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Italo-Hit |29.05.2020|12:00

EM-Teilnehmerin Neboli: Glücklich im "Pott"

Erste Erfahrungen als Trainerin: Neboli bei der U 20 der SGS Essen.[Foto: SGS Essen]

Es muss ein Kulturschock für sie gewesen sein, als Laura Neboli im Jahr 2011 von ihrem Heimatort am Gardasee in den Ruhrpott zog. "Nein, Duisburg ist sehr schön", sagt die Italienerin. Die inzwischen 32-Jährige kam wegen des Fußballs nach Deutschland, der damalige Bundesligist FCR Duisburg verpflichtete die Verteidigerin. Nach fünf Jahren als Spielerin und später Jugendtrainerin in Duisburg und weiteren vier Jahren als Trainerin der U 20 der SGS Essen übernimmt sie ab dem 1. Juli zum ersten Mal eine erste Mannschaft: die Frauen des 1. FFC Recklinghausen.

Im Interview mit FUSSBALL.DE verrät die 26-fache italienische Nationalspielerin und zweifache EM-Teilnehmerin (2009 und 2013) unter anderem, wie sie den deutschen Frauenfußball im Vergleich zum italienischen sieht und was sie Frauen als Trainerinnen im Herrenfußball noch zutraut.

FUSSBALL.DE: Laura Neboli, wie kam es dazu, dass Sie vor neun Jahren Ihre Heimat Italien verlassen haben, um sich im Ruhrgebiet niederzulassen?

Laura Neboli: Schuld war natürlich der Fußball! (lacht) Eine meiner damaligen Mitspielerinnen hatte zu der Zeit Kontakt zu einem Spielerberater und der sagte mir, dass der FCR Duisburg eine Innenverteidigerin suchen würde. Auch der USV Jena war interessiert, aber ich habe mich für Duisburg entschieden. Der FCR hat mir einen Zweijahresvertrag angeboten, also habe ich den Sprung gewagt. Deutschland war zu der Zeit im Frauenfußball führend. Ob es die U 17 oder U 19 oder die A-Nationalmannschaft war: Sie haben fast alles gewonnen – und deshalb wollte ich gerne da spielen.

"Für den Fußball habe ich in meiner Jugend auf alles verzichtet – das war hart, aber eben genau das, was ich wollte"

Wo haben Sie vorher gekickt?

Angefangen habe ich mit sieben Jahren bei Villanuova sul Clisi, ehe ich mit zehn nach Gavardo gewechselt bin, wo früher auch mein Vater Mario gespielt hat und dort auch mein Trainer war. Auch mein älterer Bruder Luca und mein Cousin Jacopo, mit dem ich sogar zusammen in einer Mannschaft gekickt habe, haben immer Fußball gespielt. Von daher war klar, dass ich auch auf dem Platz landen würde. (lacht)

Wie ging es dann weiter?

Als ich 13 war, bin ich nach Bardolino gewechselt. Da habe ich auch zum ersten Mal in einer Mädchenmannschaft gespielt, mit 14 war ich schon in der U 19, und mit 15 habe ich für den CF Bardolino mein erstes Spiel in der Serie A der Frauen absolviert. 2005 sind wir sogar Meister und Supercup-Sieger mit Bardolino geworden, das werde ich nie vergessen, da war ich ja erst 17. Danach war ich noch für sechs Jahre in Reggiana, mit denen ich Pokalsieger wurde, und für eine halbe Saison in Tavagnacco, ehe es nach Deutschland ging.

Wie haben Sie als junges Mädchen die Schule und den professionellen Fußball unter einen Hut bekommen?

Das war schon sehr anstrengend. Ich bin um halb sieben aufgestanden, um 8 fing die Schule an, die ging bis 2 Uhr nachmittags. Danach gab es ein schnelles Mittagessen, und dann hat mich mein Vater die zwei Stunden bis nach Reggiana in der Reggio Emilia gefahren. Die Hausaufgaben musste ich im Auto machen. Am Abend ging es dann zurück nach Hause, meistens war es dann schon 23 Uhr, ehe ich todmüde ins Bett gefallen bin. Am nächsten Tag ging es dann so weiter. Für den Fußball habe ich in meiner Jugend auf alles verzichtet – das war hart, aber eben genau das, was ich wollte.

Sie haben in Italien und in Deutschland jeweils in der ersten Liga gespielt. Wenn Sie den Frauenfußball in beiden Ländern miteinander vergleichen würden: Wo sehen Sie die größten Unterschiede?

