Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Interview |31.01.2018|13:45

Käpt'n Grech: Zweitbeste Fitneßwerte - mit 37

Möchte im dritten Versuch mit Elversberg hoch in die 3. Liga: Kapitän Leandro Grech. [Foto: Imago]

Auch im Alter von 37 Jahren führt Leandro Grech den aktuellen Meister SV 07 Elversberg in der Regionalliga Südwest immer noch als Kapitän auf den Platz. Der streng gläubige Argentinier ist ehemaliger Zweit- und Drittligaprofi, spielte bereits für den SV Sandhausen, die SpVgg Unterhaching und den FC Erzgebirge Aue. Mit Elversberg nimmt Grech zum dritten Mal in Folge Anlauf auf die Rückkehr in die 3. Liga. Nach zweimaligem Scheitern in der Aufstiegsrunde soll es in dieser Saison endlich klappen.

Im aktuellen Interview mit FUSSBALL.DE spricht Leandro Grech mit Mitarbeiter Christian Knoth über die Aufstiegschancen der SV 07 Elversberg, seine Fitness, das Saarderby beim Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken und seine Pläne für die Karriere nach der Karriere.

"Wenn ich in Argentinien meine Heimat besuche, sehne ich mich nach der Ordnung, dem kontrollierten Leben. Bin ich in Deutschland, vermisse ich das fast durchgängig schöne Wetter und meine Familie"

FUSSBALL.DE: Mit der SV 07 Elversberg waren Sie in den zurückliegenden beiden Spielzeiten jeweils nur knapp am Aufstieg in die 3. Liga gescheitert. Diesmal soll es endlich klappen. Wie stehen die Chancen, Herr Grech?

Leandro Grech: Wir waren im Sommer schwach in die Saison gestartet und haben wichtige Punkte liegen lassen. Deshalb ist es in dieser Saison etwas schwieriger. Dennoch werden wir bis zum Ende darum kämpfen, Zweiter zu werden und erneut die Aufstiegsrunde zu erreichen. Bei aktuell sechs Punkten Rückstand ist noch alles drin. Den Meistertitel zu verteidigen, ist dagegen beinahe unmöglich. Saarbrücken hinterlässt einen sehr guten Eindruck und hat sich bereits einen großen Vorsprung erspielt.

FUSSBALL.DE: Bisher war die Saison eine Achterbahnfahrt. Nach einem holprigen Auftakt ging es immer weiter bergauf. Vor dem Pflichtspielstart ins neue Jahr am Wochenende steht Rang fünf zu Buche. Wie erklären Sie sich den Fehlstart?

Grech: Wir hatten einen großen Umbruch. Nicht nur viele Spieler waren neu, sondern auch unser Trainer Karsten Neitzel. Hinzu kam, dass wir wegen der Aufstiegsspiele nur eine kurze Vorbereitung hatten und die Zeit daher knapp war, uns als Mannschaft zu finden. Irgendwann waren wir dann zum Glück eingespielt und wir konnten bis jetzt bereits einige Plätze gut machen. Aber die Aufholjagd muss im neuen Jahr weitergehen.

FUSSBALL.DE: Das Saar-Derby beim Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken am Samstag (ab 14 Uhr) in Völklingen ist für Elversberg nicht nur eine brisante, sondern vor allem eine wichtige Partie im Aufstiegsrennen. Bei einer Niederlage könnte die SVE den Anschluss auf Platz zwei verlieren. Wie groß ist die Anspannung im Team?

Grech: Alle bei uns wissen, dass der Start in die zweite Saisonhälfte enorm wichtig ist und es bereits um sehr viel geht. Nach dem Spiel in Saarbrücken müssen wir ja auch noch bei den zweitplatzierten Offenbacher Kickers antreten. Können wir in beiden Partien punkten, spielen wir im Aufstiegsrennen wieder eine gute Rolle und gehen mit Selbstvertrauen in die folgenden Begegnungen. Dass es schwierig wird, zweimal auswärts vor großer Kulisse als Sieger vom Platz zu gehen, ist uns aber bewusst.

