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Global Pride Day|27.06.2020|14:45

Hitzlsperger: "Kampf gegen Diskriminierung hört nie auf"

Botschafter Hitzlsperger: "Wichtig ist die Erkenntnis, dass Vielfalt etwas Positives ist."[Foto: imago images/Jan Huebner]

Die weltweite Bewegung der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI+) feiert heute den Global Pride Day. Der Aktionstag wirbt für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Auch Thomas Hitzlsperger setzt sich als Vielfalts-Botschafter des DFB stark für das Thema ein. Mit FUSSBALL.DE spricht er über die Bedeutung solcher Aktionstage und die große Wichtigkeit von Vielfalt für den Fußball.

FUSSBALL.DE: Am 17. Mai der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Am 26. Mai der 8. Diversity-Tag in Deutschland. Heute der Global Pride Day. Warum sind solche Aktionstage auch heutzutage noch wichtig, Herr Hitzlsperger?

Thomas Hitzlsperger: Aktionstage bringen Aufmerksamkeit mit sich und rücken all jene in den Fokus, die sich der jeweiligen Community zugehörig fühlen. Wenn sie dann Missstände anprangern und Verbesserungen einfordern, wird ihren Wünschen und Forderungen zusätzliche Aufmerksamkeit geschenkt. Daher begrüße ich besonders den Global Pride Day!

Wie kann der Fußball von Vielfalt profitieren?

"Wichtig ist die Erkenntnis, dass Vielfalt etwas Positives ist"

Hitzlsperger: Die Grundvoraussetzung ist die Erkenntnis, dass Vielfalt etwas Positives ist. Man muss sich darauf einlassen, dass man durch Vielfalt an Lebensqualität und Lebensfreude gewinnt. Da unterscheidet sich der Fußball nicht von anderen Lebensbereichen. Der Fußballsport erfährt allerdings eine besonders große Wahrnehmung. Wenn der Fußball die Vorzüge der Vielfalt hervorhebt, erreicht diese Botschaft sehr viele Menschen. Nicht nur an einem Tag wie dem Global Pride Day, sondern kontinuierlich. Daher hilft es, wenn auch die Beteiligten diesen Mehrwert erkennen und positiv zum Ausdruck bringen.

Worin liegt dieser Mehrwert für den Fußball konkret?

Hitzlsperger: Der DFB hebt die Vielfalt der Nationalmannschaft seit vielen Jahren hervor. Gerade die Weltmeister-Mannschaft von 2014 war ein positives Beispiel für Erfolg mit Vielfalt. Und die Fans sind ebenfalls aus allen Gesellschaftsschichten interessiert, da darf niemand ausgegrenzt werden.

Seit beinahe drei Jahren üben Sie beim DFB die Rolle des Botschafters für Vielfalt aus. Woran messen Sie Erfolge Ihrer Tätigkeit?

Hitzlsperger: Ich verstehe meine Aufgabe darin, meine exponierte Stellung zu nutzen, Vorurteile abzubauen und gegen Diskriminierung meine Stimme zu erheben. Ich spüre das Verlangen in der Gesellschaft, sich zu bestimmten Themen klar zu positionieren. Das tun wir als Verein. Der VfB Stuttgart hat deutlich zum Ausdruck gebracht, dass wir gegen Diskriminierung sind. Jeder, der meine Vorgeschichte kennt, weiß, dass alleine mein Amt als Vorstandsvorsitzender ein klares Statement ist.

Über das allerdings kaum gesprochen wird.

Hitzlsperger: Das stimmt. Doch dann stellt sich die Frage: Ist es als Fortschritt zu werten, dass man eben das nicht tut, oder sollte ich meine Position genau dafür nutzen? Mein Bestreben ist es, ein erfolgreicher Vorstandsvorsitzender für den VfB Stuttgart zu sein und gleichzeitig meiner Vorbildrolle für homosexuelle Sportler gerecht zu werden.

Diese Akzeptanz lässt sich beim sensiblen Thema der sexuellen Vielfalt häufig an kleinen Gesten messen. Können Sie sich an ein Erlebnis erinnern, bei dem Sie dachten: Wir sind auf dem richtigen Weg!

Hitzlsperger: Die Regenbohnen-Fahne als Symbol der LGBTQI-Community findet im Fußball immer mehr ihren Platz. Der VfB Stuttgart ist in diesem Jahr Untersützer der SportPride und in diesem Zusammenhang habe ich unser Logo nach dem Diversity-Tag am 8. Mai erneut in Regenbogen Farben gesehen, darüber habe ich mich gefreut.