In Deutschland ist die gesamte Infrastruktur besser, in Italien die taktische Ausbildung. Als in Deutschland noch mit Libero gespielt wurde, kannten wir in Italien schon die Dreier- oder Viererkette. Das hat mir nicht nur als Spielerin sehr geholfen, weil ich auf dem Platz sehr flexibel war, sondern natürlich auch später als Trainerin.

Als Sie 2011 dann vom schönen Gardasee in das von Schwerindustrie geprägte Duisburg kamen: War es ein Kulturschock für Sie?

Nein, ich fand es nicht so schlimm. Im Gegenteil, ich finde Duisburg sehr schön. Ich habe im Duisburger Süden gewohnt, da ist es richtig grün. Meine Familie und meine italienischen Freunde konnten das allerdings nicht glauben. (lacht)

Wie konnten Sie sich mit Ihren Mitspielerinnen verständigen?

Ich hatte in der Schule zwar zwei Jahre Deutsch, aber das meiste davon war längst vergessen, als ich nach Duisburg gezogen bin. Ich konnte also nur sagen: "Hallo, ich heiße Laura, bin 23 Jahre alt und komme aus Italien". Beim FCR haben sich alle sehr um mich gekümmert, aber trotzdem habe ich nur sehr wenig verstanden, was gesagt wurde. Meine Teamkolleginnen in der Abwehr haben sogar extra ein paar Kommandos auf italienisch gelernt, so etwas wie "Hintermann" und "alle raus". Ich habe aber dann sofort einen Deutsch-Kurs besucht und hatte sogar eine Privatlehrerin. Außerdem habe ich eine Ausbildung bei der Sparkasse Duisburg absolviert, da habe ich natürlich auch sehr schnell Deutsch gelernt.

Nach fünf Jahren als Spielerin für den FCR beziehungsweise MSV Duisburg sind Sie 2016 Trainerin bei der SGS Essen geworden. War es für Sie klar, dass Sie irgendwann die Kabine wechseln würden?

Nein, das hat sich einfach so ergeben. Ab dem Jahr 2013 hatte ich viel mit Verletzungen zu kämpfen und musste etwas anderes für mich finden. Als der FCR gefragt hat, ob ich die U 13 übernehmen möchte, habe ich zugesagt. Ich habe dann zunächst die B-Lizenz absolviert und dann im Laufe der Jahre auch die A- und die Elite-Lizenz. Als im Jahr 2016 das Angebot von der SGS Essen kam, die U 20 zu übernehmen, war das sehr reizvoll für mich und ich bin nach Essen gewechselt.

Welcher Trainertyp sind Sie – eher kumpelig oder streng?

Sehr streng! Ich bin sehr ehrgeizig und erwarte viel von meinen Spielerinnen. Eine gute Mischung zwischen Lob und Tipps ist meine Erfolgsrezept. Wenn etwas nicht läuft, kann es schnell laut und explosiv werden. Ich stehe meinen Mädels immer an der Seite und helfe ihnen, sich weiterzuentwickeln.

Nun also ein neues Kapitel – der 1. FFC Recklinghausen. Welche Ziele verfolgen Sie ab dem 1. Juli mit dem ehemaligen Bundesligisten?

Wir haben einen Vierjahresplan aufgestellt, in dem wir die gesamte Entwicklung des Vereins voranbringen wollen. Das bedeutet, dass die erste Mannschaft möglichst mindestens in der zweiten Bundesliga spielt und die zweite Mannschaft sowie die U 17 mindestens in der Westfalenliga.

In letzter Zeit übernehmen immer mehr Frauen den Trainerposten bei höherklassigen Herrenmannschaften - wie zum Beispiel Imke Wübbenhorst beim Regionalligsten Sportfreunde Lotte oder Inka Grings beim designierten Regionalliga-Aufsteiger SV Straelen. Wäre auch für Sie ein Job im Männerfußball irgendwann mal eine Option?

Das kann ich mir gut vorstellen, aber erst einmal gilt meine Konzentration dem 1. FFC Recklinghausen. Die beiden von Ihnen genannten Beispiele zeigen aber, dass im Fußball ein Umdenken stattgefunden hat. Nicht mehr das Geschlecht ist maßgeblich dafür, wer einen Trainerposten bekommt, sondern die Kompetenz. Es geht darum, ob man Ahnung vom Fußball hat oder nicht – egal, ob das ein Mann oder eine Frau ist.

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