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Nachhaltig |23.06.2019|14:00

"Grünes Stadion": Innovation in Babelsberg

Innovativ und nachhaltig: Das Karl-Lieberknecht-Stadion wird zum "Stadion der Zukunft".[Foto: imago images / Martin Müller]

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind nicht erst seit der "Fridays for Future"-Bewegung in aller Munde und für viele Menschen wichtiger denn je. Der Klimawandel erfordert besondere Maßnahmen und einen Ausstieg aus der Komfortzone. Welchen Beitrag ein Fußballverein zu einer besseren Umwelt leisten kann, zeigt der SV Babelsberg 03 aus der Regionalliga Nordost eindrucksvoll.

Der ehemalige Zweitligist aus Potsdam begann bereits 2017 damit, sein traditionsreiches Karl-Liebknecht-Stadion in ein so genanntes "Grünes Stadion" umzubauen, also klima- und umweltfreundlicher zu werden. Gemeinsam mit seinen Partnern entwickelte der Viertligist ein umfassendes Konzept für ein "innovatives, nachhaltiges, kostensparendes Stadion der Zukunft" und unterstützt damit auch die Landeshauptstadt von Brandenburg bei ihrem Vorhaben, den lokalen Klimaschutz bis 2020 auszubauen und die CO2-Emissionen in der Stadt gegenüber 2005 um 20 Prozent zu senken.

Ziel des SV Babelsberg 03 ist es, das Karl-Liebknecht-Stadion in ein komplett CO2-neutrales Stadion umzurüsten. Der Umbau beinhaltet umweltfreundliche Lösungen wie etwa eine Photovoltaik-Anlage (Solarstrom), ein energieeffizientes Gebäude- und Beleuchtungsmanagement sowie moderne Flutlichter. Das Projekt soll voraussichtlich Anfang 2020 beendet sein und dann CO2-Einsparungen um bis zu 117 Tonnen pro Jahr ermöglichen.

Aber wie entstand das Projekt "Grünes Stadion" überhaupt? SVB-Projektleiter Steve Müller erklärt im Gespräch mit FUSSBALL.DE , wie alles begann: "Beim Dokumentieren unserer Bilanz fiel uns auf, dass wir für ein vergleichsweise kleines Stadion sehr hohe Energiekosten hatten. 60.000 Euro im Jahr sind schon eine Hausnummer. Wir wollten diesem hohen Energieverbrauch entgegenwirken und entschieden uns nach Messungen und Auswertungen für die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Stadiondach zur Eigenstromversorgung. Damit konnten wir sowohl die Kosten drücken als auch unsere Umweltbilanz deutlich verbessern. Besser geht es nicht und das Ergebnis ist erstaunlich. Die eingesparten Kosten können wir in unsere Infrastruktur investieren."

"Wir möchten beim Fahrdienst demnächst auf Elektro-Autos umsteigen."

Angespornt vom vorteilbringenden Wechsel auf Solarstrom nahm das Projekt seinen Lauf. Der SV Babelsberg suchte nach weiteren umweltfreundlichen Alternativen - auch außerhalb des Stadions. Unter anderem führte der SVB einen Fahrdienst für die Nachwuchskicker im Verein an, um die Eltern zu entlasten und sich damit einige Autofahrten für den Trainings- und Spielbetrieb zu ersparen. „Wir möchten beim Fahrdienst demnächst auf Elektro-Autos umsteigen“, betont Müller: „Auch das wäre wieder umwelt- und kostenbezogen eine bessere Lösung.“

Ein Umstieg auf E-Autos wird angepeilt, der Umstieg von Kuh- auf Hafermilch im Stadion wurde bereits umgesetzt. Ein schwedischer Haferdrink-Hersteller war von der Babelsberger Idee des "Grünen Stadions" so begeistert, dass er seinen Beitrag zu einer optimalen Umsetzung leisten wollte. Der Verein und das schwedische Unternehmen vereinbarten eine Kooperation, in welchem Rahmen sie mit verschiedenen Aktivitäten und alltagsnahen Beispielen zeigen wollen, wie der Einfluss auf Umwelt und Klima positiv beeinflusst und somit der CO2-Ausstoß verringert werden kann.

Weniger Emissionen durch Hafermilch statt Kuhmilch

Zur positiven Beeinflussung des Klimas gehört auch der Verzicht auf Kuhmilch im Stadion, der deutschlandweit ein Novum ist. Kaffee wird nur noch mit Hafermilch angeboten. "Für unsere Umweltbilanz ist es besser, auf Hafermilch umzusteigen", so Steve Müller: "Die Kooperation war daher naheliegend. Außerdem ist es grundsätzlich spannend, einen überregionalen Partner an Bord zu haben. Wir wollen gemeinsam versuchen, unsere Botschaft zu verbreiten und die Menschen für einen besseren Umgang mit unseren Ressourcen zu sensibilisieren."

