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|07.12.2017|11:30

Frankfurt gegen Bayern im Video: Hacke, Spitze, Meisterschaft

Ein genialer Moment reicht: Schweinsteiger trifft per Hacke, Bayern ist Meister 2013 [Foto: imago sportfotodienst]

Schon 92-mal kreuzten sich die Wege von Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München in der Bundesliga. Am 15. Spieltag kommt es am Samstag (ab 15.30 Uhr, live auf Sky) zum 93. Vergleich, dem 102. insgesamt. DFB.de erzählt die Geschichten zu den wichtigsten Partien in Frankfurt, DFB-TV hat die Bewegtbilder dazu.

Die Bundesliga-Premiere

15. Januar 1966: Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:0

"Ein gutes, fast ein sehr gutes Spiel, berücksichtigt man, dass der eisharte, schneebedeckte Boden große Anforderungen stellte." Mit diesen Worten begann der kicker am Montag nach der Bayern-Premiere in Frankfurt seinen Bericht. Es war also ein 0:0 der besseren Sorte, wie Reporter so gerne sagen. 66.000 hatten sich trotzdem mehr erhofft, Tore vor allem. Schließlich hatte die Eintracht noch in jedem Heimspiel 1965/1966 getroffen, und die Bayern, obwohl Aufsteiger, waren vor jenem 19. Spieltag die Mannschaft mit den meisten Saisontoren. Doch beide Torhüter überboten sich mit Glanzleistungen, sowohl Dr. Peter Kunter als auch Sepp Maier bekamen eine 1 im kicker . Lechner, Solz und Bechtold versuchten ihr Glück, aber die kommende Nummer eins im deutschen Tor konnte keiner überwinden, auf der Gegenseite blieben auch Rainer Ohlhauser und Gerd Müller glücklos. So blieb es beim 0:0, das für zwei Bundesliga-Premieren sorgte: Es war das erste überhaupt im Waldstadion im 40. Spiel und das erste in einem Auswärtsspiel der Bayern. Deren Trainer Tschik Cajkovski strahlte: "Ich freue mich, dass meine junge Mannschaft gegen einen so großen Gegner sich gut gehalten hat."

Der höchste Heimsieg

22. November 1975: Eintracht Frankfurt - Bayern München 6:0

Die große Bayern-Ära ging allmählich zu Ende. Nach dem zehnten Platz 1974/1975 hatten sie auch 1975/1976 nichts mehr mit der Meisterschaft zu tun. Das Gastspiel im Waldstadion am 15. Spieltag machte das den letzten Zweiflern deutlich, obwohl sie trotz der Pleite Vierter blieben. Eintracht-Fans, die es erlebten, schwärmen dagegen bis heute von diesem November-Samstag. Von sensationellen Kunststücken und einem großartigen Jürgen Grabowski, der das vielleicht beste Spiel seines Lebens machte. Kollege Bernd Nickel sagte danach: "Ich würde ein halbes Jahr nicht mehr spielen, wenn ich Jürgens Gegenspieler gewesen wäre." Grabowski überlistete seinen Weltmeisterkameraden Maier mit einem Außenristschuss von der Strafraumkante, sogar Bayern-Trainer Dettmar Cramer schwärmte: "Welch ein Schuss, das konnte bisher nur Eusebio."

Da war das Spiel bereits entschieden, und doch hatten die Zuschauer erst die Hälfte der Tore gesehen. Am Ende stand die Einstellung der bis dahin höchsten Bundesligapleite der Bayern (nach einem 0:6 gegen Offenbach 1974, ebenfalls im Waldstadion) - und sie hatten noch Glück gehabt. "Wenn wir mit unseren Schüssen in der zweiten Halbzeit genauso viel Glück gehabt hätten wie in der ersten, wäre auch ein 10:0 möglich gewesen", sagte Eintracht-Trainer Dietrich Weise. Aber einen Kunstschuss gönnten sie sich nach dem Wechsel noch: Bernd Nickel zirkelte Sepp Maier eine Ecke direkt ins Tor an einem Tag, als die "Eintracht so gut wie nie" und "Bayern so schlecht wie nie" war, wie der kicker feststellte. Für Franz Beckenbauer war es aber nur "ein Ausrutscher, der jeder Mannschaft mal passieren kann."

