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Engagement |27.01.2020|11:00

Jakob Scharf: Jugendleiter seit 43 Jahren

Jakob Scharf im Wandel der Zeit: "Ich freue mich immer, wenn die Leute, die ich schon als Sechsjährige trainieren durfte, später weiterhin im Verein sind".[Foto: Privat]

"Wer Fußball spielt, wird kein Lump", sagt der 71-Jährige, der seit 43 Jahren als Jugendleiter arbeitet. Ein Gespräch über Herausforderungen in der Nachwuchsarbeit und die riesige Bedeutung des Ehrenamts.

FUSSBALL.DE: Herr Scharf, Ihnen liegt das Ehrenamt im Sport offensichtlich sehr am Herzen.

Jakob Scharf: Ich bin Gründungsmitglied der DJK Steinberg . Der Verein wurde 1964 gegründet und seit dieser Zeit war ich in unterschiedlichsten Funktionen tätig. Erst war ich Spieler, danach ehrenamtlicher Trainer der ersten Mannschaft und seit 1981 habe ich die Position des Jugendleiters inne. Da ich dies zuvor auch noch bei einem anderen Verein war, bin ich jetzt seit insgesamt 43 Jahren ununterbrochen als ehrenamtlicher Jugendleiter tätig. Und als Trainer sind es fast genauso viele Jahre. Da habe ich von den A-Junioren bis zu den G-Junioren alle Jahrgänge mal trainiert.

Welche Mannschaft trainieren Sie derzeit?

"Wenn man ein Kind sieht, das dich nach dem Spieltag anlacht, das ist schon Lohn genug"

Scharf: Momentan trainiere ich die F-Junioren und dann habe ich noch ein sogenanntes ballorientiertes Kinderturnen eingeführt. Dies richtet sich an drei- bis fünfjährige Kinder, von denen meist ein Großteil später zu den Fußballern rüber wechselt.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

Scharf: Das kann man gut mit einem Erlebnis erklären, das ich vor etwa zwanzig Jahren mal hatte. Da habe ich zu meiner F-Jugend gesagt: "Kinder, ob wir gewinnen oder verlieren, ist nicht wichtig. Spaß muss es machen!" Dann haben wir das erste Spiel mit 0:21 verloren. Ich habe so einen Hals gehabt und war stinksauer. Da kommt so ein kleiner Junge, stupst mich an und sagt strahlend: "Hauptsache Spaß hat's gemacht". Das war ein unglaubliches Schlüsselerlebnis. Die Kinder haben morgen vergessen, wie sie gestern gespielt hatten. Viel wichtiger ist es, dass Sie Spaß am Sport haben.

Als Gründungsmitglied haben Sie die ganze Entwicklung der DJK Steinberg mitverfolgen können. Wie ist der Verein 1964 überhaupt entstanden?

Scharf: Ich war 14 Jahre alt, als ich mich mit ein paar anderen zehn- bis zwölfjährigen Jungs zu einer Mannschaft zusammengetan habe. Ich war damals also der älteste. Unsere Mannschaftskleidung bestand aus einer schwarzen Turnhose und einem weißen Unterhemd. Wir haben uns dann Fußballamateure Steinberg genannt und im ehemaligen Ziegenstall meiner Oma unser Vereinslokal eingerichtet. Der damalige Pfarrer in Steinberg hat unsere Aktion mitbekommen und dann dafür gesorgt, dass der Sportverein, der natürlich katholisch geprägt war, 1964 offiziell gegründet wurde.

Woran denken Sie besonders gerne zurück?

Scharf: Natürlich gab es über die Zeit ein paar Veränderungen. Neben unseren Gründungsabteilungen, Fußball und Tischtennis, sind inzwischen einige Abteilungen dazugekommen, die dem Sportverein insgesamt gutgetan haben. Besonders positive Erinnerungen habe ich natürlich, wenn ich an die Meisterschaften und Aufstiege denke, die man als Trainer erlebt hat. Sehr schön ist natürlich auch, dass sich persönliche Freundschaften über den Sport hinaus entwickelt haben. Ich freue mich immer, wenn die Leute, die ich schon als Sechsjährige trainieren durfte, später weiterhin im Verein sind. Das Schönste ist ganz sicher, wenn man diese Leute über die aktive Zeit hinaus für irgendein Amt im Verein gewinnen kann.

