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Promi-Hilfe |12.06.2020|12:30

Hilfe von Gündogan: Fußball in Heinsberg

Vorbilder: Jansen, Hinz, Piepers, Burbach, Mengeler und Jansen von der SVGBLS.[Foto: Thomas Böcker/DFB]

Der Kreis Heinsberg war in den ersten Wochen besonders stark vom Coronavirus betroffen. Die Fußballer des Vereins SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath erklärten sich umgehend bereit, den Menschen vor Ort zu helfen. Unterstützung bekamen sie dabei von Nationalspieler Ilkay Gündoğan.

Eigentlich sollten sie jetzt hier Fußball spielen. Das Derby gegen den SV Breberen hätte an diesem Sonntagnachmittag auf dem Programm gestanden. Schleierwolken, etwas über 20 Grad, eben hat es ein wenig geregnet: perfekte Bedingungen für ein Duell in der Kreisliga A . Der Zwölfte wäre auf den Achten getroffen. Absoluter Alltag in Fußball-Deutschland. Eigentlich. Wenn das Coronavirus nicht alles auf den Kopf gestellt hätte – mit teilweise verheerenden Auswirkungen. Natürlich trifft das auch auf die Fußballer der SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath zu. Auf sie sogar besonders. Sie befinden sich sozusagen im deutschen Epizentrum der Pandemie. 

Gesellschaftliches und soziales Element

Das Coronavirus hat den Kreis Heinsberg und vor allem die dortige Gemeinde Gangelt, in der die Fußballer zu Hause sind, ins Herz getroffen. Von einer Karnevalsparty im Februar aus hatte sich das Virus seinen Weg in die Gesellschaft gesucht – und gefunden. Im Kreis Heinsberg hat es bisher mehr als 1880 Infizierte gegeben, von denen mehr als 75 gestorben sind. Die Region war plötzlich deutschlandweit in den Medien. In dieser Situation besannen sich die Einwohner auf das Wesentliche: Sie entwickelten einen extremen Zusammenhalt. Allen voran die Fußballer der SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath – mit großer Unterstützung durch den deutschen Nationalspieler Ilkay Gündoğan. 

"Wir Fußballer müssen in dieser Situation Solidarität zeigen und gemeinsam die Menschen unterstützen, die unsere Hilfe dringend benötigen"

Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich Profifußball und Amateure zusammengetan und Großes erreicht haben. Nicht nur in der Theorie. Die SVGBLS hat gezeigt, dass ein lokaler Sportverein auch heutzutage noch ein bedeutendes gesellschaftliches und soziales Element darstellt – besonders in ländlichen Regionen. In ganz Deutschland haben in den vergangenen Wochen Hunderte, nein, Tausende Vereine innerhalb kürzester Zeit Außerordentliches geleistet, außerordentlich geholfen. Der kleine Klub aus Gangelt mit dem fast unaussprechlichen Namen ist nur eines von vielen Beispielen. Und ein leuchtendes.

Umfangreiche Unterstützung

In Zusammenarbeit mit dem Fußball-Verband Mittelrhein (FVM), dem Kreis Heinsberg und einem Supermarkt in Birgden rief der Amateurverein kurzerhand einen Einkaufsservice für besonders Bedürftige aus der Gemeinde Gangelt ins Leben. Ilkay Gündoğan wurde auf die Aktion aufmerksam und nahm zunächst über sein Management Kontakt auf, um zu helfen. Er konnte zwar nicht persönlich anwesend sein, weil er Manchester nicht verlassen konnte. Aber er sagte spontan in einer Skype -Konferenz mit Spielern der ersten Mannschaft umfangreiche finanzielle Unterstützung zu. "Wir waren zunächst skeptisch, ob Ilkay unsere Initiative vielleicht nutzen will, um PR in eigener Sache zu machen", sagt Mathis Burbach (29), Kapitän der Herren der SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath. "Aber schon in den ersten Gesprächen ist uns sehr schnell klar geworden, dass er es ernst meint und wirklich helfen will."

Die Aktion lief so ab, dass die Spieler Einkäufe für die Menschen erledigten, die aufgrund des Coronavirus – möglicherweise sogar wegen einer eigenen Infektion – das Haus nicht verlassen konnten. Sie besorgten Mehl, Milch, Nudeln, natürlich Toilettenpapier und alles, was sonst noch benötigt wurde. Auch Erledigungen bei der Apotheke oder Post gehörten dazu. Die anfallenden Kosten übernahm komplett der Profi von Manchester City. Ebenso wie für die Dankeschön-Pakete, die die Fußballer den Pflegekräften auf den Intensivstationen der Heinsberger Krankenhäuser sowie dem Personal auf den Rettungswachen des Kreises übergaben. Manchen älteren Menschen reichte auch schon ein nettes Gespräch mit den Fußballern an der Haustür – natürlich bei Einhaltung des vorgeschriebenen Abstands. "Wenn wir dabei festgestellt haben, dass das nicht reicht und dass womöglich ernste psychische Probleme vorliegen, haben wir Kontakt zu ausgebildetem Fachpersonal hergestellt", sagt Burbach.

