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Kultfigur |14.10.2016|10:00

Erlhoff: Der 2. Einwechsler der Bundesliga

Hermann Erlhoff spielte 75 Mal für Schalke (rechtes Foto, rechts) in der Bundesliga, heute ist er Edelfan beim TSV Marl-Hüls (links). [Foto: Bunse, Imago / Collage: FUSSBALL.DE]

„Na Hermann, pöhlst du auch wieder mit?“ Wenn Hermann Erlhoff die kurze Strecke von seinem Haus im westfälischen Marl zum Loekampstadion zurücklegt, plant er immer genügend Zeit ein. Dabei liegt der Fußballplatz des Oberligisten TSV Marl-Hüls nur einen Steinwurf von seinem Zuhause entfernt. Aber immer wieder wird der einstige Profi erkannt und besonders die Rentner wechseln gerne auch mal ein paar warme Worte mit ihm. So warm, dass ihm die obligatorische Stadion-Bratwurst in der Hand mitunter kalt wird. Aber das nimmt er gerne in Kauf. Einst war er für den Klub Gold wert, heute steht er als Edelfan Spieltag für Spieltag an der Seitenlinie. Deshalb ist Hermann Erlhoff unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.

Zumeist wird dann auch über die gute, alte Zeit geplaudert. Sie beginnt in der Saison 1966/67, als der Mittelfeldspieler in der Regionalliga selbst für den TSV Marl-Hüls die Schuhe schnürte. Bis Erlhoff nach einem Freundschaftsspiel gegen den großen FC Schalke 04 nach nur zwölf Monaten von der Schalker Legende Fritz Szepan vom Fleck weg abgeworben wurde. Szepan war damals Präsident bei den Königsblauen. „Ich hatte den Knappen bei dem Spiel einige Tore eingeschenkt. Nach dem Abpfiff kam er auf mich zu und sagte, ich bräuchte gar nicht erst wieder nach Hause zu fahren, ich sei verpflichtet.“ Und Szepans Wort war Gesetz. Nicht nur auf Schalke. Auch in Marl.

Obwohl er im Dress des TSV Marl-Hüls also nur einen Sommer tanzte, ist der Kontakt zum Klub nie abgerissen. „Ich habe mich immer dafür interessiert, was der TSV macht. Schließlich ist Marl meine Heimat“, bestätigt Erlhoff.

Allerdings muss der Deutsche Amateurmeister von 1954 Erlhoffs Zuneigung teilen. Denn eine Hälfte seines Herzens gehört auch dem wenige Kilometer weiter beheimateten Lokalrivalen VfB Hüls . Beim Werksverein der damaligen Chemischen Werke Hüls war Erlhoff nach seiner Spielerkarriere 14 Jahre lang als Betriebssportlehrer angestellt. „Ich habe vormittags die Auszubildenden betreut und am Abend die erste Mannschaft trainiert“, erklärt Erlhoff. Deshalb pilgert der 71-Jährige seit vielen Jahren zwischen beiden Vereinen hin und her. „An einem Wochenende besuche ich die Heimspiele des TSV Marl-Hüls, am nächsten die des VfB Hüls. Und wenn es zeitlich passt, auch beide“, sagt Erlhoff und nickt.

"Na Hermann, pöhlst du auch wieder mit?"

Kann man Vereinsliebe teilen? Was für andere Fans undenkbar ist, ist bei dem gelernten Mittelfeldspieler, der später zum Verteidiger umschulte, seit vielen Jahren Normalität. „Ich darf das, schließlich habe ich doch zu beiden Klubs enge Beziehungen“, hofft Erlhoff auf Verständnis. Und setzt sogar noch einen oben drauf. Denn mit seinen beiden ehemaligen Profivereinen FC Schalke 04 und Rot-Weiss Essen gelingt dem 162-fachen Bundesligaspieler selbiges sogar noch einmal. „Bei Schalke habe ich lange in der Traditionsmannschaft gespielt und bin dort weiterhin noch Mitglied und deswegen oft in der Arena. Und bei RWE bin ich auch immer wieder gerne zu Gast“, so Erlhoff. Blöde Kommentare oder Sprüche von den eher eine gegenseitige Abneigung pflegenden Anhängern der beiden Traditionsvereine habe es deswegen noch nicht gegeben. Aber Erlhoff ist auch kein Lautsprecher, sondern ein Mann des Ausgleichs.

