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Talentförderung|29.05.2018|17:10

Eintracht Trier ist erster Ausbildungsverein

Sie freuen sich auf und über den ersten Ausbildungsverein im Fußballverband Rheinland: (von links) Mario Spang (sportliche Leitung Jugendabteilung Eintracht Trier), Torge Hollmann (Geschäftsführer Eintracht Trier), Walter Desch (Präsident Fußballverband Rheinland), Kai Timm (Sportlicher Leiter Fußballverband Rheinland), Georg Erschens (organisatorische Leitung Jugendabteilung Eintracht Trier), Alois Reichert (Vizepräsident Fußballverband Rheinland).[Foto: FVR]

Nach dem Abstieg aus der Fußball-Regionalliga Südwest wurde aus der Not eine Tugend gemacht: Der SV Eintracht Trier hat in der abgelaufenen Oberliga-Saison in der ersten Mannschaft in erheblichem Maße auf Spieler gesetzt, die der eigenen A-Jugend entwachsen sind. Felix Fischer, Tim Garnier, Lucas Jakob und Ömer Kahyaoglu verzeichneten jeweils beachtliche Einsatzzeiten. Der SVE hat sich nun dafür entschieden, diesen Weg konsequent weiterzugehen, der aus Sicht von Eintracht-Geschäftsführer Torge Hollmann alternativlos ist: „Wir müssen ihn annehmen. Er ist für uns mit Blick auf den Leistungsfußball die einzige Möglichkeit, die wir haben.“ Als Anker dafür dient ein Projekt, dass der Fußballverband Rheinland (FVR) forciert. Er möchte sogenannte Ausbildungsvereine schaffen, um die Talentförderung im Verband nachhaltig zu verbessern.

„Wir haben im Gebiet des Verbands Rheinland kein Nachwuchsleistungszentrum. Das führt derzeit dazu, dass einige richtig gute C-Jugendliche aus verschiedenen Vereinen abwandern. Das wollen wir stoppen, indem wir sogenannte Ausbildungsvereine etablieren. Wir wollen erreichen, dass starke jugendliche Fußballer im Verband bleiben können, indem sie in diesen Ausbildungsvereinen leistungsorientiert und mit hohen qualitativen Standards gefördert werden“, erklärt FVR-Präsident Walter Desch. So ist im Haushalt des FVR ein fünfstelliger Euro-Betrag für diese Fördermaßnahme eingestellt worden. Aus diesem Topf erhält die Eintracht im ersten Jahr 2000 Euro – gleichzeitig muss der Verein Geld in die Hand nehmen, etwa zur Bezahlung gut qualifizierter Trainer.

Die Kriterien, um ein Ausbildungsverein zu werden, sind nicht so hoch im Vergleich zu den Vorgaben, die für die Einrichtung eines Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) erfüllt werden müssen. Von diesen NLZs gibt es derzeit 54 in Deutschland – darunter sind alle 36 Erst- und Zweitligisten, die ein solches Zentrum vorhalten müssen. Der Ausbildungsverein im FVR ist quasi eine Stufe darunter angesiedelt.

Die Eintracht ist nun Vorreiter – sie wird als erster Ausbildungsverein im FVR anerkannt. Ein Kooperationsvertrag mit dem FVR ist unterzeichnet worden. Noch ist der Club dabei „im Aufbau“ – wie es in einem Zusatz heißt. Das bedeutet: In den nächsten Monaten wird überprüft, ob die Eintracht die geforderten Kriterien alle erfüllt und auch einhält. Ist das der Fall, wird der Zusatz gestrichen.

Schon jetzt kommt der SVE nach Aussage von Mario Spang aus der sportlichen Leitung der SVE-Nachwuchsabteilung nahezu allen Anforderungen nach. Dazu zählen ein ausformuliertes Jugendförderkonzept, die Zugehörigkeit von Jugendteams in den Regionalligen mit dem (Fern-)Ziel eines Bundesliga-Aufstiegs, bestimmte Kadergrößen in den verschiedenen Altersklassen, eine Mindestanzahl von Trainingseinheiten, Mindest-Lizenzen für die Trainer sowie die Wahrnehmung von Fort- und Weiterbildungen.

Im engen Austausch mit dem sportlichen Leiter des FVR, Kai Timm, hat die Eintracht in den vergangenen Monaten die Voraussetzungen geschaffen. „Das, was in den Kriterien steht, muss nun im Verein gelebt werden“, bemerkt Timm, der im Verband federführend das Projekt managt.

Wichtig sei nun auch, eine „Abgabe- und Aufnahmekultur“ zu etablieren, sagt FVR-Vizepräsident Alois Reichert. Es geht also um Offenheit bei Spielerwechseln im Jugendbereich und den Abbau von Animositäten und Vorbehalten. Georg Erschens aus der organisatorischen Leitung der SVE-Jugendabteilung, sagte, dass dies umgesetzt werde: „Was die Zusammenarbeit mit Vereinen angeht, haben wir klare Prozesse formuliert.“

Hollmann ist überzeugt davon, dass auch andere Vereine in der Region Trier profitieren werden. Sie könnten künftig besser ausgebildete Spieler bekommen aus dem Pool von Akteuren, die es nicht in die erste Seniorenmannschaft der Eintracht schaffen. Doch er macht auch klar, dass insgesamt langer Atem nötig sei: „Es wird Jahre dauern, bis das Früchte trägt.“

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