"Ich habe in England die Nachrichtenlage in Deutschland intensiv verfolgt", sagte Gündoğan. "Bei mir hängen geblieben sind dabei die Bilder aus dem besonders stark betroffenen Kreis Heinsberg. Deshalb wollte ich genau dort eine Hilfsaktion starten, wo die Not am größten ist. Danke, dass mich dabei der Fußballverein SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath vor Ort mit all den Lieferungen unterstützt und sie stellvertretend für mich überreichen kann. Wir Fußballer – egal ob Amateur oder Profi – müssen in dieser Situation Solidarität zeigen und gemeinsam die Menschen unterstützen, die unsere Hilfe dringend benötigen."

Direkt betroffen

Für die Fußballer der SVG war sofort klar, dass sie helfen wollen. "Am Anfang war es nicht einfach, die Aktion zu organisieren, weil Teile der Mannschaft ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert waren. Ich denke, dass wir uns beim Straßenkarneval angesteckt haben", sagt Kapitän Burbach. "Ich selbst war auch davon betroffen, hatte aber nur sehr leichte Symptome. Andere haben berichtet, dass das Virus bei ihnen wie eine stärkere Grippe verlaufen ist. Ins Krankenhaus musste zum Glück niemand von uns." 

Aber die Spieler erlebten auf ihren Touren durch die Gemeinde auch Fälle, die nicht so glimpflich ausgegangen sind. "Man ist natürlich selbst sehr betroffen, wenn man die Krankheitsverläufe mitbekommt, im extremsten Fall sogar bei Menschen, die man persönlich kennt. Ich hatte schon den Eindruck, dass man in den vergangenen Wochen häufiger als sonst Blaulicht und Martinshorn in unseren Straßen gesehen und gehört hat", sagt Burbach.

Allerdings gab es auch viele andere Fälle, in denen sich die Menschen recht schnell von dem Virus erholten und wieder gesund wurden – zu einem kleinen Teil vielleicht auch dank der Hilfe der Fußballer. "Insgesamt haben wir in der gesamten Zeit sehr viel Dankbarkeit gespürt", betont Burbach. "Für uns war es eine Selbstverständlichkeit. Für die Menschen war es eine große Hilfe in einer sehr schwierigen und außergewöhnlichen Zeit. Wir haben die Pandemie zwar nicht überstanden, aber wir wollen jetzt gerne wieder nach vorne schauen." 

"Gegenseitige Unterstützung langfristig verankern"

Für die Fußballer stellt sich auch die Frage, wann sie wieder ihrem Hobby nachgehen können. Wird die Saison fortgesetzt oder wird sie abgebrochen? "Wir wollen wieder trainieren, spielen, wollen hinterher gemeinsam wieder ein Bier in der Kabine trinken", sagt Burbach. "Und wir würden uns besonders freuen, wenn wir zukünftig den einen oder anderen, dem wir in den vergangenen Wochen helfen konnten, bei einem unserer Heimspiele begrüßen könnten. Dann hätten wir viel erreicht. Ich würde mir wünschen, dass wir die gegenseitige Unterstützung auch langfristig wieder stärker in unserer Gesellschaft verankern könnten."

Während Mathis Burbach das sagt, steht er auf der Anlage der SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath. Ein paar seiner Mannschaftskollegen sind auch da. Sie sprechen noch mal über ihre Hilfsaktion und die Reaktionen darauf. Wenn man dann durch die Fenster ins verschlossene Klubheim schaut, sieht man die Stühle noch auf den Tischen stehen. Hier gab es schon länger keine Geselligkeit, keine Feier mehr. Der Rasen des Fußballplatzes ist zwar gepflegt, müsste aber mal wieder gemäht werden. Man sieht, dass hier länger kein Ball mehr gerollt ist. Hinter dem Waldrand am Horizont drehen sich träge die Windräder. Man hört die Vögel zwitschern, auf der Wiese nebenan stehen die Kühe in der Sonne. Es herrscht Idylle. Der Alltag ist zwar auch nach Heinsberg noch längst nicht zurückgekehrt, aber die Hoffnung ist groß, dass das Schlimmste überstanden ist.

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