Weshalb Hafermilch umweltfreundlicher als Kuhmilch ist, begründeten der Verein und sein neuer Partner ausführlich in einer Pressemitteilung: "Konsumenten sparen mehr als 70 Prozent Treibhausgas-Emissionen ein, wenn sie ihren Kaffee mit einem Haferdrink von anstelle von Kuhmilch trinken. Schließlich verursachen auf globaler Ebene die Fleisch- und Milchindustrie mehr Treibhausgas-Emissionen als alle Flugzeuge, Züge, Schiffe und Autos zusammen. Wir wollen gemeinsam das Fundament für eine nachhaltige Veränderung im Bewusstsein vieler Fußballfans legen."

Diese nachhaltige Veränderung im Bewusstsein soll es nicht nur bei den Fans, sondern auch bei Spielern, Trainern und anderen Vereinsmitarbeitern geben. Ob bereits ein Effekt beim SV Babelsberg 03 zu sehen ist? "Die Leute denken auf jeden Fall darüber nach, was sie anders machen können, und man regt eine Debatte an", freut sich Müller: "Ich habe das Gefühl, dass die Masse nun mehr auf den Umgang mit unseren Ressourcen achtet. Das ist für alle ein Gewinn."

Vereinzelte Kritik an verschiedenen Umsetzungen im Rahmen des Projektes gibt es auch. Aber darüber macht sich Müller keine Sorgen. "Dass einige Leute beispielsweise unsere Umstellung auf Hafermilch belächeln, ist kein Problem für uns. Der Versuch, es jedem rechtzumachen, wird ohnehin scheitern. Wir glauben, dass wir das Richtige tun und sind stolz, was wir bis jetzt schon auf die Beine gestellt haben."

Traum von High-Tech-Solarstromspeicher

Die Kooperation mit dem Haferdrink-Hersteller hat für den Verein einen weiteren Vorteil. Durch dessen finanzielle Unterstützung kann der SV Babelsberg 03 den nächsten Schritt des Projektes, die Einführung eines innovativen Gebäudemanagement-Systems, sofort umsetzen. "Wir wollen durch eine neue Gebäudeleittechnik unsere Kosten um weitere 20 Prozent senken", sagt der euphorische Projektleiter: "Mein Traum ist es, die Notstromversorgungsanlagen komplett zu entfernen und stattdessen einen High-Tech-Solarstromspeicher zu nutzen. Der Betrieb einer Notstromversorgungsanlage ist mit einem immensen Energieaufwand verbunden. Energetisch ist das untragbar", spricht Müller Klartext.

Die von Müller gewünschte Lösung speichert Strom, der zum Zeitpunkt der Erzeugung nicht verbraucht werden kann. Der Strom wird erst dann zur Verfügung gestellt, wenn er auch benötigt wird. Bei einer normalen Solaranlage ohne diesen Stromspeicher wird der Strom oft schon zu Zeiten verbraucht, zu denen man ihn überhaupt nicht benötigt - beispielsweise wenn die Sonne scheint, aber man selbst gar nicht im Gebäude ist. "Über diesen Speicher könnten wir den Strom in allen Räumlichkeiten steuern und kontrollieren. Bleibt irgendwo versehentlich ein Licht an, sehen wir das und wir können es mit einem Klick ausschalten. Das wäre eine attraktive Lösung für uns. Wir könnten Personal mit sinnvolleren Aufgaben beschäftigen, als Lichtschalter und Thermostatköpfe im Rundgang zu kontrollieren", ist Müller von den Funktionen des High-Tech-Gerätes begeistert.

Läuft alles nach Plan, hat sich Steve Müllers Wunsch Anfang des nächsten Jahres erfüllt. "Dann würde das Grundgerüst des ‚Grünen Stadions‘ stehen, das aber erweitert werden soll. Das Projekt endet vielleicht offiziell, aber es gibt immer etwas zu verbessern", erklärt Müller voller Vorfreude. Der SV Babelsberg beweist, dass ein umwelt- und klimafreundliches Stadion nicht nur möglich ist, sondern auch Freude und Kosteneinsparungen mit sich bringt.

Das "Grüne Stadion" in Potsdam ist ein Vorzeigeprojekt, das auch andere Klubs zu umweltbewussterer und nachhaltigerer Arbeit anregen könnte. "Es sollte das Ziel jedes Vereins sein, umweltbewusster zu arbeiten“, betont Babelsbergs Projektleiter, der aber anfügt: "In welchem Ausmaß eine kurzfristige Veränderung realisierbar ist, liegt auch daran, wer dafür investieren muss - die Stadt oder der Verein. Bei uns sind wir als Verein die Entscheidungsträger und die Förderquoten sind recht hoch - das vereinfacht es. Die Entwicklung ist fantastisch und ich würde mich freuen, wenn bei anderen Klubs demnächst ein ähnlicher Wandel stattfindet. Vielleicht kann man sich ja auch mal gegenseitig austauschen. Ich stehe jederzeit zum Dialog bereit."

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