß vom Regionalliga-Absteiger TuS Koblenz ist zu Besuch in seiner alten Heimat. Er will sehen, was seine Brüder so treiben. Michael zum Beispiel, der älteste Sohn der Familie und mittlerweile sportlicher Leiter in der Jugendabteilung des VfB Stuttgart. Auf ihn hält Thomas besonders große Stücke. „Er spielt für mich eine extrem wichtige Rolle, ist immer erster Ansprechpartner und hat vielleicht den größten Fußballverstand von uns dreien. Ich bin mir sicher, dass er seinen Weg weiterhin gehen wird“, sagt der 26-Jährige. „Und dann ist da ja auch noch mein zweiter Bruder, der Chrissi.“

Chrissi, besser gesagt Christian, ist innerhalb des Gentner-Clans zweifelsfrei derjenige mit dem größten Bekanntheitsgrad. Zwei Deutsche Meisterschaften, knapp 300 Bundesligapartien, sechs Einsätze in der Champions League und fünf Länderspiele hat der Kapitän des VfB Stuttgart vorzuweisen. „Diese Erfolge kommen natürlich nicht von ungefähr“, weiß Thomas. Doch von Neid ist bei ihm weit und breit keine Spur. Ganz im Gegenteil. „Es überwiegt eindeutig der Stolz, ich freue mich für ihn“, sagt er. Schließlich wisse er nur zu gut, „wieviel Zeit mein Bruder in den Fußball investiert und was alles dahintersteckt, um diese Erfolge feiern zu können“.

Keine Kopie des Bruders

"Chrissi ist mir halt zwei Deutsche Meisterschaften voraus"

Auch Thomas Gentner hätte heute ähnlich wie Christian im Rampenlicht stehen können. An Fleiß und Ehrgeiz hat es ihm, der über sich selbst sagt, dass er auf dem Sportplatz groß geworden sei, noch nie gemangelt, und Fußball ist ohnehin von Kindesbeinen an seine große Leidenschaft gewesen. Noch immer funkeln seine Augen, wenn er von den ersten Trainingseinheiten bei seinem Heimatverein TSV Beuren erzählt. Später durchläuft der Junge aus der Provinz die komplette Jugendabteilung des VfB Stuttgart, alle Türen stehen ihm offen – bis er sich als A-Jugendlicher binnen eines halben Jahres gleich zweimal das Kreuzband reißt.

„Keiner weiß, was ohne diese Verletzungen gewesen wäre“, sagt Thomas Gentner heute. Seine Stimme klingt dabei keineswegs verbittert. Er hat sich inzwischen damit arrangiert, dass der Zug in Richtung große Fußballwelt für ihn längst abgefahren ist. Dennoch leide er, so beteuert der Linksverteidiger mit Nachdruck, nicht unter dem Makel, nur der kleine Bruder von Christian Gentner zu sein. Eine bloße Kopie wollte er ohnehin nie sein. „Ich habe nicht das Gefühl, nur im Schatten meines Bruders zu stehen“, gibt sich Thomas Gentner selbstbewusst. „Sicherlich ist er immer ein Thema in meiner Gegenwart und ich werde auch oft auf ihn angesprochen. Aber das war für mich noch nie ein Problem. Letzten Endes ist es doch so, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen muss.“

Thomas Gentner ist ihn gegangen. Und doch sind die Gemeinsamkeiten zwischen ihm und seinem Bruder, privat wie sportlich, verblüffend. Beide sind Familienmenschen, schätzen das gewohnte, vertraute Umfeld. Auf dem Platz steht für sie das Kollektiv über allem, eigene Interessen werden hinten angestellt. Gibt es denn gar keine Unterschiede? „Chrissi ist mir halt zwei Deutsche Meisterschaften voraus“, scherzt Thomas Gentner.

Arbeiten am Comeback

Vor acht Jahren, bei Christians erstem Meistertitel, fieberte er sogar live im Stadion mit. „Nach dem frühen Rückstand war es für eine kurze Zeit mucksmäuschenstill“, erinnert sich Thomas. „Dennoch hatte man nie das Gefühl, dass etwas schiefgehen könnte. Auf dem Platz und den Rängen herrschte einfach eine unglaublich positive Energie. Nach dem Sieg stand ganz Stuttgart auf den Beinen und wir haben gemeinsam die Meisterschaft gefeiert.“

Auch in der heißen Endphase der zurückliegenden Saison, als Christian Gentner mit dem VfB Stuttgart bis zuletzt um den Klassenerhalt in der Bundesliga zittern musste, drückte Thomas seinem drei Jahre älteren Bruder erneut vor Ort kräftig die Daumen – mit Erfolg. „Man hat gemerkt, wieviel für alle Beteiligten auf dem Spiel stand, die Anspannung war greifbar“, erzählt Thomas. „Die ganze Familie hat versucht, ihn bestmöglich zu unterstützen. Das war mitunter anstrengender, als selbst auf dem Platz zu stehen.“

Thomas Gentner lacht. Aber nur kurz. Schnell wird sein Gesichtsausdruck wieder ernst, er wirkt nachdenklich. Wieder auf dem Platz stehen, ja, nichts wünscht er sich in diesem Moment sehnlicher. Seit mehr einem Jahr hat er aufgrund einer schweren Knieverletzung kein Spiel mehr für die TuS Koblenz bestritten, von der Tribüne aus musste er tatenlos den Abstieg des Traditionsvereins in die Oberliga mitverfolgen. „Es schmerzt unheimlich, nicht selbst aktiv eingreifen zu können. Insgesamt war es sowohl für den Klub als auch für mich kein einfaches Jahr“, gesteht Thomas Gentner.

Doch er will zurückkommen, glaubt fest an ein Comeback. Kämpferisch sagt er: „Ich bin davon überzeugt, dass beide Seiten bald wieder für positive Schlagzeilen sorgen werden. Die ärztlichen Prognosen sind mittlerweile sehr positiv. Mit ausreichend Geduld und dem nötigen Fleiß werde ich Ende des Jahres wieder auf den Platz zurückkehren können.“

Doch bis dahin, so hat er es sich fest vorgenommen, werde er zwischendurch immer mal wieder auch einfach nur die Zeit im Beisein seiner Liebsten genießen. Natürlich vorrangig um neue Kraft zu tanken. Aber auch der Fachsimpelei unter Brüdern wegen. Fußballerfamilie eben.

Alle Folgen der Serie:

Der Gündogan, der für Gelsenkirchen trifft

60 Buden: Ein Knipser namens Toppmöller

George Boateng: Rapper statt Fußballprofi

Die Brüder Frings: Nur einer biss sich durch

Marcel Basler: Freistöße wie einst der Vater

Die Mustafis: Vier Fußballer, ein Weltmeister

Rudis Sohn: Es gibt nur einen Kevin Völler

Albtraum Kreisliga: Asamoah hat’s erwischt

Wörns, Ziege, Lehmann: Drei Söhne suchen ihren Weg

Florian Rudy: Großer Bruder sucht neue Heimat

Patrick Draxler: Aus Neid ist längst Stolz geworden

Schiri Marcel: Schalke hat doch einen Neuer

Köppel und Wohlers mischen die Kreisliga auf

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