Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Berühmter Vater |09.11.2019|09:00

Jakob Golz: Auf den Spuren von Papa Richard

Golz junior (l.) und senior (r.): "Kann nur davon profitieren, dass mein Vater ein so guter Torhüter war."[Foto: imago/Getty Images, Collage: FUSSBALL.DE]

Wie der Vater, so der Sohn: Gut elf Jahre nach dem Karriereende des 51 Jahre alten, langjährigen Bundesligatorhüters Richard Golz hat sein Sohn Jakob einen ähnlichen Weg eingeschlagen. Beim Traditionsverein Rot-Weiss Essen in der Regionalliga West hat sich der 21 Jahre alte Golz junior einen Stammplatz im Kasten erkämpft. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Jakob Golz über Vater, Familie, Macken und Ziele.

FUSSBALL.DE: Wie groß ist der familiäre Schatten, wenn der Vater mehr als 450 Bundesligaspiele auf der gleichen Position bestritten hat, Herr Golz?

Jakob Golz: Ich kenne das jetzt schon ein paar Jahre, mache mir darüber keine großen Gedanken und setze mich dadurch auch nicht zusätzlich unter Druck. Ich sehe es positiv. Grundsätzlich kann ich ja nur davon profitieren, dass mein Vater ein so guter Torhüter war.

Beim HSV und beim SC Freiburg hat er jeweils eine Ära geprägt. Können Sie sich noch an Erlebnisse aus seiner Profikarriere erinnern?

"Mein Vater sagt, dass ich fußballerisch auf jeden Fall deutlich mehr draufhabe als er"

Golz: Schon ein wenig. Die ersten acht Jahre meines Lebens hat unsere Familie in Freiburg verbracht, da war ich auch schon häufiger im Stadion dabei. Noch mehr in Erinnerung ist mir seine letzte Spielerstation in Hannover, auch wenn er dort nicht mehr Stammtorwart war.

Wollten Sie denn auch unbedingt Torhüter werden?

Golz: Nicht unbedingt. Früher habe ich auch verschiedene Positionen auf dem Feld gespielt, unter anderem Stürmer. Selbst bei der U 17 des HSV bin ich noch in einigen Test- oder Pokalspielen als Feldspieler zum Einsatz gekommen. Grundsätzlich hatte sich mein Wechsel ins Tor eher zufällig ergeben. Zu meiner Jugendzeit bei Eintracht Norderstedt war unser Torhüter verletzt. Ich habe es dann mal probiert - und es hat offenbar ganz gut geklappt. (lacht)

Wie genau beobachtet Vater Richard jetzt Ihre Karriere?

Golz: Er ist bei vielen Spielen selbst vor Ort. Anschließend sprechen wir genau durch, was ihm gut gefallen hat und wo ich mich weiter verbessern kann. Er gibt mir viele Tipps und Hinweise. Er hat ja auch schon viele Jahre als Torwarttrainer gearbeitet.

Haben Sie ähnliche Stärken und Schwächen oder sind Sie eher ein anderer Torwarttyp?

Golz: Mein Vater sagt, dass ich fußballerisch auf jeden Fall deutlich mehr draufhabe als er. Darauf wurde damals beim Torwarttraining aber auch noch nicht so geachtet. Daher bin ich in meiner Spielweise vielleicht etwas mutiger, schalte mich auch mehr in den Spielaufbau ein. Die Ruhe, die ihn unter anderem über viele Jahre ausgezeichnet hat, zählt sicher auch zu meinen Merkmalen. Ich kann aber auch schon mal laut werden.

Es heißt oft, der Schlussmann hat eine Sonderrolle im Team. Sehen Sie das auch so?

Golz: Es ist im Fußball zweifellos eine besondere Position. Schließlich kann immer nur einer spielen. Wechsel im Laufe einer Partie gibt es ohne Not auch nur äußerst selten. Von daher muss man lernen, in entscheidenden Situationen oft auf sich allein gestellt zu sein. Deshalb bin ich aber ganz bestimmt kein Einzelgänger, sondern gut ins Team integriert.

Welche Macke haben Sie?

Golz: Es gibt bestimmt Leute, die Ihnen bestätigen würden, dass ich die eine oder andere Macke habe (lacht) . Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, haben wir auf jeden Fall viel Spaß. Bestimmte Rituale oder etwas Ähnliches habe ich aber nicht.

Seit Saisonbeginn stehen Sie bei Rot-Weiss Essen in der Regionalliga West unter Vertrag. Wie lautet Ihre persönliche Zielsetzung?

Golz: Auf diese Saison bezogen, möchte ich zunächst die Nummer eins bleiben, möglichst viele Spiele bestreiten und selbstverständlich mit dem Team erfolgreich sein. Langfristig habe ich jetzt keinen bestimmten Karriereplan im Kopf.

Warum hatten Sie den Hamburger SV im Sommer nach zehn Jahren verlassen?