Tore: 1:0 Wenzel (8.), 2:0 Nickel (17.), 3:0 Grabowski (28.), 4:0 Hölzenbein (40.), 5:0 Neuberger (45.), 6:0 Nickel (61.).

Der höchste Auswärtssieg

8. November 2014: Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:4

Nach dem Spiel standen die Verlierer vor ihren Fans und machten die Welle. Herzlicher Applaus und Jubelgesänge nach einem 0:4, das war die Bundesligarealität in der Ära von FCB-Trainer Pep Guardiola. Niederlagen gegen die Bayern waren normal, es ging nur um die Art und Weise - und oft auch um die Höhe. Beides war offensichtlich ganz in Ordnung, sonst wäre der Trainer des Siegers nicht so verärgert gewesen. Trotz eines 4:0, trotz 17 Pflichtspielen ohne Niederlage, trotz drei Thomas-Müller-Toren und null Frankfurter Chancen. "Wir müssen uns verbessern, das ist mein Thema. Hast Du die erste Halbzeit gesehen?", knurrte der Spanier einen Journalisten an, der nach der Möglichkeit einer Saison ohne Niederlage fragte. Eintracht-Kollege Thomas Schaaf dagegen war mit den Bayern gnädiger: "Es war ein Vergnügen, gegen die beste Mannschaft der Welt zu spielen."

Die Welt ist auch der Name einer Zeitung, und die schrieb nach diesem Spiel: "Die Marketing-Strategen der DFL müssen sich ein neues Motto überlegen, nicht erst seit Samstag. Es kann eben nicht mehr jeder jeden schlagen, solange Bayern München mitspielt."

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Müller (23., 64., 67.), 0:4 Shaqiri (86.).

Der besondere Moment

15. April 1995: Eintracht Frankfurt - Bayern München 2:5 (2:0 nach Wertung)

In Frankfurt gab es für die Bayern oft nichts zu holen, und als sie dort erstmals hoch gewannen und fünf Tore schossen, da zählte es nicht. Warum? Kurz nach der Pause führte Bayern mit 3:2, trotz großer Personalprobleme. Nur zwölf Profis standen auf dem Spielbericht, auf dem Platz waren nur neun. Die Amateure Sven Scheuer, der Oliver Kahn vertrat, und Sammy Kuffour schlossen die Lücken. Nach 25 Minuten humpelte Thomas Helmer vom Platz, mit Marco Grimm kam der dritte Vertreter der Amateurabteilung zum Einsatz. Um 16.45 Uhr schickte Trainer Giovanni Trapattoni seine Reservisten zum Warmlaufen. Nach weiteren elf Minuten entschied er sich dafür, Stürmer Marcel Witeczek aus dem Spiel zu nehmen. Alain Sutter und Michael Sternkopf mussten wieder auf die Bank, es kam der Defensivste, den der Italiener hatte: Dietmar Hamann.

Das jedoch war der Einzige, den er nicht einsetzen durfte, denn auch Hamann war Amateur. Und mehr als drei sind nur nach vorheriger Sondergenehmigung erlaubt. Bayern-Pressechef Markus Hörwick erkannte das Unheil und eilte von der Tribüne nach unten. Doch die Wege sind weit im alten Waldstadion. Er kam zu spät, um 16.57 Uhr wurde Hamann eingewechselt. Ab Spielminute 73 war das Spiel für die Bayern verloren, was Eintracht-Manager Bernd Hölzenbein eher merkte als Kollege Uli Hoeneß. "Du, wie viele Amateure haben die Bayern denn auf dem Platz?" fragte er einen Reporter und erhielt die befriedigende Antwort: "Vier und damit einer zuviel."

