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|17.05.2018|15:30

Experte Kraus: Fünf Endspiele, fünf Siege

"Das erste Highlight meiner Karriere": Kraus (l.) beim Frankfurter Pokalsieg 1974[Foto: imago]

Fünfmal erreichte seine Mannschaft das Endspiel, fünfmal hat sie es gewonnen. In verschiedenen Funktionen und Situationen erlebte Wolfgang Kraus den Tag des Triumphes, aber Frankfurt spielte dabei immer eine Rolle. Drei Titel gewann er mit der Eintracht und zwei mit den Bayern - diese jeweils in Frankfurt. Kein Wunder, dass der 64-Jährige dem Finale zwischen seinen Ex-Klubs am Samstag (ab 20 Uhr, live in der ARD und bei Sky) besonders entgegenfiebert. Neben Norbert Nachtweih ist er der Einzige, der den Pokal mit beiden Klubs gewann. Für DFB.de erinnert sich der "Scheppe" an seine Pokalsiege.

17. August 1974 in Düsseldorf

Eintracht Frankfurt – HSV 3:1 n.V.

"Dieser Sieg war das erste Highlight meiner Karriere, das hat mich sehr geprägt. Ich war 20 Jahre jung und einfach nur froh, mit Leuten wie Jürgen Grabowski oder Bernd Hölzenbein spielen zu dürfen. Zu denen habe ich aufgeschaut. Für die war ich ja noch ein Jugendspieler. Ich weiß noch, dass das Spiel wegen der WM erst im August ausgetragen wurde - noch vor Saisonstart. Das machte die Vorbereitung etwas schwierig. Natürlich erinnere ich mich auch noch an mein Tor. Es war mein erstes für die Eintracht, in meiner ersten Bundesligasaison hatte ich keines gemacht. Es fiel in der 117. Minute nach einem Konter und war nicht sehr schwer. Das war die Entscheidung. Nach dem Spiel haben wir Trikots getauscht, ich mit Willi Reimann. Über 40 Jahre hatte ich es aufbewahrt, dann habe ich es einem Fanclub geschenkt. In Düsseldorf haben wir die Nacht zum Tag gemacht. Am nächsten Tag sind wir im Korso in Frankfurt durch die Stadt gefahren und wurden am Römer empfangen. Das ist alles noch präsent. Was man so als ganz junger Kerl erlebt, das ist herausragend. Das erste Mal ist halt immer was Besonderes."

21. Juni 1975 in Hannover

Eintracht Frankfurt – MSV Duisburg 1:0

"Bei diesem Spiel saß ich nur auf der Tribüne, gemeinsam mit meiner Frau. Ich hatte alle Spiele vorher mitgemacht, doch beim Bundesligaspiel am 10. Mai in Stuttgart hat mir der Egon Coordes den Knöchel durchgetreten. So konnte ich nur mit Krücken laufen. Wenigstens sind wir nicht nass geworden, es war ja ein fürchterliches Gewitter an diesem Tag."

