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Kultfigur der Woche |16.01.2015|15:00

Die rastlose Roswitha: Es kribbelt immer noch

Am liebsten kümmert sich Roswitha Jäger um den Getränke- und Würstchenverkauf. [Foto: FUSSBALL.DE]

Ist es draußen kalt und die Winterpause bereits im vollen Gange, wird es Roswitha Jäger ums Herz noch kälter. Die fußballfreie Zeit mag sie überhaupt nicht, schließlich ist sie von Kindesbeinen an eingefleischter Fan. Den Ligaspielen ihres Heimatvereins FSV Schwarzerden fiebert sie tagelang entgegen. Heute aber steht die 1. Vorsitzende alleine auf dem verwaisten Hartplatz. Bis zum Wiedersehen mit ihren „Kerlen“, wie sie die Spieler des FSV liebevoll nennt, dauert es noch eine ganze Weile. Erst Anfang März rollt in der 250 Einwohner zählenden Gemeinde wieder der Ball.

„Natürlich ist es schön, dass man auch mal ein paar Tage frei vom Fußball hat“, sagt Roswitha Jäger. „Aber irgendwann wird man dann doch ganz kribbelig und hofft, dass es bald wieder losgeht.“ Ja, es kribbelt immer noch in ihr. Und das Jahr für Jahr aufs Neue. Dabei möchte man meinen, dass sie im Überbrücken der Winterpause eigentlich inzwischen eine gewisse Routine entwickelt haben müsste.

Immerhin gehört Roswitha Jäger seit 1981 ununterbrochen dem geschäftsführenden Vorstand des FSV Schwarzerden an. Zunächst lange Zeit als Schriftführerin, bevor sie dann vor 23 Jahren das Amt der 1. Vorsitzenden übernahm, dass sie bis heute ausübt – „und zwar immer noch mit dem gleichen Tatendrang wie am ersten Tag“, wie sie lachend betont.

Die Liebe zum Verein wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Schon ihr Vater Reinhold hatte sich für den FSV Schwarzerden ehrenamtlich engagiert. Wie Roswitha Jäger war auch er seinerzeit 1. Vorsitzender des Klubs, dazu noch Schiedsrichter und zwischenzeitlich Jugendleiter. „So hat alles recht schnell seinen Lauf genommen. Irgendwie musste ich immer mitziehen“, erklärt Roswitha. Dass sie nun schon seit mehr als drei Jahrzehnten dem FSV-Vorstand angehört, mag sie selbst kaum glauben. „Geplant hatte ich das natürlich nicht. Ursprünglich bin ich vielleicht von maximal zehn Jahren ausgegangen“, so Roswitha Jäger. „Als wir damals aber Schwierigkeiten mit der Neubesetzung des 1. Vorsitzenden hatten, habe ich mich spontan dazu bereit erklärt. Ich konnte den Verein doch nicht im Stich lassen.“

"Nach den harten Trainingseinheiten haben die Kerle ab und zu ja Hunger. Dann bin ich doch gerne für meine Männer da"

Eine Frau der Tat

Die Jahre verstrichen, Spieler kamen und gingen. Einzig Roswitha Jäger blieb dem Klub immer treu. Selbst dann, wenn es einmal weniger erfreulich lief. „Leider mussten wir auch einige Rückschläge hinnehmen“, gibt sie in ihrer direkten Art zu. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie sich hier und da gerne eine andere Entwicklung für den Verein gewünscht hätte. Besonders dass der FSV Schwarzerden aktuell keine Jugendmannschaft mehr stellt, macht sie traurig. „Die Arbeit mit den Jugendlichen hat mir immer sehr am Herzen gelegen“, erzählt Roswitha. „Wir sind jedoch ein kleines Dorf mit stetig sinkenden Einwohnerzahlen. Am Ende hatten wir einfach nicht mehr genügend Nachwuchsspieler beisammen.“

Entmutigen lässt sich die Vorsitzende von solchen Nackenschlägen keineswegs. „Ich versuche immer, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen und gebe nicht auf. Trotz unserer recht eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten sind wir im gesamten Verein noch immer gut aufgestellt.“

Sie selbst geht mit gutem Beispiel voran. Als das vereinseigene Klubheim samt marodem Dach aus den 60er Jahren seine beste Zeit schon hinter sich hatte, war sie es, die in einer Vorstandssitzung den Anstoß für die Sanierung gab. „Dieses Projekt war längst überfällig. So konnte es nicht mehr weitergehen“, berichtet Roswitha Jäger von den umfangreichen Renovierungsarbeiten des Klubheims, welches dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer in Eigenregie auf Vordermann gebracht werden konnte.

