Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Blindenfußball |23.10.2020|21:40

Fangmann: "Dankbar, dass wir spielen können"

Fangmann (M.): "Ich gehe davon aus, dass es ein hochklassiges Duell wird".[Foto: Carsten Kobow]

Auf dem Domplatz in Magdeburg endet an diesem Samstag die Saison der Blindenfußball-Bundesliga. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft treffen am Samstag (ab 15 Uhr) der MTV Stuttgart und der FC St. Pauli aufeinander. Für die Schwaben und deren Kapitän Alexander Fangmann (35) wäre es ein sagenhaft siebter Titelgewinn. Im Interview ordnet der Rekordnationalspieler die Chancen für sein Team ein. Außerdem erklärt das Kuratoriumsmitglied der DFB-Stiftung Sepp Herberger, wie sich der Blindenfußball in Deutschland entwickelt hat.

FUSSBALL.DE: Herr Fangmann, treffen am großen Finaltag der Blindenfußball-Bundesliga mit dem MTV Stuttgart und dem FC St. Pauli die beiden besten Mannschaften aufeinander?

Alexander Fangmann:  Ja, das würde ich im Rückblick auf die bisherige Saison schon so sagen. Ich bin der Meinung, dass St. Pauli und wir die beste Spielanlage hatten und nun verdient den Titel gegeneinander ausspielen werden.

Ist dieses Endspiel für Sie und den MTV Stuttgart auch eine Wiedergutmachung, nachdem Sie in der vergangenen Saison als Titelverteidiger nur Fünfter geworden sind?

"Das Finale ist eine Chance zur Revanche für uns"

Fangmann:  Wir haben eine kuriose Serie, die uns aber gleichzeitig auch große Hoffnung macht. Wir sind 2017 Fünfter geworden und haben 2018 den Titel geholt. 2019 sind wir erneut Fünfter geworden. Nach dem Gesetz der Serie ist es ja klar, dass wir jetzt wieder an der Reihe sind und den Titel holen wollen.  (lacht)

Mit dem FC St. Pauli erwartet Sie das Topteam der Qualifikationsrunde.

Fangmann:  Wir haben ja gegen den FC St. Pauli in dieser Saison schon 0:2 verloren. Das haben wir nicht vergessen. Dieses Finale ist nun eine Chance zur Revanche für uns. Ich gehe davon aus, dass es ein hochklassiges und enges Duell geben wird, bei dem am Ende Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage ausschlaggebend sein werden. In der Qualifikationsrunde konnten wir uns gegen St. Pauli nicht viele Torchancen herausarbeiten. Ich hoffe, dass wir es nun besser machen werden.

Der FC St. Pauli hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Aushängeschild im deutschen Blindenfußball entwickelt.

Fangmann:  Definitiv. Zu Beginn der Geschichte der Blindenfußball-Bundesliga hat sich der Verein oft auf einem der letzten Plätze wiedergefunden. Seit 2017 stehen sie immer im Finale, immer als Sieger der Qualifikationsrunde. Vor drei Jahren konnten sie die deutsche Meisterschaft gewinnen, die letzten beiden Male sind sie nur ganz knapp gescheitert.

Wie hat St. Pauli den Schritt in die Spitzengruppe geschafft?

Fangmann:  Sie sind vor einigen Jahren mit einer sehr jungen, aber talentierten Mannschaft gestartet. Inzwischen sind diese Spieler gut und erwachsen geworden – man denke nur an Jonathan Tönsing. Mit dieser Erfahrung haben sie mittlerweile richtig Qualität im Kader. Es dauert nun mal einige Zeit, bis etwas Zählbares herauskommt. Diese Geduld haben sie bewiesen. Sie sind eine verschworene Truppe, die uns sehr gefährlich werden kann.

Wegen Corona war die Saison sehr speziell. Wie schauen Sie jetzt darauf zurück?

Fangmann:  Erstmal sind wir den Ligaträgern sehr dankbar dafür, dass wir die Saison überhaupt spielen konnten. Uns ist bewusst, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Vor diesem Hintergrund war es echt super.

Wie hat Sie Corona sportlich beeinflusst?