FUSSBALL.DE: Worauf wird es ankommen, um Saarbrücken zu besiegen? Bisher war der FCS kaum zu schlagen. Erst eine Niederlage musste der Tabellenführer hinnehmen. Vor eigenem Publikum verlor Saarbrücken in dieser Saison noch nie…

Grech: Zunächst einmal müssen wir die Ruhe bewahren. Wir dürfen uns nicht von der hitzigen Derbyatmosphäre verrückt machen lassen. Außerdem müssen wir kompakt stehen und dürfen die gefährliche Offensive des 1. FC Saarbrücken nicht zur Entfaltung kommen lassen. Die FCS-Stürmer Patrick Schmidt und Kevin Behrens bringen eine enorme Qualität mit. Dass sie gemeinsam schon 30 Tore erzielt haben, ist beeindruckend.

FUSSBALL.DE: Sie führen die Mannschaft als Kapitän auf das Feld und sind mit 37 Jahren der älteste Spieler im Team. Wäre der Aufstieg in die 3. Liga ein schöner Abschluss Ihrer Karriere? Oder denken Sie daran, im Sommer vielleicht sogar noch ein Jahr dranzuhängen?

Grech: Wenn ich meine Karriere mit einem solchen Erfolgserlebnis beenden könnte, wäre das ein großes Geschenk für mich. Allerdings weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht, ob ich im Sommer schon aufhöre. Ich fühle mich immer noch gesund und fit. Beim Laktattest hatte ich vor kurzem die zweitbesten Werte aller Spieler. Solange man mir mein Alter auf dem Platz noch nicht anmerkt, kann ich mir durchaus vorstellen, weiter Fußball zu spielen. Ich liebe diesen Sport nun einmal.

FUSSBALL.DE: Seit 2006 leben und spielen Sie in Deutschland und waren viele Jahre in der 2. und 3. Bundesliga am Ball. Davor hatten Sie ausschließlich in Südamerika (Argentinien, Chile und Bolivien) gekickt. Sind Sie in Deutschland heimisch geworden?

Grech: Das kann man so sagen. Ich fühle mich sowohl in Argentinien als auch in Deutschland heimisch. Aber egal wo ich bin: Irgendetwas vermisse ich immer. (lacht) Wenn ich in Argentinien meine Heimat besuche, sehne ich mich nach der Ordnung, dem kontrollierten Leben. Bin ich in Deutschland, vermisse ich das fast durchgängig schöne Wetter und meine Familie. Die Eltern und Großeltern meiner Frau Florencia und mir leben weiterhin in unserem Heimatort Rosario. Nur Florencia, unsere zwei Töchter Katja und Lea (vier und neun Jahre alt, Anm. d. Red. ) und ich wohnen in Deutschland.

FUSSBALL.DE: Geht es nach Ihrer Karriere zurück nach Argentinien oder werden Sie in Deutschland bleiben?

Grech: Das ist eine gute Frage, auf die ich noch keine Antwort weiß. Wir sind eine sehr gläubige Familie und denken, dass Gott uns unseren Weg zeigen wird. Bei uns wird viel gebetet, damit Gott uns durch unser Leben führt und uns dabei hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Klar ist, dass es für unsere Töchter irgendwann sehr schwer werden würde, in Argentinien Fuß zu fassen. Wenn wir noch einige Jahre in Deutschland bleiben, dann gewöhnen sie sich an das Land und ein Umzug nach Argentinien wäre eine riesige Umstellung, die beinahe unzumutbar ist. Wie es aber weitergeht, werden wir erst in ein paar Monaten wissen. Mindestens bis Juni stehe ich in Elversberg unter Vertrag.

FUSSBALL.DE: Gibt es denn schon berufliche Pläne für die Zeit nach Ihrer Karriere?

Grech: Ich könnte mir gut vorstellen, Trainer zu werden. Schon seit einiger Zeit bereite ich mich auf diesen Job vor. 2016 habe ich damit angefangen, den argentinischen Fußball-Lehrer-Schein zu machen. Die theoretischen Aufgaben kann ich alle online bewältigen. Am Ende der Ausbildungszeit muss ich für die praktische Prüfung nach Argentinien reisen. Diese Prüfung werde ich nach der laufenden Saison in Angriff nehmen.

FUSSBALL.DE: Könnten Sie mit diesem Schein auch in Europa eine Profimannschaft trainieren?

Grech: Nein, das geht nicht. Mit der Praxiserfahrung von einem Jahr als Trainer eines argentinischen Erst- oder Zweitligisten könnte ich es aber umgehen, die vielen Trainerscheine in Deutschland zu machen. Sonst müsste ich auch in Deutschland alle Trainer-Lizenzen erwerben, bevor ich einen europäischen Profiverein leiten darf .

Anzeige