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Kultfiguren des Amateurfußballs, Folge 80 |26.02.2016|10:30

Globetrotter Schick: Fußball in der Favela

Henning Schick war bis 2009 stellvertretender Direktor des Niedersächsischen Fußballverbandes. Heute arbeitet er in Kolumbien und leistet dort mithilfe des Fußballs Entwicklungshilfe für Kinder. [Foto: Peter Borchers/NFV]

In der FUSSBALL.DE-Reihe Kultfiguren des Amateurfußballs stellen wir jede Woche besondere Menschen vor, die durch jahrelange Vereinstreue, unermüdliche Arbeit für den Klub oder ungewöhnliche Lebenswege auffallen. In dieser Woche präsentieren wir mit Henning Schick einen ganz besonderen Mann, der zwar früher leidenschaftlicher Kicker war, sich heute aber auf andere Weise dem Fußball widmet. Seit 2009 lebt und arbeitet der 56 Jahre alte Schick im Ausland und leistet in Ländern wie Kolumbien, Brasilien oder Südafrika wichtige Entwicklungshilfe für Kinder.

Früher spielte Henning Schick leidenschaftlich gerne Fußball. In seiner Blütezeit kickte der heute 56-Jährige für den TSV Barsinghausen auf gehobener Amateurebene, der Fußball hatte für ihn immer einen besonderen Stellenwert. „Der Leistungsgedanke war da, aber für mich ist Fußball schon immer vorrangig ein Medium, um Erlebnisse zu teilen und mit anderen Menschen gemeinsam Spaß zu haben“, sagt Schick. Dieser Gedanke ließ den 56-Jährigen bis heute nicht los – inzwischen arbeitet Schick seit sieben Jahren im Ausland und nutzt dort die Kraft des Fußballs, um Entwicklungshilfe für Kinder zu betreiben.

"Die Freundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen hat mich darin bestätigt, dass ich das Richtige mache"

Derzeit lebt und arbeitet Schick in Kolumbien. Für seinen Arbeitgeber, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), leitet Schick seit Ende 2014 Workshops in Kolumbien, bei denen Fußballtrainer ausgebildet werden. Vorrangig geht es in diesem Projekt um die Wertevermittlung: Kindern sollen durch ihre geschulten Trainer Konfliktlösungsmechanismen, Emotionskontrolle und persönlichkeitsbildende Maßnahmen nahegelegt werden. „Kolumbien ist ein Land, das seit 70 Jahren in einer Art Kriegszustand lebt und in dem militärische Konflikte an der Tagesordnung sind“, sagt Schick. „Wir wollen durch unsere Arbeit einen Teil dazu beitragen, den Friedensprozess einzuleiten und eine Deeskalation herbeizuführen.“

Schick und seine Kollegen haben sich in Kolumbien hohe Ziele gesteckt. Die Kinder, die zum größten Teil in Townships und Favelas am Rande der Großstädte wohnen, wachsen in einem Umfeld auf, das ein extremes Gewaltpotenzial birgt und in dem Auseinandersetzungen an der Tagesordnung sind. Mit dem derzeitigen Stand der Entwicklung zeigt sich Schick jedoch sehr zufrieden: „Hier gehen extrem viele Türen auf. Die Entwicklung geht rasend schnell und unsere Arbeit wird von allen Seiten anerkannt und aufgegriffen.“ So werden Broschüren und Materialien, die Schick mit seinen Kollegen erarbeitet hat, im gesamten Land für die Ausbildung neuer Trainer genutzt. Ein Beispiel verdeutlicht die Wichtigkeit seiner Arbeit: „Hier in der Umgebung gibt es einen Fußballplatz, der zwischen zwei Favelas liegt und hart umkämpft war. Die Bewohner beider Townships wollten den Platz für sich in Anspruch nehmen, bei den Konflikten kam sogar ein Kind ums Leben“, erzählt Schick. „Durch unsere Arbeit konnten wir einen Trainer ausbilden, der den Konflikt aus der Welt schaffen konnte. Inzwischen nutzen Kinder aus beiden Gebieten den Platz gemeinsam und spielen dort zusammen Fußball.“

Nicht nur in Deutschland, auch in Kolumbien sind die Themen Flüchtlinge und Integration Alltag. „Hier geht es vorranging um kolumbianische Bürger, die vom Land in die Stadt ziehen. Für sie ist es wichtig, über den Sport erste Begegnungspunkte zu bieten und die Integrationsproblematik zu minimieren“, sagt Schick. Dabei möchte man nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe mit den kolumbianischen Kollegen agieren. „Bei allen Ansätzen, die wir in unserer täglichen Arbeit anregen und bei allen Erfahrungen, die wir aus früheren Projekten einbringen können, wollen wir trotzdem den landestypischen Stil beibehalten.“

Henning Schick ist von Haus aus Soziologe, hat aber auch vor seiner Zeit im Ausland im Berufsfeld Fußball gearbeitet. Seit 1994 arbeitete er beim Niedersächsischen Fußballverband, zuletzt war er als stellvertretender Direktor des NFV aktiv. 2009 wagte er dann den Schritt ins Ausland – vor Kolumbien arbeitete er bereits in Südafrika, Brasilien und Namibia. „Die Freundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen hat mich darin bestätigt, dass ich das Richtige mache. Wenn ich Kinder sehe, die teilweise als Kindersoldaten ausgebildet wurden und sich für Kleinigkeiten so dankbar zeigen, dann ist das schon beeindruckend“, sagt Schick.

Auch an seinen vorherigen Stationen leistete der 56-Jährige tolle Arbeit. Im Zuge der Weltmeisterschaft 2010 war die Motivation für ihn und seine Mitarbeiter groß, ein Projekt mit Nachhaltigkeit zu begleiten. „In Südafrika war das Selbstverständnis der Menschen ein anderes. Es war schwieriger, ihnen die Werte vermitteln zu können“, so Schick. Doch auch trotz anfänglicher Schwierigkeiten zeigte sich Schick mit der Arbeit in Südafrika zufrieden. Dort hatte er auch die Gelegenheit, zum ersten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. „Frau Merkel hat sich sehr für unsere Arbeit interessiert und sich viel Zeit für uns und die Kinder genommen. Wir haben gemeinsam ein Township vor den Toren Kapstadts besucht, sie war sehr offen und engagiert“, ist Schick begeistert. Vier Jahre später während seines Aufenthalts in Brasilien traf Schick die Kanzlerin ein zweites Mal: „Sie hat sich auf einem 36-Stunden-Trip nach Brasilien eineinhalb Stunden Zeit für die Kinder genommen.“

In näherer Zukunft wird Henning Schick noch das laufende Projekt in Kolumbien weiterführen, doch auch für andere Brennpunkte sind auf seiner Reise bereits Stationen eingeplant. Der Ansatz „Sport für Entwicklung“ soll bald auch in Afghanistan, Jordanien oder dem Irak fortgeführt werden. „Wir müssen dahin gehen, wo es wehtut. Mit unseren Ansätzen können wir dort viel erreichen“, sagt Schick. Das Ziel: Auch in Zukunft sollen viele Jugendliche ausgebildet werden, um anderen Kindern ein Vorbild zu sein und über den Sport wichtige Werte zu vermitteln. Auch der Deutsche Fußball-Bund kooperiert mit der GIZ im Rahmen der Förderung von „Sport für Entwicklung“, die ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung relevanter Entwicklungsvorhaben darstellt.

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