1970 wechselte er vom Schalker Markt wenige Kilometer weiter an die Essener Hafenstraße. „Rudi Gutendorf war damals Trainer bei S04. Er mochte keine groß gewachsenen Spieler, wie ich einer war. Inzwischen bin ich mit ihm befreundet. Er hat längst zugegeben, dass es ein Fehler war, mich gehen zu lassen“, sagt Erlhoff heute. Ein Gutes hatte der 100.000-Mark-Transfer, der für viel Aufsehen gesorgt hat, auf jeden Fall. „Der Wechsel zu Rot-Weiss Essen brachte auch dem TSV Marl-Hüls eine Entschädigung von 50.000 DM ein“, weiß Erlhoff.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Erlhoff mit den Königsblauen aber längst Bundesligageschichte geschrieben. Am 19. August 1967 war er der zweite Spieler überhaupt, der jemals bei einem Bundesligaspiel eingewechselt wurde. „Das war beim 3:4 gegen Borussia Mönchengladbach am ersten Spieltag der Saison 1967/68“, weiß Erlhoff und nickt. „Ich bin nach 33 Minuten für Heinz Pliska reingekommen, weil der sich verletzt hatte.“ Nur Erhard Schwerin vom Hamburger SV war noch 13 Minuten schneller. Erst vor der Serie waren die FIFA-Statuten entsprechend geändert worden. Fortan war bei einer Verletzung die Einwechslung eines Spielers während der laufenden Begegnung erlaubt. Auch beim legendären Biss eines Schäferhundes in den Allerwertesten von Mitspieler Friedel Rausch im Derby bei Borussia Dortmund am 6. September 1969 stand er auf dem Platz.

Als Trainer betreute er später unter anderem seinen ehemaligen Verein Rot-Weiss Essen, SC Rot-Weiß Oberhausen oder die SpVgg Erkenschwick . Sein größter Erfolg war das Erreichen des Endspiels im DFB-Pokal in Berlin im Jahr 2001 mit den Damen des FFC Flaesheim-Hillen. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden um ihn. „Das war eine tolle Zeit. Der Fußball hat mir alles gegeben“, resümiert Erlhoff.

Trotz seiner Profilaufbahn gehört sein Herz aber bis heute dem Amateurfußball. Deshalb pendelt er auch im Alter von 71 Jahren weiterhin zwischen „seinen“ beiden Vereinen hin und her. „Einmal Badeweiher, einmal Loekampstadion. Am besten mit dem Fahrrad, das hält mich fit“, lacht Erlhoff.

Dabei kommt ihm vielleicht zu Gute, dass sich die beiden Klubs in den vergangenen Jahrzehnten sportlich kaum einmal auf Augenhöhe begegnet sind. Zwei Jahrzehnte war der VfB Hüls die Nummer eins im Marler Fußball. Ausgerechnet als der TSV Marl-Hüls nach einer langen sportlichen Durststrecke im Sommer 2015 die Rückkehr in die Oberliga schaffte, zog der VfB sein Team dort aus finanziellen Gründen zurück. „Das ist sehr schade, dass der Evonik-Konzern, zu dem das schon weithin sichtbare Chemiewerk in Marl inzwischen gehört, sich dazu entscheiden hat, die Förderung beim VfB stark zurückzufahren. Sie haben dort eine tolle Infrastruktur“, bedauert er. „Ich hoffe deshalb, dass zumindest der TSV Marl-Hüls an seine ganz großen Zeiten anknüpfen kann, und vielleicht sogar nochmal den Sprung in die Regionalliga schafft.“

Aber egal in welcher Liga, Hermann Erlhoff wird auch künftig beiden Teams als Glücksbringer die Daumen drücken. „Solange die Beine tragen, werde ich dort hingehen“, verspricht er. Zum TSV Marl-Hüls. Zum VfB Hüls. Und zum FC Marl 2011 . Aber das ist eine andere Geschichte.

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