Zufrieden gibt sich Roswitha Jäger damit bei weitem nicht: „Aktuell sind zwar keine großen Aktivitäten mehr geplant, aber irgendetwas gibt es eigentlich immer zu tun. Gerade rund um den Sportplatz fallen sicher in nächster Zeit noch ein paar kleinere Arbeiten an.“

Vorbehalte nur am Anfang

Man darf sich sicher sein, dass diese Arbeiten schon bald in die Hand genommen werden, denn für leere Worthülsen steht Roswitha Jäger wahrlich nicht. Vielmehr gehört sie zu denen, die bereits anpacken, wo andere noch am Überlegen sind. Nicht zuletzt dank dieser Charaktereigenschaft hat sie es als Frau bis an die Spitze eines Männerfußballvereins gebracht. Ob diese nicht alltägliche Konstellation nicht zwangsläufig auch Probleme nach sich zieht? „Am Anfang war sicherlich der eine oder andere nicht einverstanden mit meiner Wahl zur Vorsitzenden und hatte mir gegenüber Vorbehalte“, erzählt Roswitha Jäger. „Letztlich konnten die Zweifel aber größtenteils ausgeräumt werden. Gerade die jüngere Generation geht damit recht locker um.“

Viel wichtiger sei ohnehin das Verhältnis zu den Spielern. Und dass sich jenes ausgesprochen gut gestaltet, zeigt sich regelmäßig freitags nach dem Training. Dann versorgt Roswitha Jäger die Akteure im Rahmen der Mannschaftssitzung mit einer warmen Mahlzeit. „Es handelt sich hierbei lediglich um ein paar Kleinigkeiten, die ich den Spielern immer wieder gerne zubereite“, sagt sie bescheiden und fügt schmunzelnd hinzu: „Nach den harten Trainingseinheiten haben die Kerle ab und zu ja Hunger. Dann bin ich doch gerne für meine Männer da.“

Offenes Ohr für die Fans

Die meiste Arbeit fällt für sie am Spieltag selbst an. Dann sieht man Roswitha Jäger nur so um den Platz flitzen. Mal muss sie die Platzordner einweisen, dann wieder kümmert sie sich um den Schiedsrichter. Währenddessen hat sie natürlich auch immer ein offenes Ohr für die Nöte der Fans. Am liebsten organisiert die Vorsitzende den Getränke- und Bratwurstverkauf. „Außer mir darf das keiner machen“, sagt die FSV-Chefin lachend. „Seitdem ich den Verkauf einmal kommissarisch übernommen habe, gehört dieser Posten mir. Die Aufgabe macht mir großen Spaß, sonst würde ich sie nicht schon so viele Jahre ausüben.“

Während der 90 Minuten wandert natürlich immer mal wieder der Blick in Richtung Spielfeld. Erlebt hat sie in den vergangenen drei Jahrzehnten so einiges. Da war zum Beispiel der Aufstieg in die A-Klasse von vor zehn Jahren. Noch heute schwärmt Roswitha Jäger von der Geschlossenheit der damaligen Mannschaft. Zweifelsfrei gehöre dieser Aufstieg für sie zum sportlich schönsten Moment, erklärt die Vorsitzende.

Aktuell spielt der Verein, der seit über 20 Jahren mit dem ASV Seesbach eine Spielgemeinschaft bildet, wieder in der B-Klasse und belegt dort als Neunter einen Mittelfeldplatz fernab akuter Abstiegsnöte. „Damit können wir sehr zufrieden sein. Angepeilt haben wir zum Saisonende den achten Tabellenplatz. Wir liegen also voll auf Kurs“, so Roswitha Jäger. Bevor ab März wieder der Ball rollt, stehen aber in Kürze zunächst einmal die Neuwahlen des Vorstands an. Gut möglich, dass Roswitha Jäger dann erneut kandidiert.

„Natürlich denkt man darüber nach, in Zukunft etwas kürzer zu treten. Ich habe auch schon zu meinen Vorstandskollegen gesagt, dass ich dieses Amt nicht endlos lange bekleide, bis ich einmal am Stock gehe“, sagt sie. „Aber vielleicht lasse ich mich noch einmal für die kommenden zwei Jahre breitschlagen und mache weiter. In meiner Arbeit für den Verein steckt einfach eine Menge Herzblut. Das gibt man nicht so einfach von jetzt auf gleich auf.“

Die jüngsten Folgen der Kultfigur -Serie:

Teil 22: Super-Martha: Die Attacke aus dem Schwarzwald

Teil 21: Jonas Azam: Jung, dynamisch, ehrenamtlich

Teil 20: Konrad Kirschberger: Love, Peace und Dachau ‘65

Teil 19: Jürgen Schuck, die Halle und klasse Mettbrötchen

Teil 18: Peter Droste: Der Mann, der einmal fremdging

Teil 17: Jakob Scherrers aus Waldenrath-Straeten: Der dienstälteste Frauentrainer der Welt

Teil 16: Höpfingens Rotschi: Ein Stadionkasper zum Genießen

Teil 15 Horst Launert von den Sportfreunden Bulmke

Teil 14: Willi Pott von Rot Weiss Ahlen

Teil 13: Karsten Wettberg, der „König von Giesing“, vom ATSV Kelheim

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