Das Spiel lief noch, da musste der DFB schon Regelfragen beantworten, denn das Gerücht von Trapattonis Wechselfehler machte die Runde. Schnell war klar: "Der Antrag auf eine Sondergenehmigung muss vor jedem Spiel gestellt werden." Und den, gestand Bayerns Geschäftsführer Karl Hopfner, "haben wir nicht gestellt". Auf dem Platz hatte das Missgeschick noch keiner registriert, die Bayern schossen noch zwei Tore und jubelten nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Eugen Strigel. Das war der höchste Sieg, den sie je im Waldstadion eingefahren hatten - glaubten sie jedenfalls. Komisch kam ihnen nur vor, dass die Führung einen Maulkorb verhängte und sie in die Kabine winkte. Um 17.45 Uhr gab Giovanni Trapattoni dann seinen Fehler zu, Uli Hoeneß ließ ihn nicht im Regen stehen: "Das ist menschliches Versagen. Es ist auch meine Schuld und die von Klaus Augenthaler (Co-Trainer; Anm. d. Red.) . Und peinlich ist es allemal." Da Eintracht Frankfurt sofort Protest einlegt, ging alles seinen vorgeschriebenen Weg.

Der Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers zog nach dem Lizenzspielerstatut §25, Absatz 4, nach sich, dass "das Spiel für den Verein als verloren zu werten" war. Bayern nahm sich zwar mit Reinhard Rauball noch einen renommierten Anwalt, doch auch der konnte die Punkte nicht mehr retten. So wurde eine Woche später aus dem 5:2 ein 0:2, und bis zu seiner Wutrede 1998 war der Wechselfehler von Frankfurt die bemerkenswerteste Episode in der Trapattoni-Ära.

Torfolge: 0:1 Schupp (6.), 1:1 Okocha (14.), 2:1 Reis (41.), 2:2 Witeczek (45.), 2:3 Ziege (48.), 2:4 Frey (80.), 2:5 Zickler (83.).

Das wichtigste Spiel

6. April 2013: Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:1

Trainer Jupp Heynckes beliebte auf der Pressekonferenz aus seinem Erfahrungsschatz zu schöpfen: "Ich habe schon einige Meisterschaften gewonnen, auch als Spieler - aber noch nie war es so kalt." Es war ja auch noch nie so früh gewesen. Doch in ihrem Triplejahr hatten es die Bayern besonders eilig und fuhren die Meisterschaft schon eine Wochen nach Ostern ein. Am 28. Spieltag. Zwar taten sie sich, wie so oft, schwer in Frankfurt, und dann setzte David Alaba auch noch einen Elfmeter an den Pfosten (37.). Doch es reichte letztlich ein genialer Moment, als Bastian Schweinsteiger eine Flanke von Philipp Lahm mit der Hacke volley verwandelte, um den Sack zuzumachen. Drinnen lag die 23. Meisterschale der Bayern, die den 60.000 in Frankfurt die kürzeste und frostigste Meisterfeier des deutschen Fußballs aufführten.

Um 17.22 Uhr waren die Münchner am Ziel, um 17.33 Uhr schon in der Kabine. Keine Weißbierduschen, keine Meister-Shirts, nichts. Verteidiger Dante lief immerhin mit einem Ghettoblaster und einer Plastikschale durch die Mixed-Zone, doch die Verantwortlichen blickten schon nach vorne. "Morgen um zehn Uhr ist Analyse, dann Training. Sie glauben doch nicht, dass da einer in die Disco geht oder sich abfüllt", sagte Heynckes, das wichtige Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin vor Augen. Und Sportdirektor Matthias Sammer brannte vor Ehrgeiz: "Die Frage ist doch: Wollen wir mehr? Ich will mehr!"

Tor: 0:1 Schweinsteiger (52.).

Serien und Fakten

Gesamt-Bilanz: 20-22-50

Heim-Bilanz: 17-16-13

Rückblick:

- Vorjahr: 2:2 - Bayern zwölf Duelle ungeschlagen - Letzter Eintracht-Sieg: 20. März 2010 (2:1) - Eintracht traf nur in einem der letzten neun Duelle (2:2 am 15. Oktober 2016) - Eintracht zuhause sechs Duelle sieglos, zuletzt zwei Unentschieden - Zuletzt schoss Eintracht am 4. November 1995 (4:1) mehr als zwei Tore - Zwischen 12. September 1970 (0:1) und 9. September 1989 (1:2) kein Bayern-Sieg in Frankfurt (19 Duelle) - Torquote dieser Paarung: 2,87

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