Golz: Zehn Jahre sind in der Tat eine lange Zeit. Ich war zwar bei der ersten Mannschaft dabei, mit dem Durchbruch hat es aber nicht geklappt. Deshalb wollte ich etwas Neues ausprobieren. Als dann die Anfrage von Rot-Weiss Essen kam, war ich sofort überzeugt, dass ich diese Chance wahrnehmen möchte. Es war für mich ein großer Schritt, denn ich bin jetzt auch zum ersten Mal von der Familie weg.

Wie würden Sie Ihre ersten Eindrücke beschreiben?

Golz: Sehr positiv. Am Anfang war alles neu für mich. Die Mannschaft ist fast komplett neu zusammengestellt, hat sich aber schnell gefunden und einen guten Teamgeist entwickelt. Ich selbst war vorher auch noch nie im Ruhrgebiet. Ich kann aber schon jetzt sagen, dass ich mich extrem wohl fühle. Alles ist sehr eng beieinander, das gefällt mir sehr gut.

Zu Saisonbeginn mussten Sie sich mit der Rolle als Nummer zwei hinter Marcel Lenz begnügen, der zunächst auch sehr gute Kritiken bekam. Wie sind Sie damit umgegangen? Wussten Sie, dass Ihre Chance kommen wird?

Golz: Es war nicht so einfach, auf der Bank zu sitzen. Ich kannte das ja schon aus meinem ersten Seniorenjahr beim HSV, als ich kein einziges Mal zum Einsatz gekommen war. Ich habe mich auch diesmal regelmäßig mit meinem Sportpsychologen ausgetauscht, das hat mir sehr geholfen. Im Training habe ich immer versucht, hart an mir zu arbeiten und mich mit guten Leistungen anzubieten. Das wurde dann auch belohnt.

Seit einigen Wochen stehen Sie als Stammtorhüter bei RWE zwischen den Pfosten. Seitdem wurden alle Spiele gewonnen. Sehen Sie da einen Zusammenhang?

Golz: (lacht) Drei Siege in der Liga und ein Erfolg im Pokalwettbewerb sind schon eine gute Quote. Aber Spaß beiseite! Ich maße mir nicht an, dass diese Erfolge in erster Linie auf mein Konto gehen. Das gesamte Team hat es gut gemacht und wir hätten nichts dagegen, wenn es so weitergeht. Wir wissen aber auch, dass noch Luft nach oben ist. So waren die beiden Gegentreffer, die wir in dieser Phase kassiert haben, definitiv vermeidbar. Dennoch bin ich froh, dass es gelungen ist, uns wieder zu stabilisieren.

Ihr Trainer Christian Titz legt viel Wert darauf, dass der Torhüter im wahrsten Sinne des Wortes "mitspielt". Oft rücken Sie weit aus dem eigenen Strafraum heraus. Wie sehr kommt Ihnen diese Spielweise entgegen?

Golz: Diese Spieloption mag für viele Beobachter immer noch ungewöhnlich sein und muss von den einzelnen Spielern auch erst nach und nach verinnerlicht werden. Da ich es aber schon aus der Zusammenarbeit mit Christian Titz beim HSV kannte, kommt es mir definitiv entgegen. Klar ist: Der Torhüter muss bei dieser Option auch ein passabler Fußballer sein.

Ist das nicht manchmal auch sehr riskant?

Golz: Für den Torhüter kommt es darauf an, sofort zu erkennen, wenn unser ballführender Spieler unter Druck gerät. Ich versuche dann, mich immer frühzeitig wieder nach hinten abzusetzen.

RWE rangiert als Tabellenvierter fünf Punkte hinter Spitzenreiter SC Verl. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation?

Golz: Es wird auf jeden Fall sehr spannend. Die Saison ist noch sehr lang, auch der SC Verl wird mit Sicherheit mal Punkte liegen lassen. Grundsätzlich sollten wir jetzt aber nicht so oft auf die Tabelle schauen, sondern uns lieber auf die eigenen Leistungen konzentrieren. Wenn die stimmen, dann kommen auch die Ergebnisse.

Seit inzwischen mehr als acht Jahren steckt RWE in der Regionalliga fest. Hat die Mannschaft diesmal das Zeug, bis zum Saisonende um die Meisterschaft mitzuspielen?

Golz: Ich denke, wir haben in dieser Saison schon bewiesen, dass wir uns ganz oben festsetzen und auch mit den anderen Topteams mithalten können. Aktuell ist die Stimmung im Team sehr positiv. Es wird wichtig sein, bis zum Winter konstant zu punkten und dann gut in die Rückserie zu starten.

Welche Rolle spielen die Fans?

Golz: Eine sehr wichtige Rolle. Bei einigen engen Spielen, die wir erst in den Schlussminuten für uns entscheiden konnten, hat sich das bereits gezeigt. Da hat uns das Publikum geradezu nach vorne gepeitscht. Auch zuletzt beim 4:1 gegen die Sportfreunde Lotte war die Unterstützung herausragend. Das beflügelt uns.

Für die Anhänger besitzt das Derby beim Wuppertaler SV, das am Sonntag ansteht, einen besonderen Stellenwert. Was nehmen Sie sich für die Partie vor?

Golz: Unser Ziel ist es ganz klar, unser Spiel durchzuziehen. Und natürlich zu Null zu spielen.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Weiter