Hat sich die Bedeutung des Ehrenamts in den vergangenen Jahren verändert?

Scharf: Das Ehrenamt ist wichtiger denn je. Leider muss man sagen, dass es trotz aller Urkunden und Auszeichnungen noch nicht so hochgeschätzt wird, wie es eigentlich sein sollte. Dabei ist das Ehrenamt gerade jetzt noch mehr gefordert - vor allem im Sport. Zumindest in Bayern wird die Anzahl der Vereine sicherlich gewaltig zurückgehen. Im Fußball werden immer mehr Spielgemeinschaften gegründet, damit man genügend Spieler hat, um ein Team aufstellen zu können.

Wie hat sich die Jugendarbeit in den letzten Jahrzehnten verändert?

Scharf: Die Zahl der Kinder hat abgenommen. Der Hauptgrund ist die Konkurrenz durch andere Sportarten, die sogenannten Modesportarten, die einfach auftauchen und einen Hype auslösen. Und wenn die Kinder erst einmal vom Fußball weggehen, kommen sie selten zurück. Das gilt auch für andere Sportarten. Man muss heute aktiv werben und den Kindern und Jugendlichen zeigen, wie schön dieser Fußballsport nach wie vor ist. Langfristig müssen wir dafür sorgen, dass Kinder nicht nur wegen des Fußballs zu uns kommen. Man muss ihnen auch ein Umfeld bieten, indem sie sich wohlfühlen und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln.

Welche Bedeutung hat der Fußball für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder?

Scharf: Für mich gibt es einen Spruch, den haben wir früher immer gesagt: "Wer Fußball spielt, wird kein Lump." Das ist zwar ein bisschen übertrieben, aber ich sage den Eltern immer, dass deren Kinder anhand von Mannschaftssportarten sehr viel lernen können. Jeder, der in einem Team spielt, lernt viel für das spätere Leben, für den Beruf oder das soziale Umfeld. Bei Einzelkindern merkt man beispielsweise schnell, wie schwierig es ist, etwas zu teilen, ausgewechselt zu werden oder nicht im Mittelpunkt zu stehen. Fairness und Respekt gegenüber anderen zu vermitteln, ist eine der Hauptaufgaben von Jugendbetreuern und Jugendtrainern. Ich finde es schön, wenn die Kinder über den Fußball hinaus etwas mitnehmen.

Sie waren in Steinberg 30 Jahre Bürgermeister und engagieren sich nach wie vor in vielen verschiedenen Bereichen in Ihrer Gemeinde. In wie vielen Vereinen - auch außerhalb des Sports - sind Sie Mitglied?

Scharf: Ich bin bei ungefähr 30 Vereinen Mitglied, habe ein paar selber gegründet. Mich ärgert immer dieses Wort "Vereinsmeier". Ich engagiere mich bewusst in so vielen Vereinen. Meine Gemeinde hat 2000 Einwohner und ich finde es unglaublich wichtig, in so einer Dorfgemeinschaft etwas aufzubauen, sodass man sich wohlfühlt und mit Gleichgesinnten etwas unternehmen kann.

Würden Sie sich wünschen, dass sich noch mehr Leute dazu entscheiden, Ehrenämter in Vereinen zu übernehmen?

Scharf: Es lohnt sich auf alle Fälle. Natürlich muss man auch viel investieren. Die Familie muss mitspielen und da müssen viele Faktoren zusammenpassen. Andererseits kommt ja auch unglaublich viel zurück. Gerade im Kinder- und Jugendbereich. Wenn man ein Kind sieht, das dich nach dem Spieltag anlacht, das ist schon Lohn genug. 

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