1. Mai 1982 in Frankfurt

Bayern München – 1. FC Nürnberg 4:2

"Zur Vorgeschichte: 1979 bin ich zu den Bayern gewechselt. Ich wollte eigentlich gar nicht weg von der Eintracht, aber sie haben mir ein Angebot gemacht, als ob sie mich loswerden wollten. Bei Bayern war seit kurzem Pal Csernai Trainer, der war vorher Co-Trainer bei uns. Als er erfuhr, dass ich einen Verein suchte, holte er mich. Ich bin nach München gefahren und habe noch am selben Tag den Vertrag unterschrieben, eigentlich wollte ich nur die Eintracht hochpokern. Aber der Uli Hoeneß hat gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die Sekretärin den Vertrag tippen lassen. 1982 war dann das erste Pokalfinale für mich mit Bayern ausgerechnet in Frankfurt. Sozusagen ein Heimspiel. Es war ein legendäres Endspiel. Ich habe in Paul Breitners Rücken gespielt und die Lücken gestopft - heute würde man sagen als 'Sechser'. Es begann schlecht für uns. Reinhold Hintermaier schoss fast von der Mittellinie ein Tor, kurz vor der Pause bekamen wir das 0:2. In der Halbzeit ist Csernai richtig lautgeworden, das konnte er auch. Dieter Hoeneß hatte einen Turban um den Kopf, in der Pause wurde die Platzwunde genäht. Da guckt man lieber weg - wie ich. Dann haben wir das Spiel noch gedreht. Ich schoss das 2:2, nachdem Kalle Rummenigge den Pfosten getroffen hatte. Dann holte ich den Elfmeter zum 3:2 heraus. Man warf mir Schauspielerei vor, aber war hält schon freiwillig seinen Kopf in eine Fußspitze? Nach Norbert Eders Tritt hatte ich ein blaues Auge. Vielleicht muss man nicht Elfmeter pfeifen, aber heute würde man sagen: 'Ein Kontakt war da!' Nach dem Spiel sind wir mit dem Bus nach München gefahren und haben im 'Käfer' gefeiert. Es war ein anderes Gefühl als beim ersten Mal, ich war ja auch nicht mehr so jung, sondern ein gestandener Profi."

31. Mai 1984 in Frankfurt

Bayern München – Borussia Mönchengladbach 7:6 n.E.

"Das war mein letztes Spiel für die Bayern, danach bin ich in die Schweiz zum FC Zürich. Unser Trainer war Udo Lattek, der mehr über das Emotionale als über das Fachliche kam. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Csernai. Der Erfolg gab Lattek immer Recht. Wieder gerieten wir in Rückstand, und deshalb musste ich zur Halbzeit raus, mit Reinhold Mathy kam ein offensiver Spieler. Das war okay für mich, wenn ich auch deshalb diesmal leider kein Trikot tauschen konnte. Ein Defensiver musste ja raus, und wenn es Wolfgang Dremmler getroffen hätte, hätten wir vielleicht verloren. Er schoss jedenfalls den Ausgleich. So kam es zum Elfmeterschießen, bei dem Lothar Matthäus, der kommende Bayern-Spieler, gleich den ersten Ball verschoss. Ich war übrigens auch als Schütze vorgesehen, aber es ging dann ja auch ohne mich. Mit dem Pokalsieg in meiner Heimatstadt abzutreten - viel schöner ging es nicht."

28. Mai 1988 in Berlin

Eintracht Frankfurt – VfL Bochum 1:0

"Ich war 1986 noch mal zur Eintracht zurückgekehrt und nach Karriereende Manager geworden. So erlebte ich mein fünftes Finale in völlig anderer Position, denn es ist einfach ganz was anderes. Man muss sich um alles Mögliche kümmern und hoffen, dass alles klappt. Auf dem Platz hat es dann ja auch geklappt, Lajos Detari hat den Freistoß reingeschossen, der der Eintracht den bisher letzten Titel beschert hat. Dass es sein letztes Spiel war, ahnte keiner. Es wird ja immer erzählt, dass wir ihn noch in der Nacht des Finals nach Piräus verkauft hätten - aber das stimmt einfach nicht. Das kam erst später und ist eigentlich Stoff für ein Buch. 1988 war mein erstes und einziges Finale in Berlin. Ich kann nicht sagen, dass ich es sehr bedauere, dort kein Finale gespielt zu haben. Für mich war es emotionaler, zweimal in meiner Heimatstadt gespielt zu haben."

Und wer soll das Finale gewinnen?

Kraus, der von der Eintracht nach Berlin eingeladen wurde, weicht etwas aus: "Beide Vereine sind mir angenehm. Aber wenn die Bayern gewinnen, ist es nur ein Titel mehr. Verlieren sie, interessiert es nach ein paar Tagen auch keinen mehr, der Pokal hat nicht so viel Bedeutung für sie. Wenn die Eintracht gewinnt, hilft es ihr sicher mehr."

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