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Rückkehrer |01.08.2020|10:00

Immel: Von Stadtallendorf in die Bundesliga

Immel: "Ich mache das aus Spaß und habe hier alles, um die Spieler weiterzuentwickeln."[Foto: Imago]

Er ist wieder dort, wo alles angefangen hat. Nach 534 Bundesliga-Spielen (Platz sieben in der "ewigen" Rekordliste), dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1991/1992 mit dem VfB Stuttgart sowie mehreren WM- (1982/1986) und EM-Teilnahmen (1980/1988) ist Eike Immel wieder für Eintracht Stadtallendorf am Ball.

Von dort war der heute 59-Jährige einst in die Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund gewechselt und startete dort seine insgesamt 19 Jahre dauernde Profikarriere. Jetzt ist Immel zurück in Stadtallendorf. Beim Aufsteiger in die Regionalliga Südwest trainiert der ehemalige Nationalspieler inzwischen die Torhüter und auch die zweite Mannschaft in der Kreisliga A. "Die Eintracht ist mein Heimatverein, Stadtallendorf mein Heimatort", schwärmt Eike Immel im Gespräch mit FUSSBALL.DE .

2017 bekam er einen Anruf von Wolfgang Schratz, einem Unternehmer aus Stadtallendorf, der die Eintracht "leidenschaftlich unterstützt". Immel war von an diesem Tag an Berater für seinen Jugendklub. Nach dem Abstieg in die Hessenliga 2019 rückte Immel ins Trainerteam von Dragan Sicaja. "Ich habe zwei Jahre lang gesehen, mit welchem Engagement sich die Menschen für die Eintracht einsetzen", sagt Deutschlands frühere Nummer eins. "Ich hatte mich daher entschieden, dem Verein etwas zurückzugeben. Die Eintracht hat mir schließlich die Bundesliga erst ermöglicht."

Bundesliga-Debüt im Alter von nur 17 Jahren

"Die Teilnahme an der Regionalliga Südwest ist für uns wie der Gewinn der Champions League für den FC Bayern München"

Den ersten Schritt in der höchsten deutschen Spielklasse machte der ehemalige Torhüter bereits als 17-Jähriger. Er gab sein Bundesliga-Debüt am 1. Spieltag der Saison 1978/79 im BVB-Trikot gegen den FC Bayern München (1:0). Nur zwei Jahre später folgte der erste Einsatz für die deutsche A-Nationalmannschaft gegen die Niederlande (1:1).

Nach 247 Bundesligaspielen für Borussia Dortmund war Schluss. Nach dem erst in einer dramatischen Relegation gegen Fortuna Köln (0:2/3:1 sowie 8:0 im dritten Spiel) geschafften Klassenverbleib wechselte Immel zum VfB Stuttgart. Mit den Schwaben gewann er 1992 unter Trainer Christoph Daum die Deutsche Meisterschaft. "Christoph und ich hatten ein klasse Verhältnis. Auch nach meiner aktiven Karriere haben wir deshalb noch auf verschiedenen Stationen in der Türkei und Österreich zusammengearbeitet", so Eike Immel.

Seine Spielerlaufbahn musste er 1997 nach zwei Jahren beim englischen Erstligisten und heutigen Spitzenklub Manchester City wegen Hüftproblemen beenden. Dem Fußball blieb Immel aber treu, stieg 1999 als Trainer mit dem VfR Heilbronn in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Im März 2001 der Wechsel zum türkischen Spitzenklub Besiktas Istanbul, bei dem er unter Christoph Daum als Torwart-Trainer arbeitete. In Österreich wurde das Duo mit Austria Wien in der Saison 2002/2003 Meister und Pokalsieger, ehe es zurück in die Türkei zu Fenerbahce Istanbul ging.

Die Hüftprobleme, die Immel schon zum Ende seiner Profi-Karriere zu schaffen gemacht hatten, wurden in dieser Zeit immer stärker. "Ich habe bestimmt zehn Jahre an Lebensqualität verloren, weil ich permanent Schmerzen hatte, was auch mental nicht einfach war." 2016 waren Eingriffe schließlich unumgänglich, seitdem hat Immel künstliche Hüftgelenke - und fühlt sich endlich wieder besser.

"Die ständigen Schmerzen waren nach meiner Zeit in Istanbul aber nicht mein größtes Problem", fügt er freimütig hinzu. Während seiner Zeit als Profi hatte sich Eike Immel auf Anraten eines Beraters an einem Bauherrenmodell beteiligt. Das vermeintliche Steuersparmodell ging aber nicht auf, eines Tages stand der Gerichtsvollzieher vor der Tür. "Es hieß: Alles nachzahlen oder Insolvenz. So viel Geld konnte ich aber nicht aufbringen. Das hat mich von heute auf morgen erschlagen."

