Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

|11.10.2018|10:00

Farrona Pulido: "Zufrieden bin ich nie"

"Teil des Neuen zu sein, spornt enorm an": Farrona Pulido kam im Sommer zum VfL[Foto: 2018 Getty Images]

Die ersten Wochen bei seinem neuen Klub hätten für Manuel Farrona Pulido kaum besser laufen können. Mit dem VfL Osnabrück führt der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler die Tabelle der 3. Liga vor dem punktgleichen Aufsteiger KFC Uerdingen (beide 22 Zähler nach elf Partien) an. Farrona Pulido, geboren in Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein, kam in zehn Begegnungen zum Einsatz. Der Zugang von Ligakonkurrent Fortuna Köln steuerte drei Treffer und eine Vorlage bei.

Ausgebildet wurde Farrona Pulido beim Hamburger SV. Weitere Stationen waren der FSV Wacker Nordhausen und der 1. FC Magdeburg. Im DFB.de -Drittligainterview der Woche spricht er mit Mitarbeiter Thomas Palapies-Ziehn über die Tabellenführung, das Erfolgsgeheimnis und seinen Ruf als "Unterschiedsspieler".

DFB.de: Als Tabellenführer ging der VfL Osnabrück in die Länderspielpause: Wie fühlt sich das an, Herr Farrona Pulido?

Manuel Farrona Pulido: Es gibt nichts Besseres. Mit dem 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern in die Pause zu gehen, war schon ein prima Gefühl. Umso schöner, dass wir jetzt bis zum nächsten Spieltag auch nicht von Rang eins zu verdrängen sind.

DFB.de: Vor Saisonbeginn gehörte der VfL Osnabrück nicht gerade zu den Aufstiegsfavoriten. Warum steht Ihr Team aktuell ganz oben?

Farrona Pulido: Wir ziehen alle an einem Strang, agieren auf und neben dem Platz nahezu optimal miteinander. Was Trainer Daniel Thioune von uns fordert, setzen wir schnell um. Vom ersten Spieltag an war es so, dass alle anpacken wollten. Wir wussten allesamt, dass eine schwache Saison hinter dem VfL liegt. Teil des Neuen zu sein, spornt enorm an.

DFB.de: Auffällig sind vor allem die gerade einmal fünf Gegentreffer. Keine Mannschaft ist in dieser Statistik besser. Wie kommt diese gute Bilanz zustande?

Farrona Pulido: Mein Lob geht da ganz klar in Richtung Viererkette. Irgendeiner bekommt es immer hin, den Ball im letzten Moment aus der Gefahrenzone zu bringen. Klar, die gesamte Mannschaft arbeitet defensiv mit. In der Regel sind es in den entscheidenden Situationen aber die Abwehrspezialisten und der Torhüter, die dafür sorgen, dass die Null steht. Wir bekommen es derzeit gut hin, nur wenige Chancen des Gegners zuzulassen. Ganz verhindern lassen sich die Möglichkeiten in der 3. Liga nicht.

DFB.de: Sie wissen ja, was man über Mannschaften mit besonders guten Defensivreihen sagt, oder?

Farrona Pulido: Dass sie Meisterschaften gewinnen. So weit sind wir aber noch lange nicht. Auch nach elf Spieltagen ist die Tabellenführung nur eine Momentaufnahme. Alles andere ist noch viel zu weit weg.

DFB.de: Sie übernehmen im Mittelfeld eher den offensiven Part. Hand aufs Herz: Macht Verteidigen manchmal eher weniger Spaß?

Farrona Pulido: Zugegeben: Das Angreifen macht mehr Spaß. Wir sind uns jedoch alle darüber bewusst, dass der Defensive entscheidende Bedeutung zukommt. Das ist nun einmal so im Erwachsenenfußball. Wenn du jung bist, magst du die Defensivarbeit nicht. Du willst immer nach vorn. Mit der Zeit merkst du aber, wie wichtig die Abwehrarbeit ist. In Osnabrück verteidigen wir alle gemeinsam. Jeder hat Bock darauf und das macht dann eben auch Spaß. Und wenn du Spaß an etwas hast, machst du es in der Regel auch gut.

DFB.de: Nach zehn Einsätzen stehen für Sie drei Tore und eine Vorlage zu Buche. Zufrieden?

Farrona Pulido: Zufrieden bin ich nie. Das perfekte Spiel gibt es meiner Meinung nach auch gar nicht. Es gibt immer etwas zu verbessern. Zufriedenheit ist für mich daher immer auch Rückschritt. Meine Statistik liest sich ganz okay. Es geht aber noch mehr. Ich kann und will in den entscheidenden Situationen vor dem gegnerischen Tor noch mehr Einfluss nehmen.

DFB.de: Warum hatten Sie sich im Sommer für einen Wechsel nach Osnabrück entschieden?

Farrona Pulido: Die Gespräche waren überragend. Die Bremer Brücke kannte ich ja schon von meinen vorherigen Stationen. Es hatte schon damals großen Spaß gemacht, dort anzutreten. Dass die vielen Zuschauer jetzt hinter mir stehen, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Mit unseren Fans im Rücken können wir viel erreichen.

DFB.de: Wie ist die neu formierte VfL-Mannschaft so schnell eine Einheit geworden?

Farrona Pulido: Ich bin hergekommen und habe zunächst mit den meisten anderen Zugängen im Hotel gewohnt. Vom ersten Tag an haben wir viel miteinander unternommen. In der Kabine kam man ganz automatisch mit allen anderen Spielern ins Gespräch. Es hat von Beginn an gepasst bei uns. Das merkte man auch schnell auf dem Platz.

DFB.de: Vor wenigen Wochen gab es das Wiedersehen mit Ihrem Ex-Verein Fortuna Köln, das der VfL 1:0 gewann. 

Farrona Pulido: Ich habe noch viele Freunde bei der Fortuna. Das Jahr in Köln werde ich nicht vergessen. Das war eine geile Zeit. Aber im Fußball ist es nun einmal so, dass man sich irgendwann einmal auch als Gegner gegenüberstehen kann. Dann freut man sich vor dem Spiel über das Wiedersehen, kämpft 90 Minuten für seinen Verein und umarmt sich nach der Partie.

DFB.de: Fortuna-Trainer Uwe Koschinat hat Sie einmal als "Unterschiedsspieler" bezeichnet. Wie sehen Sie das?

Farrona Pulido: Das nehme ich als Lob und gerne an. Allerdings muss ich mich daran auch messen lassen. Ich bin mir darüber bewusst, dass ich zu besonderen Bällen in der Lage bin. Es ist aber nicht einfach, in jedem Spiel diese besonderen Bälle zu spielen und so den Unterschied auszumachen - erst recht in der 3. Liga.

DFB.de: Die nächsten Aufgaben heißen Sportfreunde Lotte , Eintracht Braunschweig und KFC Uerdingen 05. Lässt sich nach diesen drei Spielen abschätzen, wohin die Reise geht?

Farrona Pulido: Das sind schon wegweisende Wochen, die da vor uns liegen. Möglicherweise gibt die Tabelle danach ein klareres Bild ab. Doch selbst dann kann man sich in dieser so engen Liga nicht sicher sein, dass die Tendenzen so bleiben. Man hat es doch in den vergangenen Jahren gesehen: Mannschaften wie Zwickau oder Würzburg haben es zum Beispiel durch beachtliche Serien geschafft, das Tabellenbild noch einmal fast auf den Kopf zu stellen. Zwickau ist souverän dringeblieben, Würzburg wäre nach einem schwachen Start beinahe noch oben reingerutscht.

Anzeige