Gibt es auf der anderen Seite manchmal Momente, in denen Sie denken: Wir haben noch viel zu tun?

Hitzlsperger: Das sind immer wieder Geschichten einzelner, die aufgrund ihrer Homosexualität Diskriminierung erfahren. Auf der ganzen Welt gibt es dieses Phänomen und daher hört der Kampf gegen Diskriminierung nie auf.

Wie kann sich der DFB konkret für mehr Vielfalt einsetzen?

Hitzlsperger: In unserer letzten Sitzung mit Vertretern der Regional- und Landesverbände und des DFB haben wir eine sehr interessante Diskussion über das Melderecht im Zusammenhang mit dem dritten Geschlecht geführt. Damit hatte ich mich bis dahin nur wenig beschäftigt. Die Diskussion war ein guter Beleg dafür, dass der DFB an alle denkt, zum Beispiel auch an Trans-Personen, die gerne Fußball spielen, aber eine Regelung benötigen, ob sie in Männer- oder Frauenteams spielen können. Denn Fußball ist für alle da.

Sie bewerten das DFB-Engagement für sexuelle Vielfalt also positiv?

Hitzlsperger: Seitdem ich meine Tätigkeit als DFB-Botschafter begonnen habe, kommen immer mehr Menschen zusammen, um sich dem Thema Vielfalt anzunehmen und sich leidenschaftlich dafür einzusetzen. Das zeigt, wie nachhaltig der DFB an diesem Thema arbeitet. Es geht dem Verband nicht um ein schnelles Interview am Global Pride Day, sondern um eine kontinuierliche Entwicklung. Das ist erfreulich.

Was können Fußballer und Teams tun, um Diskriminierungen vorzubeugen?

Hitzlsperger: In den vergangenen Jahren nehme ich eine positive Entwicklung wahr. Vereine merken, dass sie gesellschaftspolitische Themen nicht mehr ignorieren können. Gerne wird das Argument angeführt, der Fußball soll nicht mit Politik vermischt werden. Das ist aber naiv, denn der Fußballsport erfasst so viele Bereiche der Gesellschaft, dass er automatisch eine politische Dimension annimmt. Und deshalb gehört es dazu, Farbe zu bekennen und für seine Werte einzustehen.

Wie engagiert sich der VfB Stuttgart für Vielfalt?

Hitzlsperger: Wir haben u. a. vor drei Jahren gemeinsam mit dem Württembergischen Fußballverband ein Projekt (PFIFF) ins Leben gerufen, bei dem wir Fußballerinnen und Fußballer mit Handycap trainieren. Unserem Verein liegt Inklusion sehr am Herzen und dieses Projekt ist wirklich wunderbar. Klar ist aber auch, dass unser Engagement für Vielfalt nie aufhören darf. Ich bin froh, dass ich in meiner Position mit meiner Erfahrung und Lebensgeschichte immer wieder klare Statements abgeben und einen Beitrag leisten kann.

Wissen Sie die Fans bei diesem Vorhaben an Ihrer Seite?

Hitzlsperger: Definitiv. Viele Fanclubs positionieren sich klar. In der Ultraszene gibt es ein großes Engagement für gesellschaftliche Themen. In der Corona-Krise konnte man erneut sehen, wie sich Fan-Gruppen und Fanclubs u. a. für ältere Menschen einsetzten, die das eigene Haus nicht verlassen konnten.

Was können Sie ganz persönlich tun?

Hitzlsperger: In jeder Lebenssituation kann ich mit gutem Beispiel vorangehen. Im Verein die Vorzüge von Vielfalt thematisieren und ein Bewusstsein dafür schaffen. Denn die Vorteile der Vielfalt liegen auf der Hand: Unterschiedliche Sichtweisen und Hintergründe haben am Ende die besseren Ergebnisse zur Folge. Davon bin ich überzeugt und setze mich dafür ein, dass diese Erkenntnis in unserem Verein reift. Allerdings ist das ein Prozess, der Zeit benötigt.

Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesteckt?

Hitzlsperger: Durch meine Tätigkeit beim VfB Stuttgart wird mein Alltag von der Frage geprägt, wie wir als Verein erfolgreich sein können. Zur Erreichung dieses Ziels kann uns Vielfalt helfen. Wir haben einen weiten Weg vor uns, um Vielfalt in den Vereinen zu etablieren. Das wird nicht mit der Brechstange funktionieren. Ich möchte aber, dass unsere Mitarbeiter und Fans spüren, dass der Verein für die richtigen Werte steht und diese auch im Alltag lebt – nicht nur an Aktionstagen wie dem Global Pride Day.

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