Besonders zu schaffen machte dem ehemaligen Nationaltorhüter die mediale Berichterstattung. "Es war schlimm, ständig neue Schlagzeilen über mich zu lesen. Ich wollte mich am liebsten gar nicht mehr öffentlich zeigen und habe auch den Kontakt in meine Heimat Stadtallendorf abbrechen lassen", so Immel. "Heute weiß ich: Das war ein Fehler."

In Stadtallendorf "wieder zur Ruhe gekommen"

Aus finanziellen Gründen nahm Immel auch an der RTL-Sendung "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" teil, belegte in dem auch als "Dschungelcamp" bekannten TV-Format den fünften Platz. "Einige Teilnehmer sind nach Australien in den Dschungel gegangen, um öffentlich wieder wahrgenommen zu werden. Ich wollte ganz einfach einen Teil meiner Schulden abbauen. Für mich war jeder Tag ein Überlebenskampf."

Als wichtigen Schritt zurück in die Normalität sieht Eike Immel die Rückkehr in seine Heimatstadt im Jahr 2016 an. "Ich bin in Stadtallendorf wieder zur Ruhe gekommen", berichtet er zufrieden. "Meine Mutter und meine Schwestern wohnen noch hier in der Gegend. Auch so sind die Menschen in der Stadt sehr hilfsbereit."

Mittlerweile nimmt Eike Immel, der insgesamt 19 Länderspiele bestritt, auch an den Treffen des Clubs der Nationalmannschaft teil. "Es ist immer wieder schön, ehemaligen Weggefährten über den Weg zu laufen", sagt er. "Ich lebe zwar nicht im Gestern, denke aber dennoch gerne an meine aktive Laufbahn zurück. Es war eine sehr schöne Zeit. Und durch YouTube kann man sich einzelne Szenen oder Spiele relativ leicht nochmal anschauen."

Nun arbeitet also ein Europameister von 1980 seit einem Jahr als Torwart-Trainer für Eintracht Stadtallendorf. "Mit meinen vorherigen Stationen ist die Eintracht selbstverständlich nicht zu vergleichen", gibt Immel ohne Umschweife zu. Aber das muss auch gar nicht sein. "Man hat zu den Menschen dafür einen persönlichen Draht", erklärt er - und ergänzt: "Auf dem Platz selbst ist das Gefühl immer gleich. Ich mache das aus Spaß und habe hier alles, um die Spieler weiterzuentwickeln."

Das Torhüter-Trio für die nächste Spielzeit steht bei der Eintracht auch schon. "Mit dem 35-jährigen Dusan Olujic haben wir einen erfahrenen Stammspieler. Von der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz haben wir mit Aykut Bayar einen reaktionsschnellen Torhüter verpflichtet", zählt Immel auf. "Und Joao Borgert hat sich in seinem ersten Jahr bei uns schon gut entwickelt. Mit seinen erst 19 Jahren können wir noch einiges von ihm erwarten."

In der nun dritten Saison in der Regionalliga Südwest in den zurückliegenden vier Spielzeiten steht für den 59-Jährigen der Klassenverbleib über allem. "In der Saison 2017/2018 haben wir schon einmal ein kleines Wunder mit dem Klassenverbleib geschafft", betont Eike Immel. "Die Teilnahme an der Regionalliga Südwest ist für uns wie der Gewinn der Champions League für den FC Bayern München. Trainer Dragan Sicaja hat in seinen mittlerweile mehr als zehn Jahren bei der Eintracht bewiesen, dass er junge Spieler weiterentwickeln kann. Er passt wie die Faust aufs Auge zum Verein. Ich bin davon überzeugt, dass wir mindestens sechs Mannschaften am Saisonende hinter uns lassen können."

Eike Immel steht aber nicht nur beim Regionalliga-Kader der Eintracht auf dem Trainingsplatz. Der Ex-Profi betreut auch hauptverantwortlich die zweite Mannschaft, die in der Kreisliga A Marburg an den Start geht. "Ich habe das Team 2019 nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga Gießen/Marburg übernommen. Wir hatten unsere Spieler erst relativ spät zusammen, haben uns dann aber im Laufe der Saison Schritt für Schritt weiterentwickelt. Nun sind wir sogar schon so weit, dass wir in der nächsten Spielzeit um den Aufstieg spielen wollen", kündigt der ehemalige Klasse-Torhüter an.

Mittelfristig will Immel mit seinem Team "ein, zwei Spielklassen weiter nach oben. Damit wäre der Sprung in die erste Mannschaft ein wenig einfacher, weil der Abstand dann geringer ist". Bestenfalls soll dann Eintracht Stadtallendorf auch weiterhin in der Regionalliga Südwest vertreten sein. "Das sind anspruchsvolle Aufgaben und Ziele. Ich habe aber große Lust darauf", kündigt Eike Immel an.

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