Fangmann:  Für uns war der Lockdown im März ein harter Schlag. Wir hatten gerade damit begonnen, uns auf die neue Saison vorzubereiten. Und dann ging von dem einen auf den anderen Tag  nichts mehr. Das war wirklich krass. Auf einmal konnten wir gar nichts mehr machen. Das war kompliziert, auch für mich persönlich. Da haben wir alle nochmal gemerkt, wie wichtig der Fußball für uns ist. Im Rückblick kann ich sagen, dass uns die ganze Sache zusätzlich zusammengeschweißt hat. Wir haben während der Coronapause niemanden verloren. Als wird endlich wieder trainieren konnten, waren alle wieder da – und die meisten sogar noch motivierter als vor dem Lockdown. Aber man hat auch gemerkt, dass wir etwas Zeit gebraucht haben, um wieder das alte Niveau zu erreichen.

Auch Sie persönlich?

Fangmann:  Nach mehr als zwei Monaten Pause war es natürlich auch für mich zunächst schwierig. Ich bin froh, dass ich bis jetzt verletzungsfrei durch die Saison gekommen bin. Mir ist es natürlich wichtig, dass wir in Magdeburg den Titel holen. Aber ich blicke auch immer etwas über den Tellerrand hinaus und versuche, den Blindenfußball in Deutschland weiter zu pushen. Wir müssen noch mehr blinde Sportlerinnen und Sportler für den Fußball begeistern. Wir müssen den Nachwuchs stärker fördern.

Warum ist es schwierig, blinde Menschen für den Fußball zu gewinnen?

Fangmann:  Einerseits, weil die medizinische Versorgung in Deutschland zum Glück immer besser wird und es deshalb weniger blinde Menschen bei uns gibt. Aber andererseits ist es nicht selbstverständlich, dass die nicht-sehenden Kinder und Jugendlichen automatisch den Weg in den Fußball finden. Der Schritt dorthin ist sogar sehr kompliziert, weil das Freizeitangebot heute vielfältig ist. Wir müssen immer wieder Überzeugungsarbeit leisten und mit großer Eigenmotivation vorangehen.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen?

Fangmann:  Fußball war schon als Kind mein Hobby. Mit acht Jahren bin ich dann erblindet. Aber ich hatte einen starken Freundeskreis, der mich nicht fallen gelassen hat. Wir haben Wege gefunden, so dass ich weiter mit ihnen Fußball spielen konnte. Dafür bin ich sehr dankbar. Der Fußball hat mir im Leben bisher unglaublich viel gegeben.

Sehen Sie sich auch als eine Art Pionier für den Blindenfußball?

Fangmann:  Ich versuche, den Blindenfußball voranzubringen. Ich bin seit 2006 dabei, also praktisch von Anfang an. Ich weiß noch sehr genau, mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen hatten. Heute sind wir auf einem guten Weg. Aber es geht logischerweise immer noch besser. Dafür arbeite ich und dafür spiele ich. Grundsätzlich ist mir der Teamgedanke beim Fußball am wichtigsten.

Sie sind nun 35 Jahre alt. Wie lange wollen Sie auf diesem Niveau noch spielen?

Fangmann:  Beim Blindenfußball spielt das Alter zum Glück nicht die ganz große Rolle. Ich kenne einige sehr gute Blindenfußballer, die über 40 Jahre alt sind und noch zu den besten Spielern in ihrem Land zählen. Ich habe mich bei dem Thema noch nicht festgelegt. Ich spiele so lange, wie es mir Spaß macht und es mein Körper und mein berufliches und privates Umfeld zulassen. Im Moment fühle ich mich topfit.

Trotzdem engagieren Sie sich schon sehr stark abseits des Platzes. Zum Beispiel gehören Sie zum Kuratorium der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Warum ist Ihnen das wichtig?

Fangmann:  Weil ich hinter den Themen der Stiftung stehe. Ich habe gemerkt, dass meine Meinung geschätzt wird und dass ich etwas bewirken kann. Das macht mich glücklich. Gemeinsam können wir viel Positives erreichen. In der Sepp-Herberger-Stiftung kommen Persönlichkeiten aus den verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens zusammen. Als ich das erste Mal bei einer Sitzung vor Ort war, saß ich plötzlich mit Otto Rehhagel und Uwe Seeler an einem Tisch. Ich habe großen Respekt, was diese Persönlichkeiten durch und für den Fußball geleistet haben und immer noch leisten. Und wenn wir gemeinsam etwas für Menschen erreichen können, die im Leben vielleicht nicht immer  Glück hatten, dann ist das einfach super.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.
Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Lieber Fußballfreund,

du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Nutzungsbedingungen“ und „Inhalteverantwortung“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.

Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.

Weiter